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Lauenburg Im Wald schwirrt es wie eine Nähmaschine
Lokales Lauenburg Im Wald schwirrt es wie eine Nähmaschine
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20:24 04.06.2016

Aus jedes Wesens Stimme dir ein lieber Gruß erklingt! Recht hatte er, der große Naturkenner, Journalist und Heimatdichter Hermann Löns, vorausgesetzt man kann die Stimme einem Wesen zuordnen. Viele Menschen genießen den Vogelgesang als Ganzes, als „Vogelgezwitscher“, das untrennbar mit dem Gefühl von Frühling verbunden ist.

Dabei hat mancher Akteur einen recht simplen Part im Orchester, den man sich leicht merken kann, zum Beispiel der Waldlaubsänger. Sein Lied bleibt auf einer Tonhöhe und die Tonfolge wird immer schneller, Accelerando sagt der Musiker, und endet in einem Schwirren: „z-z-z-zzzrrrrrrrrrrrrrrr“.

Das soll klingen wie eine anlaufende Nähmaschine, eine alte, mechanische natürlich. Dabei legt der kleine Kerl, der nur halb so viel wiegt wie ein Spatz, sich mächtig ins Zeug, bläht die Kehle und reißt den Schnabel weit auf.

Seltener gibt der kleine Waldlaubsänger seine zweite Strophe zum besten, ein flötendes „dü-dü-dü-dü-dü“ in leicht abfallender Tonhöhe. Kaum ein Vogel hat seinen Namen so zu Recht bekommen wie der Waldlaubsänger. Nur im hochstämmigen Buchenwald findet man den Vogel und er verbringt die ganze Zeit auf belaubten Zweigen der unteren Etagen, die er nach kleinen Insekten und Spinnen absucht, um sie zu verspeisen. Der Wald kann dabei frei von Unterholz sein, wenn er so licht ist, dass die Bäume auch unten einige belaubte Zweige zu bieten haben.

Wenn Sie in einem solchen Wald ein Schwirren im Accelerando hören, dann ist das ein Gruß des Waldlaubsängers.

Karsten Gärtner

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