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Lauenburg Hochwasserschutz für Lauenburg wird neu organisiert
Lokales Lauenburg Hochwasserschutz für Lauenburg wird neu organisiert
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18:23 15.12.2017
Die überflutete Unterstadt von Lauenburg. Quelle: Archivfoto: dpa
Lauenburg/Kiel

Die Aufgaben bei der Ertüchtigung des Hochwasserschutzes für die Stadt Lauenburg werden neu geordnet. Um weitere Verzögerungen und eine Kostenexplosion zu vermeiden, übernimmt das Land zusätzlich Funktionen bei der technischen Bewertung der Ausführungsvarianten. Dadurch sollten weitere Verzögerungen bei der Planung und Umsetzung vermieden werden, erklärten Umweltminister Robert Habeck (Grüne), Lauenburgs Bürgermeister Andreas Thiede und der Vorsitzende des zuständigen wasser- und Bodenverbandes, Wolfgang Genczik. Beim Hochwasser im Juni 2013 waren Teile der tief gelegenen Altstadt überflutet worden, mehrere hundert Anwohner mussten für eine Woche ihre Häuser verlassen. 

Auslöser der Entscheidung war nach Angaben Habecks vom Freitag vor allem das Ergebnis eines Vergabeverfahrens für die Projektsteuerung. Nach einer aufwendigen europaweiten Ausschreibung habe das wirtschaftlichste Angebot um fast das Dreifache über den kalkulierten Kosten gelegen. „Das ist nicht akzeptabel. Jetzt setzen wir die Maßnahmen in Eigenregie von Verband, Kommune und Land um und fahren damit besser und günstiger“, sagte der Minister.

Zukünftig übernimmt die Stadt die Abstimmungs- und Koordinierungsausgaben, die Terminkontrolle sowie die Information der Altstadtbewohner. Das Land übernimmt zusätzliche Aufgaben bei der technischen Bewertung der verschiedenen Ausführungsvarianten des Hochwasserschutzes. Außerdem soll der Wasser- und Bodenverband Delvenau-Stecknitzniederung bei der verwaltungsmäßigen Abwicklung unterstützt werden.

„Die Verbesserung des Hochwasserschutzes ist für die Bewohner Lauenburgs und die Stadt selbst von herausragender Bedeutung“, sagte Thiede. „Dabei sind die Planungen des Hochwasserschutzes mit unseren eigenen Planungen und den Interessen der Altstadtbewohner abzugleichen. Diese Aufgaben wollen und werden wir mit der in Aussicht gestellten Förderung des Landes übernehmen“, sagte der Bürgermeister weiter. Der Vorsitzende des Wasser- und Bodenverbandes, Wolfgang Genczik, sagte, er sei überzeugt, dass die weitere Umsetzung des Projektes auch ohne ein mit der Projektsteuerung beauftragtes Büros gewährleistet sei.

In Lauenburg wird seit mehr als vier Jahren um einen nachhaltigen Hochwasserschutz für die Altstadt gestritten. Angedacht ist eine Kombination aus der Ertüchtigung bestehender Mauern und dem abschnittsweisen Bau einer 9,50 Meter hohen, vorgesetzten Mauer. Sie soll im Notfall um weitere 1,5 Meter durch Aufsätze erweitert werden können. Die Kosten von rund 30 Millionen Euro sollen gemäß dem Koalitionsvertrag vom Juni 2017 zu 90 Prozent vom Land übernommen werden.

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