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Lauenburg Ist die Grünphase zu kurz?
Lokales Lauenburg Ist die Grünphase zu kurz?
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22:43 11.07.2018
Die L 205 in Gudow ist eine viel befahrene Straße. Bislang reichte die Grünphase an der Ampel für die Kinder der Kita nicht aus. Quelle: Fotos: Jens Burmester
Gudow

Nun sollte ein Ortstermin Klärung bringen. Fakt ist, dass die Kinder des Kindergartens, der in der alten Schule einquartiert ist, mehrmals am Tag jeweils in Gruppen die Fahrbahn queren müssen. Aber auch ältere Leute oder Friedhofsbesucher nutzen den Fußgängerüberweg mit der Bedarfsampel. Um bei Grün für die Fußgänger über die 6,5 Meter breite Straße zu kommen, hat man sieben Sekunden Zeit.

Es gibt nur eine Ampel in der gesamten Gemeinde Gudow. Die steht an der Ortsdurchfahrt, der Landesstraße 205, auf Höhe der Kirche einerseits und dem Kindergarten und einem Kaufmannsladen andererseits. Eine der im Gudower Gemeinderat vertretenen Wählergemeinschaften, die BWG um Farina Hagemann und Horst Goebel, hatten die Grünphasen für Fußgänger als zu kurz bemängelt.

Danach springt die Ampel für Fußgänger wieder auf Rot und es folgt eine ebenfalls sieben Sekunden dauernde Räumzeit. Erst dann bekommen die Autofahrer wieder freie Fahrt.

Für das BWG-Duo Hagemann und Goebel ist das viel zu kurz. „Die Kinder werden angehalten, sich regelkonform zu verhalten. Sie müssen erst nach links, dann nach rechts und noch einmal nach links schauen, wenn sie Grün bekommen und dürfen dann erst losgehen. Für die Gruppe ist es unmöglich, das in der vorgegebenen Zeit zu schaffen“, moniert Goebel. Etwa die Hälfte der Kindergartengruppe würde erst bei Rot losgehen. „Das geht überhaupt nicht. Wer bei Rot noch nicht losgegangen ist, muss warten“, sagt André Lutz von der Polizeidirektion Ratzeburg.

Der Polizeihauptkommissar, zuständig für den Sachbereich 1.3, (Verkehrssicherheit), sagt außerdem: „Wenn es zu viele Kinder sind, die in der Gruppe über die Straße wollen, muss man diese Gruppe eben teilen.“ Das müsse man dann mit der Kita-Leitung und den Erzieherinnen besprechen. Er wolle auch den zuständigen Präventionsbeamten auf diese Gudower Problematik aufmerksam machen.

Jörg Marcial vom Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr (LBV) erklärte, dass der LBV mehrmals diese Ampel beobachtet hätte und die Schaltzeiten völlig in Ordnung seien. „Es gibt nun einmal Kriterien, die eingehalten werden müssen. Die stehen in einer Richtlinie und dort sind für diese Fahrbahnbreite noch nicht einmal sieben Sekunden vorgesehen. Hier ist die Grünphase für Fußgänger schon etwas verlängert.“ Man wolle die beste Möglichkeit erreichen, aber die Änderungen seinen nicht unendlich möglich.

„Das Ziel ist ja, eine Lösung zu finden“, machte auch Tanja Stamer von der Verkehrsaufsicht des Kreises Herzogtum Lauenburg deutlich. Da ein Umbau auf eine dynamische Anlage, die mit Kameras ausgerüstet ist, nicht in Frage komme, weil die Gemeinde Gudow diese nicht finanzieren könne, müsse man eine kostengünstige Lösung herbeiführen. Stamer schlug vor, die Grünphase um zwei Sekunden zu verlängern, die Räumphase danach aber bei sieben Sekunden zu belassen.

Ingmar Juhl, Leiter der Ordnungsabteilung des Amtes Büchen will zudem prüfen, ob im Nahbereich der Ampel ein absolutes Halteverbot in beiden Richtungen eingeführt werden kann. Dann könnten Lastzüge, deren Fahrer beim Kaufmann anhielten, die Ampelanlage nicht mehr verdecken. Bei der Gelegenheit versprach Juhl, weitere Parkverbotszonen an der Landesstraße auch beim örtlichen Bäcker und beim Arzt zu prüfen.

Gudows neue Bürgermeisterin Simone Kelling (SPD) freute sich am Ende des Ortstermins über den Lösungsvorschlag von LBV und Kreis. LBV-Mitarbeiter Marcial versprach, die neue Regelung sehr zeitnah umzusetzen.

Von Jens Burmester

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