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Lauenburg „In der Politikerkaste gibt es wenig Wechsel — das ist nicht gut“
Lokales Lauenburg „In der Politikerkaste gibt es wenig Wechsel — das ist nicht gut“
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20:18 14.09.2013
Wiedereinsteiger: Dr. Bernd Buchholz (rechts) in der Möllner LN-Redaktion im Gespräch mit Lokalchef Hanno Hannes. Quelle: Fotos: Florian Grombein

Mölln — Die Nummer Zwei der FDP-Landesliste, Bernd Buchholz, war auf Wahlkampftour in Mölln und sprach im Hotel Schwanenhof zum Thema „Wohlstand“. Seine Kernthese: „Wohlstand kommt nicht — Wohlstand schafft man.“ Vorher stand der Kandidat für den Bundestag in der Möllner LN-Redaktion Rede und Antwort.

Lübecker Nachrichten: Herr Dr. Buchholz, vom Vorstandsvorsitz der Gruner + Jahr AG & Co. KG zurück in die Politik: Warum tun Sie sich das an?

Dr. Bernd Buchholz: Diese Frage stellen alle. Ich tue mir nichts an. Das ist mein völlig freier Wille. Wahlkampf bringt unheimlich viel Spaß. Da ich auch schon einmal im Landtag war, weiß

ich: Es gibt viel zu wenig Politiker mit wirtschaftlichem Background. Ich möchte gestalten. Deswegen bin ich zurück in die Politik gegangen.

Dieter Ruhland (der Möllner FDP-Vorsitzende hat den Bundestagskandidaten zum Interview begleitet): Ich erinnere mich noch gut daran, dass Bernd Buchholz damals bei seinem Abschied aus dem Landtag eine Rückkehr in die Politik nicht ausgeschlossen hat.

Buchholz (lacht): Ja, ich habe damals gesagt „wenn ich in 20 Jahren wiederkomme, bin ich für die Politik immer noch ein junger Mann“. Wir bilden hier in Deutschland eine Politikerkaste mit wenig Wechsel. Das ist nicht gut.

LN: Nennen Sie bitte den wichtigsten Grund, FDP zu wählen.

Buchholz: Die FDP ist die Partei, die dafür sorgt, das Wohlstandsniveau, das wir in Deutschland haben, zu erhalten und auszubauen. Die FDP steht für ein gesamtheitliches von Freiheit geprägtes Gesellschaftsmodell.

LN: Opposition ist Mist hat Franz Müntefering einmal gesagt. Gilt das auch für die FDP und werden sie Ihr Mandat in jedem Fall annehmen, auch wenn die FDP nicht an der künftigen Bundesregierung beteiligt sein wird?

Buchholz: Aber selbstverständlich. Ich habe im Landtag vier Jahre lang Oppositionspolitik gemacht und hatte nicht den Eindruck, dass das Mist ist. Es ist wichtig, Alternativen zum Handeln der Regierung aufzuzeigen.

LN: Ihre Partei wirbt mit „Die Freiheit in Person“ für Wolfgang Kubicki. Wäre dieser streitbare Liberale nicht ein idealer Parteivorsitzender auf Bundesebene?

Buchholz: Wolfgang Kubicki hat viele Fähigkeiten. Ich glaube aber nicht, dass er dieses Amt anstrebt. Er ist einer, der gerne polarisiert. Und ein Parteivorsitzender muss in erster Linie zusammenführen.

LN: Sie haben die lauenburgische FDP-Kreisvorsitzende Dr. Christel Happach-Kasan vom sicheren Listenplatz 2 in Schleswig-Holstein verdrängt und treten jetzt auch noch in ihrem Bundestagswahlkreis auf. Ist das als innerparteiliche Kampfansage zu werten?

Buchholz: Christel Happach-Kasan und ich haben damals im Landtag hervorragend zusammengearbeitet. Sie ist bekannt als Expertin für Agrar- und Wissenschaftsfragen und wird als solche auch von mir sehr geschätzt. Es gibt keinen innerparteilichen Zwist und der Rest ist eben Demokratie.

Zur Person
Bernd Buchholz wurde am 2. November 1961   in Berlin als Sohn eines Lebensmittelkaufmanns geboren. Seit 1993   ist er verheiratet mit der Richterin am Amtsgericht Ahrensburg, Inga Jensen-Buchholz. Er hat zwei Söhne.


Er studierte Rechtswissenschaft und Volkswirtschaftslehre an der Freien Universität Berlin, der Friedrich-Alexander-Universität Nürnberg und der Christian-Albrechts-Universität in Kiel.

Im September 1987 wurde er Wissenschaftlicher Assistent der FDP-Fraktion im schleswig-holsteinischen Landtag zur juristischen Beratung im Parlamentarischen Untersuchungsausschuss zur Aufklärung der „Barschel-Pfeiffer-Affäre“. Im Februar 1990 promovierte er im Bereich Rechtswissenschaftlichen an der CAU Kiel.


1992   wurde er Mitglied des Schleswig-Holsteinischen Landtages für die Fraktion der FDP, im August 1993 dann   Parlamentarischer Geschäftsführer der FDP im Landtag.


Nach einem Trainee beim Verlagshaus Gruner + Jahr wurde er 1998 Geschäftsführer des Morgenpost Verlags. Im Januar 2004 wurde er Vorstand Unternehmensbereich Deutschland im Verlagshaus Gruner + Jahr und im Januar 2009   schließlich Vorstandsvorsitzender der Gruner + Jahr AG & Co KG.

Interview: Hanno Hannes

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