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Lauenburg „Ich will den Wehren als kompetenter Berater zur Seite stehen“
Lokales Lauenburg „Ich will den Wehren als kompetenter Berater zur Seite stehen“
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02:14 20.10.2016

Was ist die wichtigste Aufgabe des Kreiswehrführers in den kommenden sechs Jahren?

Sven Stonies: Neben den gesetzlich übertragenen Aufgaben sehe ich es als eine der wichtigsten Aufgaben an, den Wehren bei den immer umfangreicher werdenden Verwaltungsaufgaben – zurzeit sind die Mustersatzungen und Kameradschaftskassen die Schwerpunkte seitens des Kreisfeuerwehrverbandes – mit fundiertem Verwaltungsfachwissen als kompetenter Berater zur Seite zu stehen. Dies sehe ich als förderlich, wenn nicht sogar als unerlässlich an. Ebenfalls sehe ich den Kreiswehrführer auch als Bindeglied der Feuerwehren, des Kreises und gegenüber dem Land, um die Interessen und Belange unserer Feuerwehren zu vertreten und einzubringen. Im Falle einer Wahl, würde ich die Arbeit der Feuerwehren zukunftsorientiert und innovativ fördern und mitgestalten.

Ist es ein Nachteil, neu ins Amt des Kreiswehrführers einzusteigen?

Stonies: Nein, das sehe ich nicht als Nachteil. Ich bin überzeugt davon, dass dies für mich jetzt der richtige Zeitpunkt ist. In meiner Funktion als Gemeindewehrführer und insbesondere durch mein mehrjähriges Mitwirken in vielen Bereichen des Kreisfeuerwehrverbandes konnte und durfte ich zum Wohle unserer Feuerwehren tätig sein. Meine in dieser Zeit gesammelten Erfahrungswerte, sowie das von mir bis heute angeeignete Wissen – auch beruflicherseits – würde ich für diese führende Funktion gerne nutzen und mit einbringen.

Dennoch würde ich aber die obligatorischen ersten 100 Tage einer möglichen Amtszeit nutzen, um mich in dem neuen Amt einzufinden. Zudem hat mir der Bürgermeister der Stadt Mölln, mein Arbeitgeber, seine volle Unterstützung zugesichert. Das gilt besonders für die nötige Freistellung vom Dienst.

Warum gibt es so wenig Ausländer in den Feuerwehren?

Stonies: Wir arbeiten daran. Ein Beispiel: Im Rahmen einer Einbürgerungsveranstaltung des Kreises, die bewusst in der feuerwehrtechnischen Zentrale in Elmenhorst durchgeführt wurde, hat der Verband diese Gelegenheit genutzt, um gezielt Werbung für das Ehrenamt Feuerwehr zu machen. Die Feuerwehren tun gut daran, an diesem Thema durch Aufklärung über das System unserer Feuerwehren dran zu bleiben, um dieses Potenzial im Rahmen der Mitgliedergewinnung zu nutzen.

Brauchen wir mehr Kinderfeuerwehren?

Stonies: In meinen Augen ja. Wir müssen als Feuerwehr so früh es geht auf die Kinder zugehen. So werden die Kinder schon ab dem 6. Lebensjahr spielerisch an das Thema Feuerwehr herangeführt und das Interesse für die Jugendfeuerwehr geweckt. Auch andere Vereine versuchen, die Kinder in jungen Jahren an sich zu binden.

Wie kann man Kinder und Jugendliche an die Feuerwehr binden?

Stonies: Man muss die Kinder und Jugendlichen zusätzlich zur Feuerwehrausbildung mit individuellen Themen, die dem Zeitgeist entsprechen, fördern. Dieses steht und fällt mit dem dafür nötigen Personal in den Feuerwehren, das diese zeitintensive Arbeit zusätzlich investiert.

Stichwort Feuerwehrmusik: Es gibt immer weniger Musiker bei der Feuerwehr. Wie wollen Sie da gegensteuern?

Stonies: Der Trend zeigt uns derzeit, dass sich immer mehr Musikzüge zusammentun, da einige von unseren Musikzügen alleine nicht mehr spielfähig wären. Gerade im Bereich der Feuerwehrmusik ist eine gezielte Werbung sehr wichtig und unbedingt erforderlich, um Interessierte Neulinge oder gestandene Musiker für diese Sache zu gewinnen. Hierzu könnte man auch auf Jugendliche an Schulen aus den sogenannten „Bläserklassen“ zugehen, um Sie für die Feuerwehrmusik zu begeistern.

Interview: Jeb

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