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Lauenburg Hohe Erwartungen an Wiegels: Was Möllns Politik jetzt fordert
Lokales Lauenburg Hohe Erwartungen an Wiegels: Was Möllns Politik jetzt fordert
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18:25 12.03.2016
Dieter Ruhland (FDP).

In der zweiten Amtszeit erwarten die Möllner Stadtvertreter einiges von Bürgermeister Jan Wiegels (SPD). Die Ansprüche seiner Unterstützer und Ablehner liegen aber nicht sehr weit auseinander. Die Innenstadtbelebung, das Vekehrskonzept, die Motivation der Verwaltung und die Umsetzung von Beschlüssen werden eingefordert.

Uwe Schlegel (SPD).

„Wir wünschen uns nach der erfolgreichen Wahl einen gestärkten Umgang mit den Parteien“, sagt Regina Hälsig. Eine konsequente Umsetzung des klimafreundlichen Verkehrskonzeptes für mehr Lebensqualität in der Innenstadt steht bei ihr ganz oben auf der Wunschliste. Innovative Ideen müssten schneller vorangetrieben werden. „Mit mehr Transparenz, einer aktiven Öffentlichkeitsarbeit und Mitnahme von Bürgern — gerade bei Bau- und Verkehrsprojekten“, so Hälsig. Wegen der Stadtgeschichte müsse offensiv gegen Rechtsextremismus vorgegangen werden.

Rosemarie Büttner von der FMW

freut sich darüber, dass die Arbeit von Wiegels für Mölln in den letzten Jahren durch ein klares Wahlergebnis honoriert wurde. „Ich wünsche mir, dass er wie bisher die Mitarbeiter motiviert, die durch die politischen Mehrheiten gefassten Beschlüsse zügig und mit hoher Qualtität umzusetzen.“ Vor allem müssten die Beschlüsse aus dem Integrierten Stadtentwicklungskonzept (ISEK) umgesetzt werden, ebenso wie das klimafreundliche Verkehrskonzept und die Sanierungsgebiete Innenstadt und Hafen. „Uns liegt die baldige Sanierung des Bahnhofsgebäudes am Herzen“, so Büttner.

Kritische Töne schlägt die CDU an, die mit der eigenen Bürgemeisterkandidatin Anja Reimann an Wiegels‘ Stuhl gesägt hatte. „Ich erwarte, dass der Bürgermeister unverzüglich seine Aufgaben erfüllt und die Beschlüsse der städtischen Gremien umsetzt“, erklärt der CDU-Fraktionsvorsitzende Horst Kühl. Etwa das Sporthallendach des Gymnasiums müsse endgültig repariert werden und die Gestaltung des Schulberges gemäß Beschluss ausgeführt werden. Wiegels müsse sich außerdem mehr dafür einsetzen, dass die Abschlüsse und Bilanzen der vergangenen Jahre erstellt und vorgelegt werden. „Die Verwaltungsstruktur muss so umgestellt werden, dass sie funktioniert. Leider ist dies immer noch eine Baustelle“, betont Kühl. Die seit Jahren anstehende und eskalierende Reinigungsleistung in städtischen Einrichtungen müsste endlich bearbeitet werden. Außerdem drängt Kühl darauf, dass die Diskussion um das Gutachten zur Einrichtung der „städtischen Wirtschaftsbetriebe“ abgeschlossen wird.

Dieter Ruhland, Fraktionsvorsitzender der FDP, ist mit der „Arbeit von Jan Wiegels zufrieden“. Priorität hat auch für den liberalen Stadtvertreter die Reinigungssituation am Schulberg. „Da muss es als erstes eine Lösung geben“, so Ruhland. Sehr wichtig sei auch die Fertigstellung des Schwimmbades. Auch Fortschritte bei der Belebung des ehemaligen Sportkarstadt und die Bereitstellung zugehöriger Parkplätze jenseits der Hauptstraße erwartet er.

„Ich erwarte weiterhin eine vertrauensvolle Zusammenarbeit“, erklärt Uwe Schlegel, SPD-Fraktionsvorsitzender. Inhaltlich wünscht er sich vor allem, dass die Verantwortlichkeiten in den öffenlichen Liegenschaften geklärt werden — auch was die Reinigungssituation betrifft. Ein weiterer Schwerpunkt für Schlegel: „Die Flüchtlingsunterbringung.“

Bürgermeister in Mölln im Zweiten Weltkrieg

Unsere Bildergalerie über die Möllner Bürgermeister im Laufe der Stadtgeschichte vor der Wahl rief diverse Anfragen von Lesern hervor. Vor allem eine Lücke zwischen 1939 und 1945 klaffte auf. Der Grund: Das Stadtarchiv hat laut Archivar Christian Lopau nur wenige Informationen über Mölln zu Zeiten des Nationalsozialismus — vor allem aber gibt es kein Foto des damals amtierenden Bürgemeisters. Von September 1939 bis Mai 1945, also genau in den Zeiten des Zweiten Weltkriegs, war Dr. Paul Schröder Möllner Bürgermeister. Er tauschte seinen Posten mit Dr. Gerd Wolf, der von Mölln aus nach Barnstedt wechselte. Schröder wohnte am Bauhof im Gebäude der alten Sparkasse. Er war Nationalsozialist und wurde gleich nach Kriegsende von den Besatzungsbehörden abgesetzt.

Der britische Stadtkommandant beauftragte daraufhin den als Dolmetscher tätigen Kapitän Gerhard Martin mit der Führung der Bürgermeistergeschäfte. Doch nur zwei Wochen später, es war immer noch Mai 1945, wurde Rudolf Marcellus Michelsen vom britischen Militärgouverneur als neuer Bürgermeister eingesetzt und nahm das Amt bis September 1946 wahr. fg

Von Florian Grombein

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