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Lauenburg „Hochzeitswald“ wird mit seinen 273 Bäumen immer beliebter
Lokales Lauenburg „Hochzeitswald“ wird mit seinen 273 Bäumen immer beliebter
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20:22 26.04.2016

Schöne Wälder gibt es im Lauenburgischen, dem waldreichsten Kreis in Schleswig-Holstein, viele. Doch der romantischste aller Wälder ist noch jung und umfasst aktuell nur 273 Bäume. Von Eichen über Rotbuchen und Vogelkirschen bis hin zu Ginkgos und dem Baum des Jahres 2016, der Winterlinde, stehen sie im Geesthachter Hochzeitswald am Dösselbuschberg.

Kathrin und Michael Murrins bekamen einen Baum zur Hochzeit am 11. Juli 2015 geschenkt. Jetzt pflanzten sie ihn im Hochzeitswald ein. Quelle: tja

Nächster Termin in 2017

Aktuell gibt es jährlich nur noch einen Pflanztermin pro Jahr. Der nächste ist erst wieder im April 2017. Ein Baum kostet 100 Euro. Die Stadt spendiert während der Pflanztermine Suppe und Getränke.

Informationen gibt es bei Franko Stein unter Telefon 04152/13325.

„Anfangs lief es sehr schleppend, doch mittlerweile haben wir eine lange Warteliste“, berichtet Franko Stein vom Umweltamt der Stadt. Zwei Hektar groß ist die Fläche in der Oberstadt, unweit der Bertha-von-Suttner-Schule und der Skaterbahn. Das Areal liegt mitten im so genannten „Grünen Finger“, durch den frische Luft aus den weitläufigen Feldern in die Innenstadt gelangt.

„Langsam wird es eng hier“, freute sich Bürgermeister Olaf Schulze während der diesjährigen Pflanzaktion über die große Akzeptanz des Angebotes. Er spendierte noch als SPD-Landtagsabgeordneter dem Naturschutzbund gemeinsam mit der SPD-Bundestagsabgeordneten Nina Scheer einen Baum. Klar, dass beim Pflanzen selbst Hand angelegt werden musste. So ist es in dem kleinen Wald Tradition. Die Stadtgärtner und Baumpfleger des städtischen Bauhofes hatten das Areal in der vergangenen Woche unter Regie von Franko Stein für den Termin am Sonnabend vorbereitet. Etwa 250 Kinder und Erwachsene kamen jetzt in den Hochzeitswald. Und einige Kinder packten auch tatkräftig mit an. Als Erinnerung an ihre Zeit in der Kindertagesstätte am Worther Weg pflanzten Vorschüler einen Baum. Und zwei Jungs unterstützten ihre Eltern beim Wässern des Baumes, der anlässlich deren Petersilienhochzeit gepflanzt wurde.

Ganz klassisch war der Baum, den Kathrin und Michael Murrins pflanzten. Sie hatten ihn zur Hochzeit am 11. Juli 2015 geschenkt bekommen. „Jetzt hat man immer ein Stück besondere Heimatverbundenheit“, sagte Michael Murrins. Klar, dass er mit seiner Ehefrau die Sommerlinde eigenhändig an den Haltepfählen sicherte.

„Wir haben jetzt auch schon einige Helfer, die bereits den zweiten oder dritten Baum pflanzen. Da können wir schon an die Feinarbeit gehen“, sagte Stein. Der Stamm muss mit einer Schilfrohrmatte gegen zu starke Sonneneinstrahlung umwickelt werden; dann gilt es, den Baum an Holzpfählen gegen den manchmal kräftig durch den Grünen Finger wehenden Wind zu sichern. Solange, bis er gut verwurzelt ist. Gerne entscheiden sich Paare auch für Schilder, auf denen sie den Anlass der Pflanzung, die Baumart, das Pflanzdatum oder ihre Namen verewigen. „Liebe ist, einen Baum zu pflanzen“, stand jetzt auf einem der neuen Schilder.

„Der Hochzeitswald ist ja schon lange nicht mehr ausschließlich Hochzeitspaaren vorbehalten. Es wird zur Taufe oder aus anderen schönen Gründen von den Geesthachtern gerne hier ein Baum gepflanzt“, sagte Schulze. So legte der SPD-Bürgermeister mit dem Umweltausschuss-Vorsitzenden Gerhard Boll (Grüne) und dem stellvertretenden Bürgervorsteher Peter Groh (CDU) fraktionsübergreifend Hand an, um einen Baum zum 800. Stadtgeburtstag zu pflanzen. Eine Winterlinde passend zum Jubiläumsjahr der größten Stadt des Kreises in 2016. Infotafeln zeigen, was in den Jahrhunderten seit der ersten urkundlichen Erwähnung Geesthachts passiert ist.

Sonja und Bodo Dittmer aus Geesthacht spazieren gerne durch das Wäldchen. Künftig können sie ihren eigenen Baum beim Wachsen bestaunen. Sie pflanzten ihn zur Silberhochzeit. Jens und Dagmar Goslar aus Allermöhe haben jetzt ebenfalls anlässlich des 25. Hochzeitstages einen Baum in Geesthacht. „Die Sommerlinde, das war der Baum des Jahres 1991, als wir geheiratet haben“, sagte Jens Goslar. „Wir werden regelmäßig schauen kommen, wie er wächst“, kündigt Dagmar Goslar an.

Wahrscheinlich nur noch 2017 und 2018 können auf dem Areal weitere 50 Bäume gepflanzt werden. Dann sind alle Plätze belegt. „Wir suchen schon nach Flächen, auf denen wir die Tradition fortsetzen können“, sagte Schulze. Die angrenzende Fläche — auch wenn sie trist aussieht — kann dafür nicht genutzt werden: Sie gilt als ökologische Ausgleichsfläche und darf nicht intensiver als bereits geschehen bepflanzt werden.

Von Timo Jann

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