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Lauenburg Im Biosphärenreservat trotzen Wildvögel noch der Geflügelpest
Lokales Lauenburg Im Biosphärenreservat trotzen Wildvögel noch der Geflügelpest
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21:16 25.11.2016

. Das Gebiet rings um den Schaalsee ist für seinen Vogelreichtum bekannt. Schwäne, Gänse, Enten. Und Kraniche, natürlich, die sind ja im Herbst immer ein Magnet, zu Hunderten strömen die Menschen zu den Beobachtungsposten, um die majestätischen Vögel zu beobachten, die zu Tausenden in der Abenddämmerung ihre Schlafplätze im seichten Wasser anfliegen.

Mathias Hippke, Sachgebietsleiter Forschung und Monitoring im Biosphärenreservatsamt. FOTO: HFR

Erster Seeadler verendet

Bei dem Seeadler und der Graugans, die vor Kurzem in den Gemeinden Seedorf beziehungsweise Tensfeld im Kreis Segeberg tot aufgefunden wurden, hat das Referenzlabor im Friedrich-Löffler-Institut (FLI) das hochpathogene Influenza-A-Virus der Subtypen H5N8 nachgewiesen. Weiterhin sei ein Wildvogel am

Belauer See im Kreis Plön positiv getestet worden.

Wunderschön ist das anzusehen, da schlagen nicht nur Ornithologenherzen höher. Und nun? Vogelgrippe. Die Geflügelhalter im Land sind alarmiert und haben Auflagen zu befolgen. Was aber ist mit den Wildvögeln?

„Bei uns hat es – zum Glück – noch keinen einzigen konkreten Fall gegeben“, sagt Mathias Hippke. Der Sachgebietsleiter Forschung und Monitoring im Biosphärenreservatsamt Schaalsee-Elbe kann aber selbstverständlich aus dem Effeff herbeten, was zu geschehen hat, wenn nun doch tote Tiere gefunden werden. „Unser Ansprechpartner wäre das zuständige Veterinäramt. Die Mitarbeiter dort verständigen die entsprechenden Ordnungsämter.“ Die wiederum schicken „entsprechend geschulte“ Mitarbeiter auf den Weg.

Toter Vogel: Das heißt im Moment mit Nachdruck, Finger weg. Die Mitarbeiter des Ordnungsamtes gehen ihrer Aufgabe mit Einmalanzug, Handschuhen und allem nach, was sonst noch zu umfassenden Hygiene- und Schutzmaßnahmen dazugehört.

Das Biosphärenreservat Schaalsee-Elbe hat nicht nur die Unesco-Anerkennung als Biosphärenreservat, sondern ist auch Europäisches Vogelschutzgebiet. 17033 Hektar umfasst die Gesamtfläche. Ein enormes Gebiet, auf dem Hippke und seine Kollegen damit beschäftigt sind, Brutplätze, Nahrungsflächen, Balzplätze und Schlafplätze gefährdeter Brutvogelarten zu erhalten und zu optimieren. Das gilt auch für sogenannte „wandernde oder umherstreifende Vogelarten“, die die Ranger ebenfalls betreuen.

So sind Mitarbeiter des Biosphärenreservatsamtes Schaalsee-Elbe von August bis April im Rahmen des internationalen Wasservogelmonitorings einmal pro Monat ein Wochenende unterwegs, um an ausgewählten Gewässern die Zugvögel zu zählen. Seit fast 50 Jahren werden diese Zählungen übrigens international durchgeführt. So können Bestandszahlen der Vögel geschätzt werden, und so werden auch Daten zu den Gebieten für rastende oder überwinternde Zugvögel gewonnen. Das ist ein biologischer und umwelttechnischer Schatz, um den nicht nur die Fachleute mit dem derzeit massiven Auftreten des anscheinend aggressiven Grippevirus’ H5N8 bangen.

„Man weiß nicht, woher das Virus kommt“, sagt Mathias Hippke. „Die Zugrichtung der Vögel ist von Nord nach Süd, grob Asien Richtung Australien. In der Vergangenheit wurde aber beobachtet, dass das Virus sich von Ost nach West ausbreitete.“ Immer wieder tippen Fachleute auf Handelswege, und, so Hippke: „Es gibt in der Literatur auch immer wieder Hinweise auf verunreinigtes Futter.“

Nachdem, wie berichtet, auch bei einer am Möllner Ziegelsee verendeten Möwe die Geflügelpest nachgewiesen wurde, sind Teile des Landkreises zum Sperrgebiet, andere zum Beobachtungsgebiet erklärt worden.

Wer sich genauer informieren möchte, was es mit der Geflügelpest und den entsprechenden Verordnungen im Landkreis auf sich hat: Auf der Homepage des Kreises (www.kreis-rz.de) finden sich unter dem Punkt „Bürgerservice“ unter dem Buchstaben V umfassende Artikel zum Thema Vogelgrippe.

Die Mitarbeiter des Biosphärenreservates sind auch alarmiert – „Die Ranger sind gehalten, auf tote Wildvögel zu achten“ –, aber noch herrscht Normalzustand. Alle Vöglein waren schon da, sind zum Teil schon längst weitergezogen – bei bester Gesundheit. Still ruht der Schaalsee, sozusagen.

Bürgertelefon: Unter der Rufnummer ☎ 04542/8228316 geben Mitarbeiter der Veterinärbehörde wochentags von 8 bis 16 Uhr Auskunft ergänzend zu vogelgrippe@kreis-rz.de

Dorothea Baumm

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