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Lauenburg Ja, ist denn heut' schon Weihnachten?
Lokales Lauenburg Ja, ist denn heut' schon Weihnachten?
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21:37 01.11.2017
Ratzeburg ist schon vorweihnachtlich gestimmt. Quelle: Thomas Biller
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Ratzeburg

Die einen freut’s, die anderen stört’s: „Worauf sollen wir uns noch freuen, wenn Orte schon mitten im November weihnachtlich dekoriert werden?“, übt Stefan Döbler, Sprecher der Nordkirche, Kritik. Bis zum Totensonntag (26. November) solle Zeit für Stille und Besinnung sein. „Der vorweihnachtliche Trubel kommt früh genug.“

Dabei hatte Holger Rickert-Buttgereit von den Ratzeburger Wirtschaftsbetrieben einen prima Job gemacht: „Wir haben den schönsten Baum ausgesucht“, sagte er gestern stolz den LN. Mit seinem Team hat er die Nordmanntanne am Morgen aus dem rund zehn Kilometer entfernten Sterley von einem privaten Spender geholt. Der Baum müsse so früh aufgestellt werden, weil der Aufbau der Eisbahn auf dem Markt am Wochenende beginne. Ein Befahren des Platzes mit dem Kranwagen wäre dann nicht mehr möglich.

Claus Nickel, Vorsitzender des Ratzeburger Tourismusausschusses, äußerte indes Verständnis für die Sicht der Kirche. „Vor dem Totensonntag wird der Baum nicht beleuchtet werden. Davon gehe ich fest aus.“ Der Schmuck samt Lichterkette dagegen müsse aus organisatorischen Gründen früher dran.

Mit ihren Terminsorgen sind die Ratzeburger nicht alleine. „Wir stellen unsere Tannenbäume zwischen dem 20. und 26. November auf“, sagt Doris Schütz vom Lübeck und Travemünde Marketing (LTM). „Es geht nicht anders. Wir brauchen zwei Wochen zum Aufbau des Weihnachtsmarktes. Der beginnt am 27. November.“

„Die Weihnachtszeit ist dieses Jahr eine Woche kürzer“, klagt auch Eutins Stadtmanagerin Kerstin Stein-Schmidt. Drei Tage vor Totensonntag müsse der Baum da sein: Damit stehe und falle das traditionelle Festprojekt „Lichterstadt Eutin“. Für Stein-Schmidt gibt es kein Vertun: „Wir leuchten am 23. November an.“

Und auf Gut Basthorst (Kreis Herzogtum Lauenburg) beginnt bereits am 24. November ein „vorweihnachtlicher Markt“. Die Bezeichnung hat Veranstalter und Gutsbesitzer Enno Freiherr von Ruffin bewusst gewählt. „Weihnachtsmusik gibt es erst nach dem 26.“, versichert der Baron, „aus Rücksicht auf die Kirchenbesucher.“ Auch der Baum komme erst später.

Insgesamt würden die Tannen immer früher geordert, stellt Björn Lau vom Versand „Weihnachtsbäume Holstein“ in Schmalfeld (Kreis Segeberg) fest. Jährlich verkauft er 40 000 Bäume. „Die größten stehen alle Mitte November.“

Pröpstin Frauke Eiben (Kirchenkreis Lübeck-Lauenburg) kann nur den Kopf schütteln. „Wann eine Tanne zum Christbaum wird, entscheidet ohnehin der Glaube!“ Markus Stöcklin

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