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Hoffnung: Bildung per Notebook

Geesthacht Hoffnung: Bildung per Notebook

Die 36 minderjährigen Flüchtlinge in der Jugendherberge Geesthacht haben gestern zehn Computer erhalten – Sie ermöglichen ihnen den Weg zu Online-Bildungsangeboten und Kontakt zu ihren Eltern in der Heimat.

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Zehn neue Chromebooks für die Flüchtlingsarbeit in der Jugendherberge Geesthacht. Von links: Christina Imholte (Verein Soziale Dienste St. Salvatoris), Abdulazim (17) aus Afghanistan, Landrat Dr. Christoph Mager, ASB-Geschäftsführer Sven Minge.

Quelle: Silke Geercken

Geesthacht. 36 minderjährige Jugendliche sind ohne Eltern aus ihrer Heimat geflüchtet und in der GeesthachterJugendherberge gestrandet. Für sie gibt es einen Hoffnungsschimmer: Durch eine Spende von zehn Notebooks können sie Kontakt zu ihren Angehörigen aufnehmen und Bildungsangebote online nutzen. ASB-Geschäftsführer Sven Minge und Landrat Dr. Christoph Mager haben die Computer gestern übergeben.

Abdulazim (17) aus Afghanistan war der Einzige, der zu einem Foto bereit war. Die anderen 35 Jugendlichen waren beim Deutschunterricht oder trauten sich nicht. Seit November leben die Jugendlichen, die ohne Elternteil die Flucht nach Deutschland gewagt haben, in der Geesthachter Jugendherberge. Wie lange noch, ist ungewiss. Der mit dem Kreis geschlossene Vertrag läuft zunächst für drei Jahre.

Betreut werden die jungen Leute vom Evangelischen Verein Soziale Dienste St. Salvatoris Geesthacht. Abdulazim kann ein kleines bisschen Deutsch, die wichtigsten Vokabeln. Seine Geschichte gleicht der vieler anderer Flüchtlinge. Er erzählt sie mit Hilfe des Sozialpädagogen Mirko Baldini, der zu den insgesamt 16 Voll- und Teilzeitkräften gehört, die die 36 Jugendlichen in Geesthacht unterstützen.

Abdulazims Schule in Afghanistan sei von den Taliban zerstört worden, seine Mutter habe das Haus verkauft, um ihren Jungen zu retten. Sie habe ihm 3000 Euro für die Flucht gegeben. Mit dem Schiff sei er in Griechenland gestrandet. Abulazim wollte nach Deutschland. Hier will er die Sprache gut lernen und dann einen Beruf lernen, am liebsten Friseur. Schöne Haare sind dem jungen Mann wichtig, er hat sich extra gestylt für das Foto. Der 17-Jährige ist seit zehn Monaten in Deutschland, hat zurzeit zweimal pro Woche Deutschunterricht. „Nicht viel“, sagt Christina Imholte vom Verein Soziale Dienste, „aber es gibt zu wenig Räume und zu wenig Lehrer“. Die Flüchtlinge aus Afghanistan, Syrien und dem Irak lernen entweder im Berufsbildungszentrum Geesthacht oder in der Buntenskampschule, einer Grundschule. Nach den Sommerferien werden sie in die Gemeinschaftsschule gehen, das sei altersgerechter. In der ehemaligen Jugendherberge bemüht man sich derweil um ihr Wohlergehen. Es gibt arabische Gerichte, Hausaufgabenhilfe, Sportangebote, leider keinen festen arabischen Dolmetscher, so dass die Kommunikation oft schwierig sei. Sechs Ehrenamtler unterstützen die Mitarbeiter des Kreises. Jeder Jugendliche hat einen Vormund.

Ob weitere minderjährige Flüchtlinge in den Kreis kommen, vermag auch Landrat Dr. Christoph Mager nicht zu sagen. Fest stehe nur, dass der Kreis laut Quote unterversorgt sei. Er müsste 150 minderjährige Flüchtlinge aufnehmen, bisher seien 80 angekommen. „Die Einrichtung hier ist die einzige Stelle im Kreis, wo Integrationsbemühungen gebündelt laufen“, sagte Mager. Er begrüße es, dass die Notebooks an den Verein gingen, um sie vorrangig für Bildungszwecke zu nutzen. Sie bleiben auch dessen Eigentum.

25 000 Chromebooks für Flüchtlingshilfe

Die Spende stammt von NetHope, einem Konsortium von 40 amerikanischen Organisationen, die humanitäre Hilfe leisten. Für das Projekt Reconnect wurden 25 000 Chromebooks für die Flüchtlingshilfe zur Verfügung gestellt. Sie sollen den Zugang zu Online-Bildungsangeboten und -Informationen bieten. Das Projekt wird von Google.Org., dem Arbeitersamariterbund und der Telekom unterstützt. Zehn Chromebooks gingen über den ASB-Kreisverband an die Flüchtlingsunterkunft in Geesthacht.

 Silke Geercken

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