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Lauenburg Hoteliers: Wir setzen auf gute Nachbarschaft zu Flüchtlingen
Lokales Lauenburg Hoteliers: Wir setzen auf gute Nachbarschaft zu Flüchtlingen
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09:56 12.01.2016
Heike und Ingo Dackermann vor ihrem Garni-Hotel in Schwarzenbek. Hier sind Gäste willkommen. Das kleine Frühstückshotel grenzt direkt an die „Sachsenwald-Apartments“ (das weiße Haus rechts), in die demnächst Flüchtlingsfamilien einziehen werden. Quelle: Silke Geercken

Nein, das Hotel Bed & Breakfast in Schwarzenbek ist definitiv nicht geschlossen. Zurzeit ist es zu zwei Dritteln belegt. Irritationen gab es durch den LN-Bericht über das benachbarte Haus „Sachsenwald-Apartments“, das die Stadt zwecks Unterbringung von Flüchtlingen angemietet hat.

„Wir haben schon einen Schreck gekriegt, als wir in den vergangenen Tagen wiederholt angesprochen wurden, warum unser Hotel denn dicht mache“, schildert Ingo Dackermann die Reaktionen über den Bericht in unserer Zeitung.. Der studierte Betriebswirt und Inhaber einer Gebäudereinigungsfirma in Schwarzenbek hatte das kleine Hotel an der Lauenburger Straße vor fünf Jahren von der Duvenstedter Immobilien- und Beteiligungsgesellschaft gepachtet. „Meine Frau und ich hatten schon immer mit einem Hotel Garni geliebäugelt. Nachdem das Hotel damals fast zwei Jahre leer gestanden hatte, weil der Vorgänger aus Hamburg es schließen musste, haben wir den Entschluss der Übernahme bei einem langem Waldspaziergang gefasst“, sagt Dackermann. Nach geringfügigen Renovierungen konnte es im Sommer 2011 los gehen. Das moderne Haus, Jahrgang 1999, bietet zehn großzügige schöne Zimmer, die stets gut ausgelastet seien. Gerade wurden Betten und Matratzen erneuert. „Wir haben Geschäftsleute von Fette oder Hauni, viele Handelsvertreter, aber auch private Radgruppen oder Durchreisende. Durch die gute Zuganbindung kommen auch Leute, die Hamburg kennen lernen, aber nicht so teuer übernachten wollen“

sagt Heike Dackermann, die für Rezeption und Frühstück zuständig ist, fast täglich nach dem Rechten schaut und Ansprechpartner für die Gäste ist. Da der Einlass über einen Schlüsselcode erfolgt, können die Gäste auch nachts allein einchecken.

Der Laden läuft also. Umso größer war wohl der Schreck, plötzlich auf eine eventuelle Schließung angesprochen zu werden. Das Ehepaar Dackermann, das mit seinen Söhnen seit Jahrzehnten in Schwarzenbek lebt und den beruflichen Schwerpunkt in der Gebäudereinigiungsfirma mit rund 25 Mitarbeitern (Teil- und Vollzeit) hat, sieht der Nachbarschaft zu den angekündigten Flüchtlingen gelassen entgegen.

„Die Bürgermeisterin hat uns versichert, dass vor allem Familien dort einziehen werden. Da setzen wir auf eine gute Nachbarschaft“, so Ingo Dackermann. Bei einer reinen Männerbelegung hätte das Paar doch Sorge um die Ruhe der Gäste gehabt. Die beiden Häuser grenzen direkt aneinander.

Hotel Bed & Breakfast, Schwarzenbek, Telefon 04151/899010. Übernachtung/Frühstück ab 40 Euro.

„Die Bürger- meisterin hat uns versichert, dass dort Familien einziehen.“
Ingo Dackermann, Pächter

Silke Geercken

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