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Jan Wiegels bleibt weitere sechs Jahre Bürgermeister

Bürgermeisterwahl 2016 Jan Wiegels bleibt weitere sechs Jahre Bürgermeister

Jan Wiegels (SPD) hat die Bürgermeisterwahl in Mölln mit deutlichem Vorsprung gewonnen. Er setzte sich in allen 14 Wahlbezirken gegen Herausforderin Anja Reimann (CDU) durch und bleibt weitere sechs Jahre im Amt.

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Mölln. Das vorläufige Endergebnis bei der Möllner Bürgermeisterwahl steht: Jan Wiegels (SPD) erhält 64,6 Prozent der Stimmen und bleibt Bürgermeister in der Eulenspiegelstadt. Mit 46,4 Prozent war die Wahlbeteiligung deutlich höher als zunächst angenommen — auch wenn sie etwas unter dem Ergebnis der vorherigen Bürgermeisterwahl in Mölln blieb.

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Der neue und alte Bürgermeister Wiegels ließ zunächst lange auf seine Ankunft im Stadthaus warten. Erst gegen 18.50 Uhr, als nur noch das Ergebnis für den Wahlbezirk Collegium Augustinum ausstand, kam er unter dem Beifall der rund 100 Zuschauer ins Foyer des Stadthauses und schüttelte Hände. Der 56-Jährige bekam prompt einen Strauß roter Rosen überreicht. Im Kontrast zu Wiegels, dem die Erleichterung ins Gesicht geschrieben war, konnte man Anja Reimann (CDU) die Enttäuschung ansehen.

„Ich bin überwältigt von diesem tollen Wahlergebnis. Ich werde mich weiter mit ganzer Kraft der Stadt widmen und die angefangenen Projekte abschließen“, erklärte Wiegels, als er ans Rednerpult trat.

Dank gelte außerdem seiner Familie. „Ich freue mich in diesem Sinne auch darüber, dass der Wahlkampf jetzt beendet ist“, sagte der 56-Jährige lächelnd. In den sozialen Medien sei es nicht immer fair zugegangen, bedauerte er. Er hoffe, dass das keine Wunden hinterlasse. „Ich bin glücklich. Mir fällt ein großer Stein vom Herzen“, sagte er. Wiegels bedankte sich auch bei Anja Reimann dafür, dass sie die Arbeit auf sich genommen und sich für dieses wichtige Amt beworben habe. Er lud die anwesenden Gäste danach in den Schützenhof ein, um mit ihm anzustoßen.

„Ich gratuliere ihm im Namen aller Anwesenden für den Wahlerfolg. Sie möchten, dass Herr Wiegels dieses Amt sechs weitere Jahre führt“, erklärte auch Bürgervorsteherin Lieselotte Nagel (CDU) in Richtung der anwesenden Gäste im Foyer. Auch sie dankte Anja Reimann für den fairen Wahlkampf.

Die 42-jährige Herausforderin war deutlich vor 18 Uhr ins Stadthaus gekommen, sprach mit vielen Leuten, zeigte sich. Nervosität? „Bei der öffentlichen Kandidatenvorstellung in der Stadtwerkearena war ich nervöser“, sagte sie. Gespannt wartete sie auf das Ergebnis und fügte an: „Ich habe schon meinen Ehrgeiz.“ Dann um 18.26 Uhr das erste Ergebnis. 35,5 Prozent für Reimann im Wahlbezirk Grundschule Tanneck/Papenkamp, 64,5 Prozent für Jan Wiegels, war auf der großen Leinwand zu lesen. Und so ging es weiter, Wahlbezirk für Wahlbezirk. Innerhalb von knapp einer halben Stunde lagen alle Ergebnisse vor. Besonders spannend war es nicht — alle Bezirke holte der Amtsinhaber. Dementsprechend groß war Reimanns Enttäuschung, unmittelbar nachdem der letzte Bezirk ausgezählt war.

„Ich habe mir das Ergebnis deutlich besser gewünscht und erwartet“, gab sie unumwunden zu. Und dass sie noch nicht einmal den Bezirk, in dem sie wohnt, gewonnen hat, tut weh. „Das hat mich enttäuscht“, sagte sie. Ansonsten zeigte sich die 42-jährige Rechtsanwältin auch als Verliererin sportlich fair und gratulierte Amtsinhaber Jan Wiegels zum Wahlsieg.

Der grüne Stadtverordnete und Bundestagsabgeordnete Dr. Konstantin von Notz bescheinigte beiden Kandidaten in einer ersten Reaktion, einen fairen Wahlkampf geführt zu haben. Frau Reimann habe es sehr, sehr schwer gehabt gegen einen Amtsinhaber, der seine Sache gut gemacht habe.

„Ich freue mich, dass Jan Wiegels gewonnen hat“, erklärte auch die grüne Stadtverordnete Regina Hälsig und verband diese Freude mit der Hoffnung, dass der alte und neue Bürgermeister das Klimaschutzkonzept für Mölln weiter vorantreibe.

Auch die hauptamtlichen Bürgermeister der benachbarten Städte Ratzeburg und Schwarzenbek waren ins Stadthaus gekommen. „Aus Interesse und aus Teilnahme“, sagte Ute Borchers-Seelig aus Schwarzenbek.

Was sie genau so wie ihren Ratzeburger Kollegen Rainer Voß außerdem interessierte, war die Wahlbeteiligung. Voß hatte, obwohl er bei seiner Wiederwahl keinen Gegenkandidaten hatte, immerhin 32 Prozent der Wähler mobilisieren können. Bei der Wahl in Schwarzenbek waren es 36 Prozent — allerdings war es mit der erforderlichen Stichwahl dort auch die zweite Wahl innerhalb von zwei Wochen. Bei der ersten waren es noch 52,3 Prozent gewesen.

Da lag Mölln mit 46,4 Prozent deutlich drüber. „Ein Super-Ergebnis“, freute sich die ehemalige SPD-Kreisvorsitzende Kirsten Patzke: „Wenn ich da an die Bürgermeisterwahl in Geesthacht mit rund 30 Prozent Beteiligung denke.“

Mit hochgerecktem Daumen erschien Jan Wiegels auf seiner eigenen Wahlparty im Möllner Schützenhof — alle Anspannung aus seinem Gesicht gewichen, Freude pur.

Dank an die Anhänger: „Ihr habt mit mir einen guten Wahlkampf gemacht. Dafür danke ich euch von ganzem Herzen“, rief Wiegels seinen Anhängern zu. Dass es am Ende ein so deutliches Wahlergebnis geworden sei, habe er selbst überhaupt nicht erwartet. Foto: jeb

„Ihr habt einen guten Wahlkampf gemacht“

Nach dem deutlichen Wahlsieg haben etwa 150 Gäste, darunter auch der Bundestagsabgeordnete Konstantin von Notz (Bündnis90/Die Grünen), mit viel Beifall den Wahlsieger ...

Nach dem deutlichen Wahlsieg haben etwa 150 Gäste, darunter auch der Bundestagsabgeordnete Konstantin von Notz (Bündnis90/Die Grünen), mit viel Beifall den Wahlsieger und amtierenden Möllner Bürgermeister Jan Wiegels bei der Wahlparty im Schützenhof begrüßt. „Ihr habt mit mir einen guten Wahlkampf gemacht. Dafür danke ich euch von ganzem Herzen“, rief Wiegels seinen Anhängern zu. Dass es am Ende ein so deutliches Wahlergebnis geworden sei, habe er selbst überhaupt nicht erwartet. Fast eine Stunde dauerte die große Gratulationskür des Wahlsiegers, ehe er mit seiner Frau Platz nehmen und die Bratkartoffeln mit Matjes genießen konnte. „Hinter mir liegen anstrengende Wochen, aber es hat sich am Ende ja gelohnt“, so Wiegels, der demnächst ein paar Tage an der Ostsee ausspannen möchte.

jeb

Florian Grombein und Hanno Hannes

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