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Hohe Phosphat-Werte und Touristen belasten den Schaalsee

Salem Hohe Phosphat-Werte und Touristen belasten den Schaalsee

Der elfte Salemer Dialog befasste sich mit Gegebenheiten in der unmittelbaren Region: Wie vertragen sich die Interessen von Wirtschaft, Naturschutz und Tourismus?

Mehr als 60 Gäste nahmen teil am elften Salemer Dialog mit Moderatorin Gabriele Heise (rechts). Auf dem Podium saßen von links: Lothar Krebs, Hans Heinrich Stamer, Hannelore von Witzendorff, Sabine Reichle, Reinhard Schmidt-Moser, Hanke Lüdemann und Dieter Constabel.

Quelle: Thomas Biller

Salem. „Der Schaalsee hat nach ökologischen Kriterien keinen guten Zustand“, erläuterte Hanke Lüdemann, Leiter der Unteren Wasserbehörde des Kreises Herzogtum Lauenburg. „Nicht Badende verursachen die hohen Phosphat-Werte, sondern die landwirtschaftlichen Flächen mit dem Eintrag von Düngemitteln und die entmoorten Flächen“, erklärte Lüdemann weiter. „Die Touristen“, sagte er, „sind am wenigsten schuld“.

„Das Tourismus- management muss den Gästen zeigen, wie es einvernehm- lich geht!“ „Hans Heinrich Stamer, BUND

Hans Heinrich Stamer vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland, BUND, Landesverband Schleswig-Holstein, ergänzte: „Das Problem Stickstoff und Phosphate wird größer. Das anzugehen, wäre eine große gesellschaftliche Aufgabe“.

Dies entpuppte sich als zentrales Thema beim 11. Salemer Dialog am Sonntag im Gemeindehaus am Salemer See. Die öffentlichen und themenzentrierten Nachmittage in Salem finden nicht nur bei den Gästen aus der Region reges Interesse. Zum aktuellen Thema „Ich will Spaß“ — Wie vertragen sich Erholung und Naturschutz in unserer Region?“, war es den Organisatoren gelungen, Podiumsgäste nach Salem zu holen, die fachkundig und lebendig mit einander und dem Forum diskutieren konnten.

Salems Bürgermeister Herbert Schmidt interessierte zum Gesprächsauftakt, „Wie man den Spagat zwischen den Interessen der Erholungssuchenden und dem Naturschutz am besten schließen“ könne. Aus Kiel war Reinhard Schmidt-Moser, Referatsleiter beim Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume des Landes nach Salem gekommen. „Kollisionen kann es geben, muss es aber nicht“, sagte er. „Die Interessen schließen sich nicht aus, wenn man es intelligent macht“, so sein Appell.

Weitere Podiumsteilnehmer waren Sabine Reichle vom Zweckverband „Schaalsee-Landschaft“, Hannelore von Witzendorff, Betreiberin der Kutscher-Scheune auf Gut Groß Zecher, Lothar Krebs, Vorsitzender des Bundesverbandes Kanu und Betreiber des Schaalsee-Camps, und Dieter Constabel, Betriebsleiter des Wasserkraftwerkes in Farchau. Hans Heinrich Stamer kam immer wieder auf das Thema Tourismus zurück:

„Das Tourismusmanagement muss den Gästen zeigen, wie es einvernehmlich geht!“ Als Beispiele nannte er die Schaffung von Aussichtspunkten und eines Bewusstseins dafür, dass gekennzeichnete Pfade nicht verlassen werden dürften. Kontrovers diskutierten die Gäste untereinander und mit dem Podium, ob und wo ein Lückenschluss für einen Radweg zwischen Marienstedt und Zarrentin verlaufen sollte oder ob ein Fährbetrieb auf dem Schaalsee die wirtschaftlich und ökologisch sinnvollere Alternative sei.

Ebenso gegensätzlich wurde über Einsätze so genannter „Ranger“ auf der Westseite des Schaalsees diskutiert. Bisher sind sie nur im Biosphärenreservat im Osten aktiv. Stamer: „Ranger vermitteln Wissen, das die Menschen sonst nicht erreicht“. Einiges wäre mit einfachen Mitteln für den Naturschutz zu erreichen. „Entsprechende Beschilderungen sind relativ einfach umzusetzen“, sagte der Umwelt-Ingenieur. Und weiter: „Natur muss erlebbarer werden, Lärm ist eine erhebliche Einschränkung. Die Polizei sollte häufiger Motorräder kontrollieren, die offenbar nur für den Termin beim Tüv auf weniger Lärmemissionen umgerüstet werden!“

Dass Touristen Geld in die Region bringen und letztlich ein unverzichtbarer Wirtschaftsfaktor sind, sei für den Naturschutz kein Problem. „Aber“, so Stamer, „es gilt die Rücksichtnahme mit der Natur!“

Von Thomas Biller

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