Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Lauenburg Hoffnung für windradfreien Naturpark
Lokales Lauenburg Hoffnung für windradfreien Naturpark
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:30 02.05.2016

Bei der Ausweisung möglicher Eignungsgebiete für Windkraftanlagen im Naturpark Lauenburgische Seen ist noch keine abschließende Entscheidung gefallen. Das Land prüfe weiter, die Naturparkflächen als weiches Tabukriterium zu definieren, heißt es aus Kiel. Eine solche Einstufung würde das Aus für die derzeit dort errechneten 23 möglichen Potenzialflächen bedeuten.

Man prüfe derzeit ein Dutzend weiterer Kriterien — eines davon seien Naturparke, heißt es aus Kiel. Ziel sei, durch die Einstufung einzelner Abwägungskriterien als so genannte weiche Tabukriterien gut zwei Prozent der Landesfläche als Windenergie-Eignungsflächen herauszufiltern. „Es gibt in Schleswig-Holstein kaum Flächen, die nicht über verschiedenste Kriterien in Konflikt mit Windkraft stehen“, heißt es aus der Landesplanung. Daher gehe es bei der Suche nach den Gebieten um eine Bewertung einzelner Kriterien.

Ursprünglich hatte das Land durch die Anwendung von elf harten Tabukriterien wie Siedlungen und Naturschutzgebieten und 30 weichen Tabukriterien wie Abständen zu Siedlungen oder Brutplätzen geschützter Großvögel 4871 Einzelflächen mit 7,8 Prozent der Landesfläche herausgesiebt. Diese Flächen werden nun Schritt für Schritt durch die Bewertung der einzelnen weichen Kriterien weiter gefiltert. Unter anderem durch den Ausschluss so genannter Kleinstflächen unter 15 Hektar ohne Anschluss an eine größere Fläche konnten fast 4000 Bereiche ausgeschlossen werden. Bis Mitte März hatte das Land die Potenzialfläche mehr als halbiert.

Die Potenzialflächen im Naturpark Lauenburgische Seen gehören weiterhin zu den 931 verbliebenen Gebieten. Zu den derzeit zur Anwendung zu bringenden und zu bewertenden Abwägungskriterien gehörten neben den charakteristischen Landschaftsräumen, möglichen Umzingelungswirkungen, dem Tourismus und der Flugsicherheits- und Militäreinrichtungen eben auch Landschaftsschutzgebiete und die sechs Naturparks im Land. „Ziel ist, die am besten geeigneten Vorranggebiete mit dem geringstmöglichen Schaden ausfindig zu machen“, heißt es aus Kiel.

Im Planungsraum Ost, zu dem neben dem Herzogtum Lauenburg auch Lübeck und Ostholstein gehören, spielten dabei auch die hohe Dichte an geschützten Großgreifvögeln und der hohe Flächenanteil der beiden Naturparks eine besondere Rolle. In den vergangenen Wochen seien mit allen Kreisverwaltungen Einzelgespräche geführt worden, um die regionale Kompetenz in der Fläche einfließen zu lassen, so ein Sprecher der Landesplanung. Mitte des Jahres will das Land dann eine mehrmonatige öffentliche Anhörung zu den Entwürfen der neuen Regionalpläne starten.

Nabu fordert Schutz des Naturparks

Eine Ausweisung als Landschaftsschutzgebiet oder als Biosphärenreservat verändere den jetzigen Zustand nicht, heißt es vom Nabu Mölln. Die Voraussetzungen seien vorhanden. Es gäbe auch für die Landwirtschaft keine Einschränkungen.

Der Kreis Herzogtum Lauenburg habe landesweit die höchste Brut- und Bestandsdichte von Kranichen, einer nach der Europäischen Vogelschutzrichtlinie streng geschützten Art, genauso wie Seeadler, Rotmilan, Schwarz- und Weißstorch.

Wenn auch für die Weißstörche die Abstandsempfehlungen zu den Brutplätzen übernommen werden, so sei es ein Skandal, den Kranich nicht zu berücksichtigen. Man hege wohl die Befürchtung, durch seine Häufigkeit und Verbreitung im Kreis nicht genügend Fläche ausweisen zu können.

Von Holger Marohn

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Familienereignis feierte zehnjähriges Jubiläum und begründet damit schon eine Tradition.

02.05.2016

Vom Salemer Kreisforst gespendet wurde der Ratzeburger Maibaum, der am Sonntag bei schönstem Sonnenschein vor dem Rathaus aufgestellt wurde.

02.05.2016

Multitalent Veronika Kranich, ehemaliges Ensemblemitglied des Altonaer Theaters, Sängerin, Autorin und Kunstinterpretin, präsentiert heute um 19.30 Uhr den Maler ...

02.05.2016
Anzeige