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Lauenburg Infoveranstaltung im BBZ Mölln: Gewalt kommt nicht in die Tüte!
Lokales Lauenburg Infoveranstaltung im BBZ Mölln: Gewalt kommt nicht in die Tüte!
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20:56 29.11.2017
Lea-Marie Hahlweg (18), Nina-Madleine Weis (19), Vanessa Todt (19), Gleichstellungsbeauftragte Edelgard Jenner und Luisa Maria Ferraro (18, von links) unterhalten sich über Geschichte und Notwendigkeit des Internationalen Tages „Nein zu Gewalt an Frauen“. FOTOS (2): DOROTHEA BAUMM

Edelgard Jenner kann sich noch gut an das erste Jahr erinnern, an dem sie bei dieser Aktion im BBZ Mölln teilnahm. Das war 2007, „wir standen hier damals mit vier Frauen und vier Tischen in der Aula“. Das Bild hat sich längst geändert. Heute ist die Aula in den Pausen voll, die jungen Frauen und Männer, die hier ihr Abitur machen, nutzen die Gelegenheit zu schauen, in den Broschüren zu blättern, mit den Mitarbeiterinnen der Institutionen zu reden.

Zum elften Mal hatten Schüler und Kollegen gestern am BBZ Mölln Gelegenheit, sich anlässlich des Internationalen Tages „Nein zu Gewalt an Frauen“ umfassend zu dem Thema zu informieren. Zwölf Beratungsstellen boten an Ständen (teils mehrsprachiges) Infomaterial und Gespräche an.

Viele haben eine Brötchentüte in der Hand. Verwunderlich ist das nicht, schließlich verbringen die jungen Leute hier ihre Pause. Trotzdem – der Aufdruck der Tüten ist ungewöhnlich. „Gewalt kommt nicht in die Tüte!“ steht da, und darunter: „Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen“ mit der Nummer, und: „In Schleswig-Holstein eine gemeinsame Aktion des ,Landesinnungsverband des Bäckerhandwerks’, der ,Gleichstellungsbeauftragen’, der lokalen Bündnisse ,Gewalt gegen Frauen’, des ,KIK – Netzwerk bei häuslicher Gewalt’“. Tatsächlich werden in ganz Deutschland aus diesem Anlass gemeinsam mit der Bäcker-Innung Brötchen verteilt – eben unter dem Motto „Gewalt kommt nicht in die Tüte“. Die Möllner Bäckerei Eggers hat 200 Brötchen für den Aktionstag spendiert, weitere 200 wurden zugekauft.

Lea-Marie Hahlweg, Nina-Madleine Weis, Vanessa Todt und Luisa Maria Ferraro schauen sich genau um. Die jungen Frauen sind am BBZ dabei, ihr Abitur zu machen. „Fachrichtung Gesundheit und Soziales“, erklärt Luisa Maria. Und Nina-Madleine erklärt, sie nähmen gerade das Thema „Kindeswohlgefährdung“ in Erziehung durch, „wir sollen uns hier Informationen besorgen“.

Das Thema Gewalt gegen Frauen ist den jungen Frauen bislang nur in der Schultheorie begegnet. Da sie als Berufswunsch jedoch Anwältin, Polizistin und „ein Studium im medizinischen Bereich“ angeben, ist die gesamte Infoveranstaltung für sie hoch interessant.

Zum Ende des Aktionstages sind die 400 Brötchen verputzt und geschätzt 600 Schüler haben sich informiert. Die Schulleitung unterstützt die Veranstaltung – es gab sogar in den Unterrichtsstunden die Gelegenheit, sich Vorträge anzuhören. Klar sind Frauen und Kinder zu schützen, finden die Schüler. Gewalt? Kommt nicht in die Tüte!

Menschenrechte wahren

Der Internationale Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen, auch „Internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen“ wird am 25. November abgehalten. Ziel ist die Einhaltung der Menschenrechte gegenüber Frauen und Mädchen. Der Tag geht auf die Schwestern Mirabal, Mitglieder der „Movimiento Revolucionario 14 de Junio“, zurück. Sie wurden 1960 in der Dominikanischen Republik durch Militärangehörige des damaligen Diktators Rafael Trujillo verschleppt und schließlich ermordet.

Dorothea Baumm

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