Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Lauenburg Hoffnung für Warteraum am Bahnhof Büchen
Lokales Lauenburg Hoffnung für Warteraum am Bahnhof Büchen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
22:14 14.06.2018
Mehr als 3500 Ein- und Aussteiger nutzen täglich den Bahnhof Büchen. Der Kiosk und die Fahrgastinformation bieten neben dem Fahrstuhl am Büchener Bahnhof den einzigen Schutz vor Kälte. Allerdings ist der Kiosk abends nicht geöffnet und am Wochenende nur stark eingeschränkt. Quelle: Fotos: Marohn, Imago (1)
Büchen

„Der Wunsch nach einem Warteraum auf unserem Bahnhof wird von der Nah.sh sehr positiv gesehen“, sagte Markus Räth, Fraktionsvorsitzender der Aktiven Bürger Büchen und Vorsitzender des Bauausschusses.

Die Hoffnung auf einen Warteraum am Bahnhof Büchen bekommt neue Nahrung. Die landesweite Verkehrsgesellschaft Nah.sh hat auf offenbar auf politische Initiativen reagiert. Nun könnte alles ganz schnell gehen. Die Kommunalpolitiker versuchen, die Euphorie zu dämpfen.

Über das Thema soll während der nächsten Sitzung der so genannten Bahngruppe, einer nicht öffentlich tagenden offiziell nur informellen Runde, beraten werden. Dazu sollen auch zuständige Vertreter der Bahn eingeladen werden, sagte Räth.

Auch entsprechender Platz für einen solchen Raum wäre zwischen den beiden Gleisen im Bereich des Denkmals „Tor zur Freiheit“ vorhanden. Allerdings soll es nicht nur Verbesserungen der Wartesituation in diesem Bereich geben, sondern auch am Gleis nach Hamburg.

Die Forderungen nach Aufenthaltsmöglichkeiten auf einem der wichtigsten Eisenbahnknotenpunkte Schleswig-Holstein nach dem Abriss des Bahnhofsgebäudes aus der Nachkriegszeit sind nicht neu. Allerdings wurden sie in der Vergangenheit von den Verantwortlichen auf Landes- und Bahnseite nicht umgesetzt.

Neuen Schub erhielt die Diskussion Anfang März, als der frisch gewählte Grünen-Bundesvorsitzende und Kieler Umweltminister Robert Habeck öffentlich in der NDR-Talkshow „3 nach 9“ bei Giovanni di Lorenzo über die schlechten Wartebedingungen in Büchen herzog. „Ich war in Büchen im Nirvana mit zehn anderen Leuten gestrandet, weil der Zug nicht kam“, sagte der passionierte Bahnfahrer Habeck. Es sei „schweinekalt“ gewesen und man habe sich nirgendwo reinsetzen können. „Es gab keinen Kiosk, keinen Unterstand, kein Café, kein gar nichts.“ Man habe sich schon gemeinsam ein Taxi mieten wollen, nur um eine Stunde um den Block zu fahren. Aber auch das scheiterte irgendwie. Schließlich hätte man sich in den Fahrstuhl gezwängt, der „nach kaltem Rauch und anderen unleckeren Dingen“ gestunken habe.

In der Hauptwahlkampftzeit zur Kommunalwahl machten die Parteien die Situation zum Wahlkampfthema. Die SPD versprach, sich bei der Bahn für einen Warteraum einsetzen zu wollen. Die ABB holte unter anderem den Bundestagsabgeordneten Konstantin von Notz (Grüne) nach Büchen und überzeugte ihn, eine entsprechende Forderungsnote an das Land und die landeseigene Nah.sh zu unterschreiben. Letztlich sammelte die ABB auch tausende Unterschriften am Bahnhof.

„Wir freuen uns immer, wenn Menschen Interesse an der Bahn haben und in ihrer Region etwas bewegen wollen“, hatte ein Nah.sh-Sprecher nach einer Anfrage der LN bereits im April verlauten lassen und auf die „Bahnrunde“ als regelmäßig tagendes Gremium verwiesen. Das nun auf das ABB eingegangene Antwortschreiben scheint nun auch eine schriftliche Zusage zu sein, sich dieses Themas anzunehmen.

Robert Habeck und die kalte Stunde von Büchen

Anfang März sorgte Robert Habeck mit einer kleinen Anekdote aus Büchen in der NDR-Talkshow „3 nach 9“ für regionalen Wirbel.

Wenige Tage zuvor war er bei Eiseskälte mit anderen Reisenden aufgrund eines Zugausfalls auf dem Büchener Bahnhof gestrandet.

In der Mediathek ist der Beitrag unter https://bit.ly/2JFOt8H abzurufen. Habecks Äußerungen finden etwa ab der 10. Minute statt.

 Holger Marohn

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Anzeige