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Lauenburg Hotelprojekt: Anwohner sind besorgt
Lokales Lauenburg Hotelprojekt: Anwohner sind besorgt
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21:10 29.06.2017
Einwohnerinfo zu Sparkassen-Umzug und Hotelneubau. Auf dem Podium unter anderem (von links) Projektentwickler Melanie Morgenthaler und Thorsten Schütte, Investor Gert Prantner und Bürgermeister Rainer Voß. Quelle: Fotos: Biller
Ratzeburg

Doch das tatsächliche Interesse war nur mäßig. Fast die Hälfte der Sitzplätze blieb leer, insgesamt zählten die Veranstalter 58 Besucher.

Mäßiges Interesse an der Einwohnerinformation zum Neubau am Ratzeburger Markt.

Die Verwaltung der Kreissparkasse (KSK) zieht von Ratzeburg nach Mölln, das Gebäude am Markt soll abgerissen werden und dort ein Hotelneubau entstehen (LN berichteten ausführlich). Für die Kreisstadt würde dies für rund 24 Monate eine Großbaustelle bedeuten. Stadt, Investor und Planer haben sich auf die Fahnen geschrieben, alle Betroffenen und die Öffentlichkeit früh zu informieren und zu beteiligen.

Nach einem Gespräch in der vergangenen Woche mit Vertretern der Ratzeburger Wirtschaft folgte nun am Mittwochabend die erste Einwohnerinformation. Unter den Besuchern der fast zweistündigen Veranstaltung waren auch die Fraktionsvorsitzenden in der Stadtvertretung – mit Ausnahme der Grünen und der FRW – sowie einige auswärtige Interessierte. Nachdem der Stand der noch offenen Planung („Wir können ihnen leider noch nichts zeigen“, so Projektentwickler Thorsten Schütte aus Hamburg) noch einmal vorgestellt wurde, hatten die Gäste Gelegenheit, Fragen zu stellen.

Heike Henning ist direkte Anliegerin des heutigen KSK-Gebäudes und sorgt sich für die Bauzeit um die Lebensqualität für ihre Mieter und sich selbst. „Mein Haus wird Schaden nehmen, wenn es überhaupt bewohnbar bleibt“, sagte Henning. Sie stellte den Antrag auf eine Beweissicherung mit Begleitung durch einen Statiker und forderte dafür eine schriftliche Zusage. Thorsten Schütte sicherte das umgehend zu: „Das machen wir schon aus Eigenschutz“. Timo Sievert wohnt mit Frau und drei Kindern im selben Haus und sorgt sich um die Gesundheit während der Bauzeit wegen der Lärm- und Staubbelastung. „Was passiert mit uns Anwohnern? Werden alte und kranke Nachbarn umgesiedelt?“, lauteten seine Fragen.

Die Geschäftsführer der Planungsgesellschaft versicherten, dass alle gesetzlichen Normen eingehalten und überwacht werden, und boten wiederholt das persönliche Gespräch und einen Besuch vorab an, um die örtlichen Gegebenheiten in der Bauplanung berücksichtigen zu können. Der Sorge von Heike Henning, dass Mieter sich zu einem Auszug entschließen könnten, hielt Investor Gert Prantner entgegen, dass leere Wohnungen in der Nachbarschaft des geplanten Hotels der Betreibergesellschaft angeboten werden sollten. Diese sucht nahe gelegenen Wohnraum für ihre Führungskräfte. Dafür gab es im Saal Applaus. Michael Ziethen interessierte, ob sichergestellt sei, dass es nicht in einigen Jahren zu einer (Teil-) Umwidmung von Hotelzimmern zu Eigentumswohnungen kommen könne.

Prantner erläuterte dazu ausführlich, dass ein wirtschaftlicher Hotelbetrieb dauerhaft nur mit der heute geplanten Bettenzahl von rund 110 Stück möglich sei. Auf Nachfrage der LN, ob seine Frage befriedigend beantwortet sei, sagte Ziethen: „Ich habe keine direkte Antwort bekommen“. Bürgermeister Rainer Voß versprach zum Ende der Veranstaltung: „Wir halten Sie auf dem Laufenden“.

 Thomas Biller

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