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Lauenburg Holger Heitmann lässt die Menschen richtig ruhen
Lokales Lauenburg Holger Heitmann lässt die Menschen richtig ruhen
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21:19 27.03.2015
Holger Heitmann, Chef des Hahnheider Bettenhofs, füllt hier mittels einer Maschine ein Kissen mit frischen Gänsedaunen. Quelle: Fotos: Norbert Dreessen
Mühlenrade

Etwa ein Drittel seines Lebens verbringt der Mensch im Bett. Doch über diese insgesamt 25, 30 oder gar noch mehr Jahre macht er sich viel zu wenig Gedanken. Das findet jedenfalls Holger Heitmann, der in Mühlenrade als Chef des Hahnheider Bettenhofs amtiert und in Sachen Schlaf sogar ein Gesetz aufgestellt hat. Das ist zum Glück deutlich verständlicher formuliert als es Gesetze sonst so sind. Paragraph eins hängt in Heitmanns Geschäft aus und lautet: „Wer auf schlechten Matratzen und Lattenrosten schläft oder schlechte Matratzen und Lattenroste kauft, wird mit Rückenschmerzen bis zu Lebenslang bestraft.“

„Ich bin seit 35 Jahren im Bettengeschäft. Deshalb kann ich wirklich sagen, dass ich mich in diesem Metier auskenne“, betont Heitmann. Der größte Irrtum, so fügt der Experte gleich hinzu, sei der, dass es Allround-Matratzen gibt, die für alle und alles geeignet sind. In Wirklichkeit brauche jeder Mensch eine individuell auf ihn abgestimmte Kombination aus Lattenrost und Matratze. Das hänge unter anderem davon ab, wie groß und wie schwer man sei und ob man Bauch-, Seiten- oder Rückenschläfer sei. Er selbst schlafe viel auf dem Bauch, da benötige er eine Matratze, die im mittleren Bereich nicht zu weich sei.

Also lieber hart liegen? Nicht unbedingt! Eine zu harte Unterlage garantiere den meisten Menschen keinen erholsamen Schlaf, so Heitmann: „Wir führen allerdings auch Matratzen mit dem Härtegrad fünf.

Die kriegt man sonst fast nirgends, die sind für Leute geeignet, die 200 Kilo wiegen.“

Wer Heitmanns Laden in einem ehemaligen Bauernhof betritt, bekommt hier Matratzen, Lattenroste, Decken und Kissen jeder Art. Er bekommt aber vor allem eine gründliche Beratung. „Ich sehe den Kunden an und weiß, was für ihn richtig ist. Er kann natürlich auch etwas anderes kaufen, aber ich sage ihm dann, dass er damit wohl nicht glücklich wird“, erläutert der Chef.

Um die 40 verschiedenen Matratzen hat Heitmann ständig in seiner Verkaufshalle vorrätig, und jeder Interessent darf gern mal probeliegen — wie bei den zwei Paaren im berühmten Loriot-Sketch. Dabei ist der Kauf von Matratze und Lattenrost eigentlich nicht lustig, sondern eine ernste Sache. Rückenprobleme sind nämlich für viele Menschen eine höchst schmerzhafte Einschränkung ihrer Lebensqualität, und wer sich falsch bettet, der bekommt eben solche Probleme. Das lässt sich schon in Hans Christian Andersens Märchen „Die Prinzessin auf der Erbse“ nachlesen.

Kopfkissen und Bettdecken sind zwei weitere Punkte, die vielen Menschen egal sind — bis sie dann mal so richtig kuschelige und für sie genau passende Exemplare gefunden haben. In denen sollte man im Winter nicht frieren, im Sommer nicht schwitzen und sich überhaupt rundum wohlfühlen. Der 56-jährige Betten-Fachmann schwört als Füllung auf Gänsedaunen verschiedener Größe und Schwere und kann auch da für jeden Kunden eine ganz persönliche Mischung zusammenstellen. Die wird dann in den Kissenbezug oder in die Decke geblasen. Die Daunen stammen nach Heitmanns Worten „ausschließlich von Gänsen, die ein glückliches Leben hatten“. Die Lieferanten müssen ihm zum Beispiel garantieren, dass die Vögel mindestens einmal am Tag auf dem Wasser waren — für Gänse eigentlich unverzichtbar.

Dass er seine Ware in einem kleinen Dorf und in einem Bauernhaus verkauft, sieht Holger Heitmann als Vorteil an: „Die Miete ist vergleichsweise niedrig, den Vorteil kann ich an meine Kunden weitergeben.“ Bei ihm finde man „so manches Schnäppchen“, andererseits lehnt er die Werbemethoden mancher Matratzen-Discounter ab: „Die schreiben irgendwelche Mondpreise auf die Schilder und geben dann 80 Prozent Rabatt. Das ist doch nicht seriös, denn zu verschenken haben die auch nichts.“

Matratzen-Lexikon
Federkernmatratzen führt Holger Heitmann in seinem Hahnheider Bettenhof fast gar nicht mehr. „Die kommen gleich nach dem Strohsack“, sagt er dazu. Er setzt auf Matratzen aus Kaltschaum.
Die hätten eine sehr gute Anpassungsfähigkeit an die Körperkonturen und an die jeweiligen Lattenroste, eine längere Lebensdauer und eine weit bessere Wärmeisolation als Federkernmatratzen.



„Nichts hält ewig“, erklärt der Betten-Fachmann aus Mühlenrade. Er empfiehlt, Matratzen nach etwa acht Jahren auszuwechseln. Gleichzeitig sollte nach seinen Worten auch der jeweilige Lattenrost mit erneuert werden: „Der sieht dann zwar vielfach noch aus wie neu, aber er verliert im Laufe der Zeit einfach an Spannkraft. Die Folge ist, dass die Matratze durchhängt, und das ist für den Rücken gar nicht gesund.“
Steckbrief
Firmenname: Hahnheider Bettenhof
Adresse: Dorfstraße 15, 21493 Mühlenrade, Telefon 04159/819109
Gegründet: 1997
Mitarbeiter: zwei
Auszubildende: keine
• Internet:
www.bettenunion.de/bett-hahnheider-bettenhof-in-muehlenrade.

nd Norbert Dreessen

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