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Lauenburg Im Westen Ratzeburgs „wächst“ eine Brücke über die Bahnlinie
Lokales Lauenburg Im Westen Ratzeburgs „wächst“ eine Brücke über die Bahnlinie
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22:15 31.08.2013
Zwischen Acker und Biogasanlage am Harmsdorfer Kreuz entsteht im Westen von Ratzeburg der neue Brückenbau. Zwischen Bauschutt, Holzbrettern und Baumaschinen blüht der Mohn und setzt einen Farbtupfer in die Sandwüste. Bald werden Autos über die Brücke rauschen. Quelle: Foto: Grombein

Das zweite große Brückenbauprojekt in Ratzeburg, die Eisenbahnquerung im Zuge der Vollendung des Harmsdorfer Kreuzes am westlichen Stadtrand, wächst zügig. Nachdem im Frühjahr die Stützpfeiler und Widerlager fertiggestellt worden waren, steht jetzt der Brückenüberbau im Fokus der Bauarbeiter. Bei laufendem Bahnbetrieb werden die Brückensegmente über der Bahnstrecke angefertigt. Damit sich Bautätigkeiten und Zugverkehr dabei nicht ins Gehege kommen, erfolgt die gesamte Fertigung rund 1,10 Meter über den Brückenpfeilern und Widerlagern. Der Brückenoberbau ist auf hydraulischen Pressen gelagert und wird erst nach Fertigstellung auf seine endgültige Position herabgelassen. Damit haben die Züge die benötigte Höhe für eine ungehinderte Durchfahrt unter der Baustelle.

Aktuell bereitet das Bauunternehmen Becker aus Meppen die Betonierung der Brückenfelder vor. Die Verschalungs- und Bewehrungsarbeiten wurden bereits weitgehend abgeschlossen. Ebenso wurden die Spannglieder, im Brückenkörper liegende Stahllitzen, eingebracht, mit der die Brückenelemente vorgespannt werden sollen.

Andre Weinberg vom Bauunternehmen Becker veranschaulicht das Vorspannen des Brückenträgers folgendermaßen: „Bei diesem Verfahren werden nach erfolgter Betonierung die seitlich heraushängenden Litzen mit einem Druck von mehreren hundert Bar auf Zug gebracht und damit der scheinbar starre Beton unmerklich in die Form eines Kleiderbügels gezogen. Dadurch erhöht sich die Festigkeit des Brückenträgers, und man kann den Oberbau wesentlich schlanker herstellen. Ohne die Vorspannung müssten die Brückenträger in einer Stärke von 1,50 Meter betoniert werden, anstatt der jetzt vorgesehenen 90 Zentimeter“, beschreibt er die komplexen Arbeitsschritte.

Bereits in der kommenden Woche können die Betonierungsarbeiten beginnen und nachfolgend die Vorspannung erfolgen. Das spektakuläre Absenken des Brückenoberbaus auf die Brückenpfeiler und Widerlager wird dann zentimeterweise über einem Zeitraum von mindestens fünf Tagen erfolgen.

Ist das Brückenbauwerk fertiggestellt, kann im Anschluss der Straßenbau und damit die Neugestaltung der westlichen Ortseinfahrt begonnen werden.

Ziel der Baumaßnahme ist es, die durch den beschränkten Bahnübergang am Ratzeburger Ortseingang verursachten Verkehrsbehinderungen auf der Bundesstraße 208 endgültig zu beseitigen. Die B 208 stellt als Verbindungsstraße zwischen dem Kreis Herzogtum Lauenburg im Westen und dem Landkreis Nordwestmecklenburg im Osten eine bedeutende West-Ost Achse im norddeutschen Raum dar und bindet mit dem Harmsdorfer Kreuz (B207 und B208) das Fernstraßennetz zu den Bundesautobahnen A20 im Norden und A24 im Süden an. Für den Bau zuständig ist der Landesbetrieb für Straßenbau- und Verkehr Schleswig-Holstein, Niederlassung Lübeck. Parallel zu dieser Maßnahme soll auch eine Anbindung des Ratzeburger Gewerbegebietes West an die B 208 erfolgen.

Kosten der Brücke
Als Baukosten für die Maßnahme werden rund 4,3 Millionen Euro veranschlagt, die sich der Bund und die Deutsche Bahn AG teilen müssen.


Die Stadt Ratzeburg trägt die Kosten für die erwähnte Anbindung an die Robert-Bosch-Straße in Höhe von 320 000 Euro.

LN

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