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Lauenburg In vielen Revieren ist der Wiedehopf schon ausgestorben
Lokales Lauenburg In vielen Revieren ist der Wiedehopf schon ausgestorben
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21:16 14.09.2013
An seiner markanten Kopfhaube und den schwarz-weiß gebänderten Flügeln ist der Wiedehopf gut zu erkennen. Er ist in Wald und Flur aber heute eher selten zu sehen. Quelle: Foto: Wolfgang Buchhorn

Da sehen wir uns den Wiedehopf mit hübscher Kopfhaube und mit schwarz-weiß gebänderten Flügeln etwas genauer an. Man kann es schon nachempfinden, wenn ein Kenner schreibt, der Wiedehopf habe im Fluge Ähnlichkeit mit einem „riesigen Schmetterling“. Das Weibchen brütet, vom Männchen gefüttert und bewacht. Wir beobachteten die mutige Abwehr eines angreifenden Sperbers, mit etwa 40 Zentimetern ungefähr so groß wie „unser“ Wiedehopf. Er setzte den langen dünnen Schnabel und die breiten Flügel zur Abwehr ein. Der Sperber gab schließlich auf.

Es ist in unserer Zeit schon ein Glücksfall, einen Wiedehopf zu beobachten. In einigen Revieren ist er schon ausgestorben. Auch in Felsspalten und Baumhöhlen ist der Nachwuchs gefährdet von Tieren, die solche Höhlen gezielt kontrollieren. Die Weibchen brüten von Mai bis Juli fünf bis acht Eier aus. Fast 30 Tage lang werden die Nesthocker von beiden Eltern gefüttert, und es ist schon schwierig, regelmäßig Futter zu beschaffen. Die beliebten kleinen Eidechsen kommen selten vor, und die Jagd auf größere Insekten macht auch Schwierigkeiten. Da ist die Wurmsuche streckenweise schon erfolgreicher.

Manchmal brütet das Weibchen auch in Nistkästen. Da ist der Nachwuchs gut untergebracht, aber das Heranschaffen von Futter ist für das Männchen „Schwerarbeit“. Stille Vögel? Den Wiedehopf-Ruf „U-hu-hu-hu“ kann man aus der Ferne mit dem Uhu-Ruf verwechseln. Brehm (Brehms Tierleben) berichtet, dass der Wiedehopf mit dem Schnabel trockene Kuhfladen umwenden kann. Dort findet er mit ziemlicher Sicherheit Würmer, Maden und Käfer. Bei dieser ungewöhnlichen Art der Nahrungsbeschaffung ist Vorsicht angebracht: von oben können größere Greifvögel im Sturzflug die Wiedehopfe erbeuten.

Bitte, ein Ende nach Noten. In einem Lied über die „Vogelhochzeit in dem grünen Walde“ bringt die Lerche die Braut zur Kirche (wir sangen „Kerche“, weil es sich besser reimt). Und der Wiedehopf bringt der Braut, des Reimes wegen, den Blumentopf. So wird abseits der Realität zumindest in einem alten Lied am Ende alles gut.



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