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„Ich kann nur noch weinen und beten: Bitte helfen Sie“

Hilfe aus dem Lauenburgischen: Philippinin sammelt Geld, Möllnerin Pakete und Ratzeburger hilft vor Ort „Ich kann nur noch weinen und beten: Bitte helfen Sie“

Philippinin Angelica Roca-Behrens aus Lauenburg bittet Deutsche um Hilfe für ihre Heimat und stößt in der flutgeplagten Elbestadt auf viel Verständnis.

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Angelica Roca-Behrens aus Lauenburg bittet um Spenden für ihre Landsleute.

Quelle: Geercken

Mölln. Angelica Roca-Behrens kann kaum sprechen. Die Philippinin, die jetzt in Lauenburg zu Hause ist, sitzt im Büro des Bürgermeisters und weint. Das Unglück, das der Taifun Hayian in ihrer Heimat angerichtet hat, lässt sie nicht mehr schlafen. In ihrer Verzweiflung hat sich die 35-Jährige an Bürgermeister Andreas Thiede gewandt. Sie fleht um Spenden, damit ihre Familie und Nachbarn Wasser und Medikamente kaufen können. Bei Bürgermeister Thiede, der aus eigenen Erfahrungen mit dem Juni- Hochwasser der Elbe die verheerenden Folgen und die Not der Betroffenen noch deutlich vor Augen hat, stieß die junge Frau, Mutter von drei kleinen Kindern, auf Mitgefühl. Thiede bat die Lübecker Nachrichten um Unterstützung, die Geschichte von Angelica zu transportieren.

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Andreas Timmermann, Ortsbeauftragter der Ratzeburger THW-Einheit, hat Andreas Häcker (re.) nach Berlin zum Flughafen gefahren.

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Angelica Roca-Behrens kommt aus Palo (Provinz Leyte), einer kleinen Gemeinde etwa fünf Kilometer von San Joaquin entfernt, im südlichen Teil der Philippinen gelegen. 2008 ist die junge Frau mit zwei Kindern nach Deutschland gekommen, hat hier geheiratet, inzwischen noch ein Kind bekommen. In ihrer Heimat hatte sie in einer Tabakfabrik gearbeitet, dort ihren künftigen Mann aus Lauenburg kennen gelernt. Bis vor wenigen Tagen war alles gut. Erst in diesem Jahr hatte Angelica ihre Eltern, Schwester und Cousinen wiedergesehen, bei einem Urlaub auf den Philippinen. Die Eltern wohnen nur wenige hundert Meter vom Strand entfernt. „Jetzt ist ungewiss, ob ich meine Familie je wiedersehen werde. Ich kann nicht mehr schlafen, nur noch weinen und beten. Die Bilder aus dem Fernsehen gehen mir nicht mehr aus dem Kopf.“ Angelica Roca-Behrens hat übers Handy und per Facebook Kontakt zu ihrer Schwester in Palo. Von ihr weiß sie, dass keiner ihrer nahen Verwandten zu den 78 Toten ihres Heimatdorfes gehört. „Sie leben, aber ihr Haus ist zerstört. Sie schlafen auf der Straße, und es gibt kein Wasser. Das muss auf der Nachbarinsel Cibo teuer gekauft werden. Um jeden Kanister Wasser wird gekämpft“, berichtet die 35-Jährige. Und wieder kommen ihr die Tränen — weil ihr die Eltern so leid tun, die nun in Trümmern leben — und weil sie nicht helfen kann. Sie müsse aber irgendetwas tun, deshalb sei ihr die Idee zum Spendenaufruf gekommen. „Die Menschen brauchen doch Wasser und etwas zu essen „They need my help“, sagt Angelica, die auch nach fünfjährigem Aufenthalt in Deutschland noch immer bevorzugt Englisch spricht. Sie kann es nicht fassen, dass ihre Heimat nur noch ein Bild der Verwüstung ist, ganze Dörfer überschwemmt, viele Straßen unpassierbar sind. „Mein Schwager hat für die fünf Kilometer von San Joaquin sieben Stunden zu Fuß ins unser Dorf benötigt“, sagt Angelica und wieder steigen die Tränen auf.

Ein kleines Häufchen Unglück sitzt da Bürgermeister Thiede gegenüber. Und der versucht, der kleinen Frau Mut zu machen, verweist auf die angelaufenen Aktionen der großen Hilfsorganisationen. Doch die Ohnmacht und die schwere Aufgabe dieser Helfer wird an einigen Zahlen deutlich: Allein in der Provinz Leyte gibt es bisher 10 000 Tote, insgesamt sind auf den Philippinen 9,5 Millionen Menschen betroffen, 620 000 sind obdachlos.

Spendenkonten: Raiffeisenbank Lauenburg, Kennwort „Spende für San Joaquin, Leyte“, Konto 115 50 20, BLZ 23 06 31 29 oder Deutsches Rotes Kreuz, Kennwort Wirbelsturm, Konto 41 41 41, Bank für Sozialwirtschaft Köln, BLZ 37 02 05 00.

„Blauer Engel“ aus Ratzeburg hilft auf den Philippinen
Seinen Geburtstag wird er wieder einmal in einem von einer Naturkatastrophe heimgesuchten Land erleben. Bereits zum fünften Mal geht es für den noch 51-jährigen Andreas Häcker vom Ortsverband Ratzeburg des Technischen Hilfswerks zum Helfen ins Ausland. Diesmal auf die von einem Taifun zerstörte Inselwelt der Philippinen.

Andreas Timmermann, Ortsbeauftragter der Ratzeburger THW-Einheit, hat Häcker gestern morgen nach Berlin zum Flughafen gefahren. Andreas Häcker fliegt mit einer Frachtmaschine zusammen mit Hilfsgütern in das 10 000 Kilometer entfernte Land. Sein Einsatz ist zunächst für vier Wochen angesetzt. Am Dienstagabend war der Trinkwasseraufbereitungsexperte von seinen Ratzeburger Kameraden verabschiedet worden.

„Afrika, zweimal Haiti und zuletzt Jordanien waren die bisherigen Länder, in die mich das THW im Auftrag des Auswärtigen Amtes der Bundesrepublik Deutschland geschickt hat“, berichtete der bei den Stadtwerken Lübeck angestellte und im Wasserwerk Disnack arbeitende Häcker. „Der Not leidenden Bevölkerung Hilfe und vor allem sauberes Wasser zu bringen ist meine Aufgabe“, sagte der ehrenamtliche Spezialist weiter.

Der stille und zurückhaltende Helfer in blau gehört zur Schnell- Einsatz-Einheit Wasser Ausland (Seewa). „Die zwei Aufbereitungsanlagen des THW können bis zu 36 000 Menschen täglich mit frischem Wasser versorgen“, erklärte THW-Zugführer Ulrich Finke.

Möllnerin sammelt „Pakete der Hoffnung“
Während die Geschenkaktion „Weihnachten im Schuhkarton“ auf Hochtouren läuft, hat der Träger der Aktion — das christliche Hilfswerk „Geschenke der Hoffnung“ — parallel Hilfsmaßnahmen für die Menschen auf den Philippinen eingeleitet. Gemeinsam mit dem international erfahrenen Partner Samaritan‘s Purse wurde ein Katastrophenteam entsandt, das aus 18 Spezialisten für humanitäre Hilfe, Wasserversorgung und Ernährung besteht. Sie arbeiten mit Partnern vor Ort zusammen, um gemeinsam erste Soforthilfemaßnahmen zu leisten.

Die Möllner Sammelstellenleiterin Erika Schäfer ruft dazu auf, den Einsatz zu unterstützen: „Geschenke der Hoffnung hat durch sein internationales Netzwerk in der Vergangenheit bewiesen, dass es schnell und kompetent Hilfe leisten kann. Deshalb kann ich jeden nur ermutigen: Packen Sie mit bei ,Weihnachten im Schuhkarton' und schnüren Sie darüber hinaus ein Paket der Hoffnung für die Menschen auf den Philippinen.“ Abgabeschluss ist Freitag, 15. November. Bis dann nimmt Erika Schäfer, Mecklenburger Straße 29 in Mölln, einen mit Geschenken gefüllten Schuhkarton zusammen mit einer empfohlenen Spende von sechs Euro an.

Wer die Opfer auf den Philippinen unterstützen will, kann zusätzlich online über www.geschenke-der-hoffnung.org spenden oder auf das Konto 104 102, BLZ 100 100 10 (Postbank Berlin), Stichwort: 700 555/ Taifun überweisen.

Silke Geercken

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