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Lauenburg Jetzt kann’s losgehen mit der „Amtsarena“
Lokales Lauenburg Jetzt kann’s losgehen mit der „Amtsarena“
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20:25 09.08.2016
Weihten die Baustelle ein: (v. l.) Bauamtsleiter Andreas Tiedemann, Marko Preuß (Firma Drei Eichen Bau aus Grevesmühlen), Ingmar Dyck (Firma Drögemüller aus Bad Schwartau), Amtsvorsteher Ulrich Hardtke, Bauleiter Dipl.-Ing. Bernd Müller, Sandesnebens Bürgermeister Erich Bünger und Architekt Fred Freinsheimer aus Reinbek. Quelle: Strunk/grafik: Hfr

Der Bauzaun ist aufgestellt, die Raupe schiebt seit Montag den Mutterboden beiseite – und wenn alles gut läuft, soll die große Drei-Felder-Sporthalle zum übernächsten Schuljahr 2016/17 in Betrieb genommen werden. Als Termin ist die 36. Kalenderwoche anvisiert. Gestern Vormittag läuteten die Verantwortlichen aus dem Amt, von den Baufirmen und Planungsbüros die Bauphase zum Großprojekt „Amtsarena“ mit einem symbolischen Spatenstich förmlich ein.

Gestern war erster Spatenstich zum Baubeginn der künftigen Drei-Felder-Schulsporthalle in Sandesneben.

Lange hat es gedauert, bis die verantwortlichen Politiker um Amtsvorsteher Ulrich Hardtke und Sandesnebens Bürgermeister Erich Bünger die „Amtsarena“ tatsächlich auf den Weg bringen konnten. Die Idee selbst stammt bereits aus dem Jahr 2002, als sich die Bürgermeister des damaligen Amtes Sandesneben zu einem „Workshop“ in Bordesholm zusammen fanden. Viele Infrastruktur-Projekte wie etwa das Regionalzentrum oder diverse Fahrradverbindungen zwischen den Dörfern wurden damals angestoßen und im Laufe der Jahre umgesetzt.

Bei der großen Sporthalle hatte es etwas länger gedauert. Vor anderthalb Jahren waren verschiedene Sportvereine auf das Amt zugekommen und hatten die große Raumnot der Hallensportler beklagt. „Das war eine reine Verwaltung des Mangels“, erklärte Hardtke. Da die Gemeinschaftsschule in Sandesneben vor zwei Jahren auch noch um eine gymnasiale Oberstufe erweitert wurde (derzeitige Gesamtschülerzahl inklusive Grundschule: rund 1000 Mädchen und Jungen), war dieser Mangel am Ende prekär, so dass nach und nach auch die anfangs skeptischen Gemeinden ihre Meinung änderten.

Jetzt sieht es so aus, dass sämtliche Dörfer, die auch Träger der Grund- und Gemeinschaftsschule sind, die Hallenkosten finanzieren. Von den Nicht-Schulträgergemeinden haben sich Grinau und Groß

Schenkenberg freiwillig bereit erklärt, sich zu beteiligen, mit den Dörfern Stubben, Schürensöhlen und Groß Boden führt das Amt noch Gespräche.

Die anfängliche Zurückhaltung mancher Gemeindepolitiker resultiert vor allem aus den hohen Kosten für die Halle: Diese liegen bei insgesamt 5,2 Millionen Euro brutto. „Lange Zeit hatte das Amt Sandesneben-Nusse als Bauherr die Hoffnung auf eine finanzielle Unterstützung durch das Land Schleswig-Holstein“, erklärte Amtsleiter Thomas Jessen. Doch „diese Hoffnung wurde trotz intensivster Bemühungen auf Verwaltungs- und Politikebene durch einen ablehnenden Bescheid des Landesamtes Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume in Lübeck zerschlagen“. Das LLUR hatte zuvor andere „Leuchtturmprojekte“ der AktivRegion wie etwa in Mölln das Naturzentrum Uhlenkolk oder in Ratzeburg die Jugendherberge mit jeweils 750000 Euro gefördert.

Das vor allem den Schülern und Sportlern zugute kommende Projekt wurde vom zuständigen Kieler Ministerium offensichtlich für weniger vordringlich angesehen als beispielsweise Familienzentren.

Insofern wird das Amt Sandesneben-Nusse mit seinen 25 Gemeinden komplett selbst für die Bausumme aufkommen.

Dies geschieht zum einen über Eigenmittel in Höhe von 1,145 Millionen Euro aus den Rücklagen des Amtes. Von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) gibt es einen Kredit über 2,6 Millionen Euro (Zinssatz: 0,05 Prozent) und aus dem I-Fonds der Investitionsbank Schleswig-Holstein ein Darlehen über 1,5 Millionen Euro (Zinssatz: 1,25 Prozent). Beide Kredite haben eine Laufzeit über 20 Jahre bei einer Zinsbindung von zehn Jahren (danach muss neu verhandelt werden).

Jährlich ist das eine Belastung von 250 000 Euro für die Amtsgemeinden. 100000 Euro kommen direkt aus zentralörtlichen Mitteln, die die Hauptgemeinde Sandesneben vom Land erhält (jährlich insgesamt 318000 Euro). Die restlichen 150000 Euro werden über spezielle Schlüssel wie Einwohnergröße und andere Faktoren berechnet. Außerdem werden auch die Sportvereine mit einer Miete – derzeit jährlich rund 35000 Euro – zu ihrem Kassenbeitrag gebeten. Für die Planung sind die Ingenieurbüros Freinsheimer aus Reinbek sowie Wrage und Partner aus Mölln zuständig, die Bauleitung übernimmt Dipl.-Ing. Bernd Müller.

Zahlen und Fakten zur Amtsarena

Bei der Sportstätte handelt es sich um eine „echte“ Drei-Felder-Sporthalle mit einer Gesamtspielfläche von 45,50 Meter Länge und 27 Meter Breite, die in drei kleine Hallen (je 15 x 27 m) unterteilt werden kann. Das Hallenbodenniveau liegt zehn Zentimeter höher als das benachbarte Regionalzentrum. Das Foyer am westlichen Haupteingang (rechts unten) liegt 3,20 Meter höher. Von hier haben die Gäste Zugang zu den teleskopartig herausfahrbaren Zuschauerplätzen. Die zwei mobilen Tribünen haben eine Kapazität von jeweils 85 Personen, gesamt also 170 Menschen.

Pro Teilhalle sind je zwei Umkleidekabinen mit Duschen und Sanitärräumen vorgesehen. Außerdem gibt es einen Regieraum mit Schiedsrichter-/Lehrerumkleide plus Sanitätsraum. An der nordwestlichen Ecke (li. u.) wird ein rollstuhlgerechter Aufzug eingebaut.

Joachim Strunk

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