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Lauenburg Journalist Hinzpeter gestorben
Lokales Lauenburg Journalist Hinzpeter gestorben
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18:10 30.01.2016
Jürgen Hinzpeter †
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Ratzeburg

Er war mit 66 Jahren schon Pensionär, als ihm eine große Ehre zuteil wurde: 2003 wurde Jürgen Hinzpeter mit dem Song Kun-ho Preis in Südkorea ausgezeichnet — für seine „Arbeit der wahrheitsgetreuen Berichterstattung“.

Im Mai 1980 entschloss sich der damalige Ostasien-Korrespondent des Norddeutschen Rundfunks, auf eigene Faust vom ARD-Studio Tokio nach Südkorea zu reisen. In der Großstadt Gwangju im Süden der Halbinsel war es zu Studentenunruhen gekommen. „Unter Einsatz seines Lebens“, wie es in der Laudatio hieß, filmte er dort das Militär-Massaker, infolge dessen 240 Menschen starben. Der Ratzeburger filmte heimlich, schmuggelte sein unentwickeltes Material in einer Keksdose aus dem Land und konnte als einziger westlicher Journalist über die Unruhen berichten. Indirekt habe er damit Geburtshilfe für die Demokratie in Südkorea geleistet.

Jürgen Hinzpeter studierte nach der Schulausbildung zunächst Medizin, ehe es ihn zum Norddeutschen Rundfunk nach Hamburg zog. Für die ARD wurde er nach Asien geschickt, wo er in den 1970er und -80er Jahren zahlreiche Beiträge aus Kambodscha, Vietnam, Japan und Korea drehte. Im Herbst 1986 wurde er von einer Sondereinheit der Polizei in Seoul krankenhausreif geschlagen, was das Ende seiner beruflichen Laufbahn bedeutete. 1990 zog er ins elterliche Haus nach Ratzeburg. Er starb im Alter von 78 Jahren am vergangenen Montag in der Uniklinik Lübeck.

unk

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