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In der Rolle des Schalks: Eulenspiegel Darsteller der 50er

Mölln In der Rolle des Schalks: Eulenspiegel Darsteller der 50er

Wer spielte früher den Till Eulenspiegel in Mölln? Stadtarchivar Christian Lopau lieferte bei einem Vortrag interessante Fakten zum Thema. Eduard Ave (Foto) etwa lief als Till in den 1950er Jahren  einfach durch die Stadt und trieb dort seine Späße.

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Eduard Ave spielte den Till Eulenspiegel in den 1950‘er Jahren: Hier „bespaßt“ er Kinder von Seeleuten auf einem Anwesen in der Nähe des Kurparks.

Quelle: Fotos: Privat, Stadtbildstelle Mölln

Mölln. Vor 14 Tagen haben wir auf den Vortrag des Stadtarchivars Christian Lopau über die verschiedenen Eulenspiegel-Darsteller im Laufe der Möllner Geschichte mit einer falschen Bildunterschrift hingewiesen. Leserin Dagmar Rossow erklärte, dass auf dem gezeigten Foto nicht Günther Lüders, sondern Eduard Ave zu sehen war. Deshalb zeigen wir heute noch einmal beide Männer im Narrenkostüm. Stadtarchivar Christian Lopau lieferte interessante Fakten zum Thema.

LN-Bild

Till gehört einfach zu Mölln, nicht nur auf der Bühne — Von den Darstellern der Fifties gibt es Fotos — Eduard Ave lief in der Rolle durch die Stadt — Günther Lüders brachte Kino-Flair.

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"Eduard Ave ist in einfach durch die Stadt gelaufen und hat seine Späße getrieben.“ Dagmar Rossow, Möllner Stadtführerin über Eduar Ave

Eulenspiegels Theater-Karriere hat laut Lopau schon früh begonnen. Der Dichter Hans Sachs (1494-1576) verwendete in einigen seiner Fastnachtsspiele Eulenspiegelgeschichten. In Mölln feierte man 1928 zum ersten Mal ein Eulenspiegelfest.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde diese Idee erneut aufgegriffen. Auf Empfehlung Carl Zuckmayers, der als Autor ebenfalls im Gespräch gewesen war, gaben die Möllner dem jungen Dramaturgen Wolf von Niebelschütz den Auftrag, für die Festspiele im August 1950 ein Eulenspiegelstück zu schreiben. So entstand das Stück „Eulenspiegel in Mölln“, in dem der bekannte Schauspieler Günther Lüders die Hauptrolle übernahm.

Die „Lübecker Nachrichten“ zitieren Lüders (Ausgabe vom 18. Juli 1950): „Freilichtaufführungen? Nichts für mich! Aber wenn ich schon einmal unter freiem Himmel spiele, dann nur auf diesem Marktplatz mit seiner einzigartigen Szenerie.“ Brillant war Lüders‘ Darstellung. Aus der Vielzahl der Presse-Reaktionen zitiert Lopau aus der „Lübecker Freien Presse“ (8. August 1950): „Günther Lüders hatte seine große Rolle. Seine Komik war weit gespannt: vom Inferioren, Bösen bis zu jenem todesmutigen Zynismus, der in der Einsamkeit beheimatet ist und unter dem unsichtbaren Banner der menschlichen Freiheit zu Grunde geht. Er ist ein dreckiger Fuchs. Seine Komik wird urhaft unheimlich, wenn er, unter dem Mantel zusammengehockt, den traurigen Vogelruf ausstößt; wenn er seine Worte in Explosivlauten, in den stöhnenden beängstigenden Lüders-Lauten von sich gibt, oder wenn er schweigend, die Hände bizarr vorm Körper verkrampft, seine Augen zur Seite wandern lässt und mit listiger Verworrenheit in unsichtbare Fernen blickt — o, dann ist es, als ob einer — bei Gott oder beim Teufel — das Gras wachsen hörte.“

Das „Hamburger Abendblatt“ schrieb (7. August 1950): „Man wird jetzt immer Günther Lüders mit der Figur des Eulenspiegel verbinden. Kein sehr lustiger Schellenmann, kein Clown. Sein Humor ist gallenbitter. Ein hagerer, durchgeistigter Till, der die Habgier und die Dummheit seiner Mitmenschen noch über den Tod mit Eulenspiegeleien geißelt.“

Wie Eduard Ave aussah, weiß Stadtführerin Dagmar Rossow sehr genau. „Ich habe mit ihm zusammen im Garten der Möllner Villa am Kurpark gesessen. Dem heutigen Wohnsitz von Dr. Werner“, berichtet sie.

Damals beteiligte sich der stadtbekannte Eulenspiegel-Darsteller Ave am Ferienprogramm für Kinder der Seefahrer der Reederei Hamburg Süd. „Ich schwärme immer noch davon“, erklärt Rossow, die damals noch Jugendliche war. Heute müsse man Till buchen. Eduard Ave sei in den 1950‘er Jahren einfach durch die Stadt gelaufen und habe seine Späße getrieben.

Von Florian Grombein und Christian Lopau

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