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Lauenburg Jährlich hunderttausend Störe für die Elbe
Lokales Lauenburg Jährlich hunderttausend Störe für die Elbe
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20:21 04.03.2016
Die 2010 eröffnete Fischtreppe bei Geesthacht macht eine Wiederansiedlung des Störs in der Elbe erst möglich. Um einen sich selbst regenerierenden Bestand zu etablieren, müssten die Besatzmaßnahmen nach Expertenschätzung noch 20 Jahre fortgesetzt werden. Quelle: Fotos: Marohn

Das Projekt zur Wiederansiedlung des Störs in der Elbe geht in die entscheidende Phase. Wurden bislang insgesamt etwa 20000 Tiere in dem Fluss ausgewildert, sollen es schon bald mehr als 100000 pro Jahr sein. Das kündigte das Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei aus Stechlin bei Berlin jetzt im Kreisumweltausschuss an. Doch das Projekt kann nur mit einer Aufzuchtstation vor Ort funktionieren. Für die etwa fünf Millionen Euro teure Anlage wird nun ein Standort gesucht.

Das Projekt zur Wiederansiedlung des Störs in der Elbe geht in die entscheidende Phase.

Das ist ein Projekt von europäischer Dimension.“Jörn Geßner, Leibniz-Institut

„Das Projekt zur Wiederansiedlung des Störs in der Elbe kann nur gelingen, wenn wir langfristig von Jungtier-Importen aus Frankreich unabhängig werden“, sagte Jörn Geßner (Leibniz-Institut), Vorstandsmitgliedes der Gesellschaft zur Rettung des Störs. Der Standort der etwa 3000 Quadratmeter großen Aufzuchtstation sollte laut Geßner maximal 20 Kilometer elbaufwärts oder -abwärts der Geesthachter Fischtreppe liegen. An der Anlage hätte man Zugriff auf aufsteigende Elterntiere und je geringer die Entfernung sei, desto geringer sei auch der Transportstress für die Tiere. Außerdem würde Elbwasser für die Aufzucht und Brunnenwasser zur Ergänzung benötigt. Ein möglicher Standort wäre das Geesthachter Wasserwerk an der Elbuferstraße gewesen. Doch bei einer Anfrage des Leibnitz-Institutes vor einem Jahr winkten die Geesthachter ab. Nun, wo die Stadtwerke-Standorte zusammengelegt worden sind, lässt die Stadt das Gebäude zur Flüchtlingsunterkunft umbauen. Allerdings wäre das Wasserwerkgelände am Fuße des Elbhanges bei Krümmel ohnehin etwas beengt für die zahlreichen Becken mit einem Durchmesser von bis zu zehn Metern gewesen. Doch Initiator Geßner will nicht aufgeben und sich bei dem Projekt von „europäischer Dimension“ nicht aufhalten lassen.

„Der Stör ist ein lebendes Fossil. schon vor 250 Millionen Jahren lebte er in den Flüssen und Meeren“, sagte Geßner. Mit einem Lebensalter von bis zu 160 Jahren könne er eine Länge von bis zu 5,40 Metern und ein Gewicht von bis zu 850 Kilogramm erreichen. Dem Flussgebiet der Elbe komme dabei eine historische Bedeutung zu. Die 2010 in Geesthacht eröffnete Fischtreppe mache nun 500 Kilometer des Hauptstromes der Elbe sowie dessen Nebengewässer für den Stör zugänglich, so Geßner.

Im Umweltausschuss stieß das Projekt auf offene Ohren — auch wenn ein vom Kreistag in den Umweltausschuss verwiesener Antrag zur Unterstützung des Störprogrammes zu dem Tagesordnungspunkt vergessen worden war. Dieser soll nun während einer nächsten Sitzung beraten werden.

Zeitplan

Eine Machbarkeitsstudie für die Standortwahl ist bereits erstellt. Danach folgen eine erste ortsbezogene Detailkonzeption und ein Kostenplan.

Neben der Aufzuchtstation könnte auch eine Forschungseinrichtung entstehen.

Eine Geberkonferenz sowohl für die geschätzten Investitionskosten von fünf Millionen Euro als auch die laufenden Kosten von geschätzten 300000 Euro pro Jahr soll im Herbst diesen Jahres einberufen werden.

Das Finanzierungskonzept mit den erforderlichen Förderanträgen und eine Genehmigungsplanung soll bis zum Sommer 2017 stehen.

Die Inbetriebnahme der Aufzuchtstation ist für den Sommer 2019 vorgesehen.

Von Holger Marohn

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