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Hundebusch: Arsen, Blei, Lärm und jede Menge offene Fragen

Ratzeburg Hundebusch: Arsen, Blei, Lärm und jede Menge offene Fragen

Kreisbetriebsausschuss stellt Entscheidung über Zukunft der Tontaubenanlage zurück – Sorgen um Kontamination des Bodens.

Ratzeburg. Die Zukunft der Tontaubenschießanlage im Hundebusch bleibt ungewiss. Der Betriebsausschuss des Kreises konnte sich nicht zu einer Entscheidung durchringen.

 

LN-Bild

„Ein Erholen ist für meine Gäste bei dem Lärm sonnabends nicht möglich.“ Nikolai Rabels, Dorotheenhof

Quelle:
LN-Bild

„Das nobel- ste Vereins- interesse ist kein Freibrief für Nichtein- haltung.“ Professor Dr. Ralf Röger, CDU

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„Der Verein ist sportlich sehr erfolgreich. Wir wollen ihn erhalten.“Thomas Kuehn, FDP

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„Ein Erholen ist für meine Gäste bei dem Lärm sonnabends nicht möglich.“ Nikolai Rabels, Dorotheenhof

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„Das nobel- ste Vereins- interesse ist kein Freibrief für Nichtein- haltung.“ Professor Dr. Ralf Röger, CDU

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„Der Verein ist sportlich sehr erfolgreich. Wir wollen ihn erhalten.“Thomas Kuehn, FDP

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Sorgen bereiten vor allem der Lärm und die Kontamination des Bodens mit Blei und Arsen. Auch von Anwohnern kommen Beschwerden.

„Wir dürfen die Probleme nicht ignorieren“, warnte Ausschussmitglied Kornelia Mrowitzky (Grüne). „Wir wissen nichts darüber, wie sich das Blei auf das dort angebaute Getreide auswirkt.“ Seit 43 Jahren schießt der WTC Hundebusch, eine Unterabteilung des Jagd- und Schießsportclubs Ratzeburg, auf der Anlage am Hundebusch – anfangs aufgrund Absprachen zwischen dem damaligen BGS-Kommandeur und dem JSC Vorsitzenden. Im vergangenen Jahr schließlich kauften die Kreisforsten die Fläche von der Bundespolizei. Laut Unterlagen mit dem Ziel, diese einfacher schließen zu können.

Und über den Sinn dieses Ziels wurde nun im kontrovers und widersprüchlich gestritten. So kritisierte CDU-Ausschussmitglied Ingo Westphal die Kaufumstände. „Wir als Fraktion finden es unglücklich, dass der Ankauf komplett am Ausschuss und am Kreistag vorbeigegangen ist“, sagte Westphal. Nach den LN vorliegenden Unterlagen hat der Ausschuss jedoch einst einstimmig dem Kauf zugestimmt – und Westphal gehört dem Gremium seit 2006 an.

Bärbel Kersten (SPD) warnte vor möglichen Kosten für den Kreis. „Wir haben die Altlast mitgekauft und sind jetzt dafür verantwortlich“, sagte Kersten. So sind die über Jahrzehnte verwendeten Tontauben arsenhaltig gewesen. Zumindest das Blei stellt für Karl Bartels (CDU) jedoch kein Problem dar: „Blei ist ein Element, das im Boden vorkommt und wird dem Boden zurückgeführt. Ich sehe da das Problem nicht“, sagte Bartels. Auch um den Lärm gibt es Streit. So verwies Vereinsvertreter Rolf-Herbert Leppin darauf, dass Lärm zwar weiterhin da, aber erträglich sei. Selbst der Besitzer des benachbarten Dorotheenhofes habe gesagt, dass der Lärm „jetzt erträglich“ sei. „Das hat er mir wortwörtlich so gesagt“, sagte Rolf-Herbert Leppin. Diesen Aussagen widerspricht Nikolai Rabels vom Dorotheenhof gegenüber den LN: „An dem Lärm hat sich für mich als Anwohner nicht geändert.“ Ein Erholen sei für seine Gäste bei dem Lärm kaum möglich.

Thomas Kuehn (FDP) verwies auf die sportlichen Erfolge des Vereins. So könne es sein, dass Vereinsmitglieder sogar 2020 in Tokio bei Olympia am Start sein könnten. Allerdings hängt das nur bedingt von der Anlage im Hundebusch ab. So ist der Juniorenmeister und aussichtsreiche Kandidat für die Olympischen Spiele Vincent Haaga aus dem ostholsteinischen Heringsdorf zwar offiziell Mitglied des WTC Hundebusch, trainiert aber vorrangig auf der heimischen Anlage in Kasseedorf und mit der Sportförderkompanie der Bundeswehr in Suhl.

CDU-Vertreter Ralf Röger mahnte: „Das nobelste Vereinsinteresse ist kein Freibrief für die Nichteinhaltung gängiger Standards.“ Kritik an fehlenden Standards hatte es gutachterlich bereits 2004 gegeben. Die Grünen-Fraktion sieht daher Landrat Christoph Mager in der Pflicht: „Das Problem der Kontamination ist eigentlich nur ausgesessen worden. Wir sind zuversichtlich, dass der neue Landrat jetzt eine andere Vorgehensweise als sein Vorgänger einschlägt.“

 Holger Marohn

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