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Improvisierter Schlussakkord

Mölln Improvisierter Schlussakkord

Rund 17000 Besucher beim Kultursommer – „Best of“ beim Blauen Montag – Intendant Düwel macht weiter.

Intendant Frank Düwel führte die rund 130 Gäste durch den Blauen Montag.

Quelle: Fotos: Silke Geercken

Mölln. Herr Huber kam mit seiner Schildkröte Winifred. Gemächlich schlurfte der Alte über den Möllner Stadthauptmannshof, fegte hier, sammelte Papier dort, immer beschäftigt.

LN-Bild

Rund 17000 Besucher beim Kultursommer – „Best of“ beim Blauen Montag – Intendant Düwel macht weiter.

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Ansprechen durfte man ihn nicht – dann wendete er sich scheu ab. Wer Herr Huber tatsächlich war, erfuhren die Besucher des Blauen Montags, der Abschlussveranstaltung des Kultursommers 2016 in Mölln, erst am Schluss des Abends – und wurden total überrascht.

Für eine Überraschung ist Frank Düwel, seit elf Jahren Intendant des Kultursommer am Kanal, immer gut. Zusammen mit seinem Partner Manfred Scharfenstein hatte er mit seinem Programm rund 17000 Besucher an die Spielstätten im Kreisgebiet gelockt. „Wir zählen ziemlich präzise. Die Besucherzahl bewegte sich im selben Rahmen wie im Vorjahr“, so Düwel. Es gab einiges Traditionelles wie das Kanu-Wandertheater, aber auch viele neue Ideen, die Kreativität des Hamburger Intendanten scheint grenzenlos zu sein.

Groß war daher auch das Lob der Gäste der Abschlussabends: „Es war großartig. Wir danken allen Akteuren und freuen uns auf die Neuauflage 2017, wieder mit Frank Düwel“, sagte Klaus Schlie, der Präsident der Stiftung Herzogtum Lauenburg, die den Kultursommer seit elf Jahren mit Hilfe von Sponsoren, darunter die Kreissparkasse, auf die Beine stellt.

Das Sommerkulturprogramm im Lauenburgischen sucht seinesgleichen. Vier Wochen Kultur nonstop. „Wir hatten diesmal viele kleine Veranstaltungen, offene Ateliers, Konzerte, darunter auch neue Formate“, sagt Düwel. Der Klangsee, bei dem sich 50 Musiker der Kreismusikschule und 300 Gäste um den Pinnsee gruppiert hatten, soll 2017 ebenso wiederholt wie das neue junge Format „beach unplugged“ mit jungen Musikern im Strandbad Ratzeburg. Überhaupt gelingt es dem Kultursommer-Intendanten sehr gut, junge Leute in die kulturelle Arbeit einzubinden. Eine große Gabe ist, Menschen für seine Projekte zu begeistern. Bei der Vorstellung von Beat’n’Dance, in der junge Sänger, Tänzer und Instrumentalisten zeigten, was sie drauf haben, mussten Besucher wieder nach Hause geschickt werden. Im Festsaal des Schwarzenbeker Rathauses mit über 200 Plätzen war einfach kein Platz mehr.

Was der Kultursommer 2016 zu bieten hatte, davon erhielten die Gäste des Blauen Montags eine kleine Ahnung. „Wir wissen immer erst 19.50 Uhr, wie das Programm wird. Viele Künstler sind im Urlaub.

Dieser Abend ist eine improvisierte Form der Kunst“, sagte Düwel. Den Auftakt machte Multitalent Lorenz Stellmacher mit Akkordeonklängen, die wie ein Dudelsack-Orchester daher kamen. Die jungen Rapper Double H und Paulinio begeisterten ebenso wie Coralie mit „Leather“ oder Alex mit einem französischen Chanson. Auch weil sie bekannten, aufgeregt zu sein vor einem so großen Publikum (rund 130 Gäste). An diesem Abend gab es außer Verstärker und Mikro keine Technik, die den Background-Sound lieferte. Und gerade das machte den Reiz der Darbietungen aus.

Dass Musik über alle Grenzen hinweg verbindet, zeigte die Willkommen-Band aus Mölln. Klaus Irmscher und drei Flüchtlinge aus dem Iran spielten und sangen zunächst ein persisches Lied (für unsere Ohren gewöhnungsbedürftig) und eroberten dann die Herzen des Publikums mit dem plattdeutschen Lied „Dat du mien Leevsten bist“, irgendwie anrührend. Klaus Irmscher hatte es mit „1001 Nacht an der Küste“ angekündigt. „Sie werden es schon erkennen.“

Ja, und dann kam Herr Huber auf die Bühne, ohne seine Schildkröte und ohne Arbeitskleidung, klein und zierlich und gar nicht mehr greisenhaft: Schauspielerin Lisa Schanz und Regisseurin Cora Sachs hatten das Projekt „Schöner Warten“ an den Bushaltestellen im Kreis umgesetzt und den Fahrgästen die Wartezeit verkürzt. Das Tun von Herrn Huber war teils kritisch, teils amüsiert verfolgt worden, Jugendliche in Lauenburg hatten ihm sogar geholfen, seinen Schildkröten-Wagen zu reparieren. Das stumme Figurentheater auf der Straße war sicherlich einer der Glanzpunkte des strahlenden Kultursommers 2016. Hintergrund: Frank Düwel ist fleißiger Bus- und Bahnfahrer, sieht viele Menschen an den Knotenpunkten nach Hause oder zum nächsten Zug eilen und wünscht sich und anderen etwas Ruhe und Kurzweil im Alltag. So entstand die Idee „Schöner Warten.“

Die Höhepunkte

Aus dem Nichts . . . ins Glück war das Motto des Kultursommers 2016. Für Glück der Besucher sorgten folgende Formate:

Schöner warten: Herr Huber mit Schildkröte Winifred (Figurentheater an den Wartestellen im Kreisgebiet).

Beach Unplugged: Lounge am Ratzeburger See mit Volleyball und jungen Musikern.

Der Klangsee: 50 Musiker der Kreismusikschule schickten Klänge über den Pinnsee. Die Besucher konnten am Ufer verweilen oder lauschend lustwandeln.

Kanu-Wander-Theater: Szenen aus Romeo und Julia mit Preview ausgewählter Szenen um das berühmteste Liebespaar der Welt.

Bismarck und sein Förster: Begegnung mit dem ehemaligen Reichskanzler bei einem Spaziergang durch den Sachsenwald.

Beat’n’Dance: Bei Rock, Rap und Balladen ging es um den Sound der Liebe – mit modern Dance und syrischem Volkstanz.

City & Satellites: ArtCaching in Geesthacht. Mit dem Satellitensignal per Smartphone zu versteckten Kunstwerken.

Ein Dorf zeigt Seele: Kunst, Musik und Fähre fahren in Siebeneichen.

Silke Geercken

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