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Lauenburg Jörn Kranacher soll sein Amt niederlegen
Lokales Lauenburg Jörn Kranacher soll sein Amt niederlegen
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18:22 16.01.2016

„Wir beantragen die Abwahl des zweiten stellvertretenden Bürgervorstehers Jörn Kranacher gemäß § 40a der Gemeindeordnung.“ So heißt es in einem Antrag der FWS-Fraktion an Bürgervorsteherin Kirsten Niemann zur nächsten Stadtverordnetenversammlung am Donnerstag, 28. Januar, im Rathaus. Ein in der Schwarzenbeker Geschichte wohl einmaliger Vorgang.

Nachdem Jörn Kranacher (45) von der Freien Wählergemeinschaft Schwarzenbek zur CDU gewechselt sei, stehe ihm dieses Amt nicht mehr zu, so der FWS-Vorsitzende Eberhard Schröder. Nun ist die Frage, ob er einen Großteil der übrigen Stadtverordneten für sein Ansinnen gewinnen kann, denn für die Abwahl sind zwei Drittel der Stimmen erforderlich. Die FWS hat drei von 33 Stimmen.

Dass Jörn Kranachers politischer Weg eine kleine Odyssee ist, belegt der mehrfache Wechsel in den vergangenenJahren: 2009 war er Mitglied der CDU und als Bürgervorsteher anerkannt und beliebt.

Nachdem er sein Amt überraschend aus gesundheitlichen Gründen niedergelegt hatte, verließ Kranacher, der über die Junge Union zur Kommunalpolitik kam, zusammen mit Margret Jennrich die CDU und gründete das Bündnis unabhängiger Bürger (BuB). 2013 ging Kranacher zur FWS und zog für die Freien Wähler in die Stadtvertretung ein, wurde zum zweiten stellvertretenden Bürgervorsteher gewählt. Bei seiner Rückkehr zur CDU im vergangenen Jahr nahm er dieses Amt mit. „Herr Kranacher hat unsere Wähler getäuscht und sollte sein Mandat niederlegen. Er wurde als FWS-Vertreter gewählt“, untermauert Schröder seinen Antrag. Kranacher begründete seine Rückkehr damit, dass die CDU seine politische Heimat sei. Mit Kranacher hatte auch Claas Weihmann das Lager gewechselt. Seitdem hat die CDU elf Sitze in der Stadtvertretung. Kranacher sieht keinen Anlass, sein Mandat oder Amt niederzulegen: „Es wurde auch die Person Kranacher gewählt, nicht nur die Partei. Eine Wählertäuschung sehe ich nicht. Ich setze mich für die Bürger ein, und das gelingt in einer größeren Partei besser.“ Er bezeichnete Schröder als Politiker mit Erfahrung und großer Sachkenntnis, „aber er gibt der jüngeren Generation keine Chance“. Auch den Sitz im wichtigen Haupt- und Planungsausschuss habe der 83-Jährige für sich beansprucht. — Jetzt dürfen die Bürger gespannt sein.

Ich habe bei der CDU meine politische Heimat.“Jörn Kranacher
Herr Kranacher hat unsere Wähler getäuscht.“Eberhard Schröder

Silke Geercken

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