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Lauenburg Immer mehr freie Azubi-Plätze
Lokales Lauenburg Immer mehr freie Azubi-Plätze
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22:49 08.08.2018
Ausbildungsstart bei den Volks- und Raiffeisenbanken in den Kreisen Herzogtum Lauenburg, Stormarn, Lübeck und Ludwigslust-Parchim. Das sind die Neuen bei Raiffeisenbank eG, Lauenburg: Annalena Kröger, Emely Felsko, Carolin Quade. Raiffeisenbank eG, Bargteheide: Niklas Haak, Hussam Albahnasi. Raiffeisenbank eG, Ratzeburg: Johanna Babbe, Svea Lange. Volksbank Stormarn eG: Marc Hadeler, Alicia Hellwig, Gabriel Marchewka. Raiffeisenbank Südstormarn Mölln eG: Ronida Ibrahim, Carina Scheer, Mel Mrozinski, Johannes Pietsch, Ole Christoph Alpen. Raiffeisenbank eG Büchen/Crivitz/Hagenow/Plate: Lisa Hartkopf, Florian Winter. TEXT/FOTO: HFR
Ratzeburg

Der Trend ist eindeutig. Wer die Schule hinter sich hat, steht vor der Qual der Wahl bei Ausbildungsplätzen. Deren Zahl ist tendenziell auch im Lauenburgischen gestiegen. Allerdings haben es auch die ausbildenden Betriebe und Institutionen nicht einfach. Die Klagen über geringe Qualifikation und mangelnde Zuverlässigkeit sind lauter geworden. Und so ist die Stimmung bei einzelnen von den LN befragten Betrieben.

Im Lauenburgischen werden Auszubildende stark gesucht. Über 400 Plätze meldet die Arbeitsagentur zum Beginn des Ausbildungsjahres. Die Kreisverwaltung bietet sogar Ausbildung in Teilzeit. Allerdings klagen Arbeitgeber auch über Mängel bei Qualifikation und Engagement.

„Es wird immer schwieriger, die Azubiplätze zu besetzen. Michael Wulle

Geschäftsführer GEA Büchen

Erste Teilzeit-Azubistellen

Nicht nur warm, trocken und mit geregelten Arbeitszeiten versehen sind die 26 Ausbildungsstellen bei der Kreisverwaltung Herzogtum Lauenburg. Nur drei davon konnten im beginnenden Ausbildungsjahr noch nicht besetzt werden.

Teilzeit-Stellen für Bewerbende in Erziehungsphase ist ein Mittel beim Kreis, um Ausbildungsplätze besser an die Frau/den Mann zu bringen.

„Wir konnten dieses Jahr noch alle unsere Ausbildungsplätze besetzen“, freut sich Jennifer Müller, Ausbildungsleiterin im Lauenburgischen Werk der Firma Worlée. „Der Beruf des Chemikanten macht allerdings Probleme. Viele junge Leute können sich darunter wenig vorstellen, zudem fehlte es vielen Bewerbungen an der nötigen Qualifikation“, erzählt Müller weiter. Auf die zwei Ausbildungsstellen kamen insgesamt 30 Bewerbungen. Geeignete Bewerber zu finden werde zunehmend schwieriger. Häufig mangele es an grundlegenden Mathekenntnissen oder der Zuverlässigkeit. „Insgesamt sind wir mit der Situation bei den Auszubildenden noch zufrieden, aber wir merken eine Veränderung“, so Müller.

Bei GEA Tuchenhagen in Büchen zieht man eine ähnliche Bilanz für dieses Ausbildungsjahr. „Es wird immer schwieriger, die Ausbildungsplätze zu besetzen“, erzählt Michael Wulle, Geschäftsführer am Standort Büchen. Um dem aktuellen Trend entgegenzuwirken, sei GEA Tuchenhagen schon seit mehreren Jahren an Schulen und auf Messen präsent. Man werde das Ausbildungsangebot in Zukunft noch ein bisschen ausweiten.

Keinen passenden Bewerber hat der Holzspielzeughersteller Gollnest & Kiesel aus Güster für den Platz des Groß- und Außenhandelskaufmanns gefunden. „Obwohl wir viele Praktikanten haben, gestaltet sich die Suche nach geeigneten Auszubildenden zunehmend schwierig“, kann auch die Leiterin der Personalabteilung Imme Gollnest den aktuellen Trend bestätigen. Sie wünsche sich vor allem, dass die Bewerber bessere Wirtschafts- und Mathekenntnisse aus der Schule mitbringen. Auch den aktuellen Trend, dass viele Abiturienten sofort studieren wollen, sehe sie kritisch. „Eine Ausbildung braucht sich hinter dem Studium nicht zu verstecken.“

Beim ATR Landhandel in Ratzeburg ist man beim Thema Ausbildung insgesamt zufrieden. „Zum ersten August haben bei uns 17 junge Leute in sechs verschiedenen Berufen angefangen“, so die Leiterin der Personalentwicklung, Anja von Winterfeld. „Alle Auszubildenden haben sich intensiv mit den Berufsbildern befasst und sind jetzt voller Tatendrang, endlich loszulegen“, freut sich von Winterfeld. „Bei uns rotieren die Auszubildenden auch standortübergreifend durch die verschiedenen Abteilung. Das ist bei Bewerbern begehrt“, erklärt die Leiterin der Personalentwicklung.

Was die Unternehmen im Kreis beobachten, kann Bianca Ehlert, stellvertretende Pressesprecherin der Agentur für Arbeit Bad Oldesloe, nur bestätigen. „Im Juli waren noch 358 Jugendliche auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz und 406 offenen Ausbildungsstellen bei uns gemeldet“, berichtet Ehlert. Im Vergleich zu den Vorjahren sei die Zahl der Suchenden somit konstant, es gebe aber kontinuierlich immer mehr Ausbildungsplätze. „Am begehrtesten waren dieses Jahr die Berufe Verkäufer, Kaufmann und Kraftfahrzeugmechatroniker. Die meisten Stellen gab es im Einzelhandel, Fachverkauf Bäckerei und im Büromanagement“, so Ehlert weiter. Dr. Heike Grote-Seifert, Agentur Chefin in Bad Oldesloe, berichtet von Erhöhungen der Ausbildungsvergütungen, um Ausbildungsplätze attraktiver zu machen.

Und wie sieht’s im Handwerk aus? 311 Lehrverträge seien bislang eingegangen, berichtet Marion Fuchs von der der Kreishandwerkerschaft, knapp 40 mehr als im Vorjahr. Ihre Erfahrung: Die Umstellung von Schule auf Ausbildung sei für manche schwierig.

M. Wiemer und L. Schröder

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