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Immer weniger arbeitslose Jugendliche im Kreis

Ratzeburg Immer weniger arbeitslose Jugendliche im Kreis

Aber im bundesweiten Vergleich liegt der Kreis im hinteren Mittelfeld.

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Ratzeburg. Die Jugendarbeitslosigkeit hat im Lauenburgischen den geringsten Stand seit 2010 erreicht. Allerdings liegt sie weiterhin noch deutlich über dem Bundesschnitt.

 

LN-Bild

Gitta Neemann-Güntner.

Quelle: Foto: Fg

Die Quote der arbeitslosen Unter-25-Jährigen lag nach Angaben des statistischen Lansdesamtes im vergangenen Jahr bei 6,3 Prozent. Das sind 1,3 Prozent weniger als noch 2010. Damals waren noch 7,6 Prozent der jungen Menschen arbeitslos gemeldet gewesen. 2011 waren es 6,8 Prozent. Im Jahr darauf ebenfalls 6,8 Prozent. 2013 erfolgte wieder ein leichter Anstieg der Jahresquote auf 7,1 Prozent, gefolgt von 6,6 Prozent im Jahr 2014 und 6,5 Prozent 2015. Bezogen auf ganz Deutschland hat sich die Jugendarbeitslosigkeit in diesem Zeitraum in diesem Vergleich um 1,5 Prozentpunkte von 6,8 auf 5,3 Prozent verringert.

Im Vergleich mit anderen EU-Ländern bleiben in Deutschland wenig Jugendliche ohne Job. Im Jahr 2016 waren 5,3 Prozent der Jugendlichen unter 24 Jahre arbeitslos. Diese Quote hat das Statistische Bundesamt im Regionalatlas ausgewiesen, in dem die Lebensverhältnisse in der Republik verglichen werden. Damit blieb der bundesweite Wert exakt auf Vorjahresniveau. Der Kreis Herzogtum Lauenburg ist in diesem Vergleich aktuell mit einer Quote von 6,3 Prozent der Erwerbspersonen im Alter zwischen 15 und 24 Jahren vertreten, die im Jahresdurchschnitt arbeitslos gemeldet waren. In einer Bundesliga der Jugendlichen-Vollbeschäftigung erreichte zuletzt der bayerische Kreis Neumarkt in der Oberpfalz mit 1,5 Prozent den besten Wert und Spitzenplatz, Schlusslicht war der Kreis Uckermark (Brandenburg) mit der mehr als zehnfach höheren Quote von 16,3 Prozent. Der Kreis Herzogtum Lauenburg liegt in dieser Bundesliga auf Platz 276 von 402 ausgewerteten Städten und Kreisen.

Mit dem Start ins neue Ausbildungsjahr, werden alljährlich vor allem im Süden Deutschlands, die Rufe nach fehlenden Azubis laut. Bundesweit blieben laut der Bundesagentur für Arbeit allein im Jahr 2016 rund 43500 Lehrstellen unbesetzt – ein neuer Rekord und ein Anstieg gegenüber dem Vorjahr um 4,5 Prozent. Kaufmännische Berufe und Mechatroniker sind „in“ – Fleischer oder Klempner „out“. Handwerk und Industrie stecken mitten in der demografischen Zwickmühle: Sie brauchen Ersatz für ausscheidende Mitarbeiter, die in Rente gehen, doch vor allem kleine Betriebe haben im Wettbewerb um die Azubis oft das Nachsehen.

Das deutsche Ausbildungssystem an sich gilt als Erfolgsmodell. Darüber hinaus sorgen viele Auffangnetze für Schulabgänger ohne oder mit niedrigen Bildungsabschlüssen dafür, dass es in Deutschland schwer ist, im Alter von Anfang zwanzig arbeitslos zu sein. Die Bundesagentur für Arbeit packt Problembewerber in „Maßnahmen“, hält sie so aus Arbeitslosenstatistik raus.

Kreis-SPD fordert Jugendberufsagentur

Vorteil einer Jugendberufsagentur (JBA) ist es, dass lange Wege zu den einzelnen Beratungsstellen entfallen und Beratung und Hilfe aus einer Hand erfolgen, sagt die SPD.

Partner der JBA sind nach SPD-Ansicht neben der Kreisverwaltung daher die Beruflichen Schulen, Schulamt, Jugendhilfe, Agentur für Arbeit, Jobcenter und mögliche weitere Akteure. Das Ziel müsse sein: „Kein Kind geht verloren“.

Gitta Neemann-Güntner, sozial-und bildungspolitische Sprecherin der SPD-Kreistagsfraktion: „Die Vorteile einer Jugendberufsagentur sprechen für sich und wirken der Beschäftigungslosigkeit von jungen Menschen entgegen. Wünschen würde sich die SPD auch ein Angebot im Südkreis, möglicherweise an der Geesthachter Außenstelle der Berufschule.

Mit ihrem Antrag auf Einrichtung einer JBA sind die Sozialdemokraten daher im Kreistag offene Türen eingerannt. Nur bei den Details schieden sich die Geister. So finden die weiteren Beratungen nicht im SPD-geführten Sozialausschuss, sondern im – originär zuständigen – CDU-geführten Jugendhilfeausschuss statt. Voraussichtlich im September wird er dort auf der Tagesordnung stehen. hm

Susanne Herrmann

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