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Lauenburg Hochwasserschutz funktioniert auch ohne Spundwand
Lokales Lauenburg Hochwasserschutz funktioniert auch ohne Spundwand
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09:13 13.04.2016
Nun soll der Hochwasserschutz für Lauenburg kommen. Angesichts der uneinheitlichen Situation der Häuser soll es einen Schutz aus dem Baukasten geben. Was genau erforderlich ist, sollen die weiteren Planungen ergeben. Doch diese müssen europaweit ausgeschrieben werden. Quelle: Fotos: Marohn

Vier Wochen nachdem Gutachter ihre umfangreichen Untersuchungen zum Hochwasserschutz der Altstadt vorgestellt hatten, sollten nun noch einmal in Ruhe die Bürger Gelegenheit haben, ihre Fragen loszuwerden und zu diskutieren. Und die Nachfragen richteten sich vor allem an eine Sickerschürze.

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Experten stellten sich in Lauenburg den Bürgerfragen — Erdgeschosse bleiben trocken.

„Das sich hinter der Schutzwand sammelnde Wasser bei einer Flut ist beherrschbar. Der Wassermengenzufluss ist deutlich geringer und damit günstiger, als wir angenommen hatten“, sagte Gutachter Hanjo Hamer. Beherrschbar bedeute, dass nach ersten groben Berechnungen je Meter Schutzwand etwa ein Kubikmeter Wasser in der Stunde von den Drainagen gesammelt und dann abgepumpt werden müsste. Damit könnten die Erdgeschosse der Altstadthäuser im Hochwasserfall wasserfrei gehalten werden. Eine Spundwand als Sickerschürze sei damit nicht erforderlich. Zwar reichten die durchgeführten Modellrechnungen nicht aus, um den Schutz für einzelne Häuser zu dimensionieren, aber „es liefert uns ein Systemverständnis, das uns erstmals die Vorgänge verstehen lässt“, so Hamer.

Ein Unsicherheitsfaktor seien allerdings mögliche alte Rohrleitungen, mit denen Altstadtgrundstücke oder Häuser direkt in die Elbe entwässert haben, sagt Bauamtsleiter Reinhard Nieberg. Klar sei aber auch bei der Variante C mit Spundwand gewesen, dass die Keller volllaufen würden.

Genauere Erkenntnisse sollen nun weitere Untersuchung im Rahmen der weiteren Planungsschritte ergeben. Bevor die dafür erforderliche Ausschreibung auf den Weg gebracht wird, wollen die Fraktionen noch einmal beraten. Bauamtsleiter Nieberg: „Wir sind nicht kurz vor dem Ziel. Wir sind am Anfang.“

Sickerschürze

Die Variante C des Hochwasserschutzkonzeptes sieht vor, dass eine Spundwand vor der Altstadt in der Boden getrieben wird. Auch Sickerschürze genannt, würde sie den Sickerweg des Wassers von der Elbe in die Altstadt verlängern. Dadurch würde weniger Wasser eindringen und weniger Wasser müsste über Drainagen weggepumpt werden.

Eine Spundwand, die bis in bindigen Boden reicht, würde die Altstadt abdichten und damit auch das Abfließen von hangseitigem Grundwasser verhindern. Ein kostspieliger dauerhafter Pumpeneinsatz wäre erforderlich. Eine solche bis zu 25 Meter tief reichende Spundwand war im Vorfeld der Untersuchungen nicht gefordert worden.

Von Holger Marohn

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