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Lauenburg Irrer Streit im Kleingarten: Vereinsheim niedergebrannt
Lokales Lauenburg Irrer Streit im Kleingarten: Vereinsheim niedergebrannt
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11:23 10.04.2012
Großeinsatz in der Nacht zum Ostermontag beim Lauenburger Kleingärtnerverein: Das Vereinsheim brannte völlig aus. Zuvor wurden Brandstiftungen angekündigt. Quelle: Timo Jann
Lauenburg

Das in Holzbauweise errichtete Gebäude brannte völlig aus. Schaden: Etwa 150 000 Euro. Unter der Leitung von Lauenburgs Feuerwehrchef Thomas Burmester waren 55 Feuerwehrleute stundenlang mit den Löscharbeiten am Birnenweg beschäftigt. Wegen akuter Einsturzgefahr konnten sie das Holzhaus nicht mehr betreten.

Der Haussegen beim Lauenburger Kleingärtnerverein hängt schon längere Zeit schief. Hintergrund: Zwei Einbrüche ins jetzt ausgebrannte Vereinsheim und in dem Zusammenhang erfolgte mysteriöse Überweisungen in Höhe von 5211,20 Euro vom Vereinskonto auf das private Konto der Kassenwartin mit plump gefälschten Unterschriften lassen die Emotionen hoch kochen.

Brisant: Erst am vergangenen Freitag hatte der 1. Vorsitzende des Vereins, Karsten Borchardt, eine anonyme Drohungen erhalten. Auch die Kassenwartin hatte ein ähnliches Schreiben erhalten. „Uns wurde gedroht, dass unsere Lauben brennen würden“, erklärte Borchardt in der Nacht am Tatort. Er und weitere Kleingärtner verfolgten die Löscharbeiten geschockt und ratlos. Borchardt: „Wer tut denn so etwas? Damit schadet man doch nicht uns vom Vorstand, sondern dem ganzen Verein.“

Die Kriminalpolizei aus Lübeck war noch in der Nacht vor Ort, in den kommenden Tagen werden die Ermittler der Geesthachter Kriminalpolizei aktiv. Klar zu sein scheint bisher nur, dass das Feuer im Bereich des Schornsteins ausgebrochen ist. Der Schlot wird allerdings gar nicht genutzt, weil zwei Gasöfen für das Beheizen des Vereinsheims genutzt wurden.

"Als wir kurz nach dem Alarm am Birnenweg eingetroffen sind, schlugen an der Rückseite des Gebäudes die Flammen schon meterhoch“, sagte Burmester. Parallel setzte die Feuerwehr drei Strahlrohre ein. Weil ein Trupp, der im Gebäude löschte, von einstürzenden Deckenteilen getroffen wurde, zogen sich die Retter aus dem Haus zurück. Nur noch von außen arbeiteten sie sich vor. Dazu wurden das Dach und die Wände aufgesägt, um Brandnester aufzuspüren und abzulöschen.

Neben den 40 Feuerwehrleuten aus Lauenburg, die mit fünf Fahrzeugen im Einsatz waren, kamen noch 15 Kameraden aus Buchhorst mit drei Fahrzeugen zur Unterstützung an den Birnenweg.

Auch Bürgermeister Andreas Thiede verschaffte sich vor Ort einen Eindruck. „Wichtig ist ja zunächst, dass niemandem etwas passiert ist“, sagte er. Thiede: „Mit den Problemen, die wohl im Verein herrschen, hat die Stadt nichts zu kriegen.“ Der Bürgermeister zollte den Feuerwehrleuten seinen Respekt für den zeitintensiven Einsatz.

Die Lauenburger Polizei war bereits wegen der Einbrüche mit dem Tatbestand der Urkundenfälschung wegen der falsch unterzeichneten Überweisung eingeschaltet. Nun kommen auch noch Bedrohung und Brandstiftung dazu. Ob der Vorstand durch die Machenschaften im Verein absichtlich in Misskredit gebracht werden soll, ist unklar. Während einer Mitgliederversammlung hatten zuletzt einige Mitglieder – darunter ein ehemaliges Vorstandsmitglied – gegen eine Entlastung des Vorstands gestimmt. Offiziell wegen Unstimmigkeiten, die ein zweiter Kassenprüfer nicht festgestellt hatte.

tja

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