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In drei Monaten mit dem Rad nach Sizilien und retour

Krummesse In drei Monaten mit dem Rad nach Sizilien und retour

Morgen geht’s los: Harald Anderson (63) aus Krummesse strampelt nach Italien. "Die zu erwartenden Schmerzen am Hinterteil muss man genießen", erklärt er augenzwinkernd. Schmerztabletten sind tabu, Gelsattel und gepolsterte Radlerhose müssten reichen. Ansonsten nimmt er nur das Nötigste mit: Einmannzelt, Isomatte, Schlafsack und Wechselwäsche.

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Ein Treckingrad mit 27 Gängen, Zelt, Schlafsack, Ersatzschlauch und Reparaturwerkzeug sind Harald Andersons Begleiter. Helm, Schutzweste und Smartphone sorgen für Sicherheit. So soll’s morgen losgehen.

Quelle: Strunk

Krummesse. Wie kommt man auf eine solche Idee, mit dem Fahrrad bis nach Sizilien zu fahren? Harald Andersons Antwort fällt pragmatisch aus: „Ich brauche mein Gepäck nicht selbst auf dem Rücken zu tragen und bin auch flexibler, um mal links und rechts von der Strecke einen Abstecher machen zu können.“

5000 Kilometer veranschlagt Anderson für seine Radtour nach Sizilien und zurück. Über Google Maps hat er Radwanderstrecken ausgemessen, die bis an die Stiefelspitze Italiens 2700 Kilometer betragen. Hinzu kommen Inselumrundung und Rückfahrt.

Der 63-jährige Krummesser hat dabei vor allem seine letzte „Tour“ im Kopf, als er im vergangenen Jahr im Juni zu Fuß innerhalb von drei Wochen von Krummesse aus nach Bonningues (Partnergemeinde) bei Calais in Nordfrankreich gewandert war (die LN berichteten). Jetzt also soll es Sizilien sein. Warum? „Ich war bisher nur in Norditalien und möchte mir gerne Städte wie Pisa, Rom und dann auch Süditalien und Sizilien anschauen. Es soll kein ,Giro d’Italia’, also eine Rekordfahrt mit dem Rad werden, sondern eine Besichtigungstour.“ Wobei die von ihm geplanten 100 Kilometer täglich auf dem Velo für Normalradler auch nicht unbedingt als Relaxing-Tour angesehen werden.

„Ich habe den ganzen Winter über trainiert, bin alle zwei Tage eine 17,5 Kilometer lange Strecke gejoggt – bei jedem Wetter – und fühle mich fit.“ Wobei sich Anderson aber durchaus bewusst ist, dass die stundenlange Fahrt jeden Tag im Fahrradsattel kein Vergnügen wird. „Die zu erwartenden Schmerzen am Hinterteil muss man genießen“, erklärt er augenzwinkernd. Schmerztabletten sind tabu, Gelsattel und gepolsterte Radlerhose müssten reichen. Ansonsten nimmt er nur das Nötigste mit: Einmannzelt, Isomatte, Schlafsack und Wechselwäsche.

Wichtig ist natürlich das neue Smartphone: „Darauf habe ich eine Karten-App, mittels der ich mich orientieren kann. Und über das Handy bin ich auch für meine Angehörigen jederzeit zu orten, falls ich doch einmal Hilfe brauche“. Und der „einzige Luxus“, den er sich gönnt, ist die Sony Alpha 65-Spiegelreflexkamera. „Ich will auf meiner Fahrt möglichst viel sehen und Leute kennen lernen“, sagt der pensionierte Polizeibeamte. Dass dies nicht schwer ist, hat er bereits auf seinen vorherigen Touren erlebt. „Ich bin schon mal vor zwei Jahren mit dem Rad nach Berchtesgaden gefahren.“ Die 1100 Kilometer hatte er damals in neun Tagen absolviert. So schnell soll es diesmal aber nicht werden. Für die insgesamt etwa 5000 Kilometer lange Tour veranschlagt Anderson zweieinhalb bis drei Monate. Bis spätestens Ende Juli will er wieder zurück sein. Und warum fährt er alleine?

„Meine Tochter ist gerade in der Ausbildung, mein Sohn in einer Weiterbildung. Und für meine Frau ist solch eine Tour einfach nichts. Aber die Familie hat nichts dagegen, und so fahre ich halt alleine.“ Auf Abenteuer sei er nicht aus. „Ich habe keine Angst. Die bisherigen Erfahrungen haben mir gezeigt, wenn man offen ist und ein bisschen was erzählt, kommt man schnell in Kontakt mit Leuten und wird auch mal zu einem Kaffee eingeladen.“

Oder vielleicht zu einem Essen. Selbst kochen will Anderson nicht. Das wäre zu viel Gepäck. Lediglich einen Kaffeebecher hat er eingepackt. Ansonsten will er in einem Café oder Imbiss essen, nach Möglichkeit und vor allem, wenn es auch das Wetter zulässt, frei campen – „in Italien gerne auch am Strand“. Im Aprilwetter Deutschlands hat Anderson für den Start vorgesorgt und zumindestens für die ersten beiden Tagesetappen Übernachtungen gebucht: morgen Abend in Uelzen, am Sonntag in Goslar. Danach geht es weiter über Nebenstrecken (Autobahnen sind ebenso wie viel befahrene Bundesstraßen verboten) bis zum Bodensee, dann durch die Schweiz, Mailand und Rom bis nach Sizilien. Von dort an der italienischen Adriaseite und über Österreich zurück nach Krummesse.

 Joachim Strunk

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