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Jugendliche aus aller Welt bauen Möllns neue Naturattraktion

Mölln Jugendliche aus aller Welt bauen Möllns neue Naturattraktion

Mitarbeiter der Integrierten Station im Uhlenkolk haben junge Gäste aus zehn Ländern. Sie bauen einen Insektengarten und wollen andere Kulturen und Landschaften erkunden.

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Die Gruppe geht auf Entdeckungstour im Uhlenkolk. Von der Landschaft sind alle Teilnehmer angetan.

Mölln. Unweit des Findlingsgartens im Uhlenkolk wird geschuftet. Junge Frauen und Männer stechen nach und nach Grassoden aus, wobei die Furchen ein etwa zwölf mal zwölf Meter großes Muster ergeben. Es wird die neue Attraktion im Naturparkzentrum Uhlenkolk – ein Insektengarten. Das Besondere: Es sind keine Forstarbeiter am Werk, sondern 15 junge Menschen aus zehn Nationen zwischen 16 und 27 Jahre alt, die 14 Tage lang am Internationalen Jugend-Workcamp teilnehmen. Sie kommen aus Belgien, Frankreich, Italien, Spanien, der Türkei, den USA, Mexiko, Südkorea und Nordrhein-Westfalen.

LN-Bild

Mitarbeiter der Integrierten Station im Uhlenkolk haben junge Gäste aus zehn Ländern – Sie bauen einen Insektengarten und wollen andere Kulturen und Landschaften erkunden.

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„Menschen aus anderen Ländern kennenlernen und die Natur erleben“: Das ist die Motivation von Jooyoyung aus Südkorea. Die 19-Jährige packt beherzt zu. Und wie gefällt ihr speziell die Natur hier in Mölln. „I love it“, sagt sie strahlend. Wer in ihr Gesicht blickt, merkt, dass es keine Phrase ist. Die Jugendlichen unterhalten sich auf Englisch, auch mit ihrem Betreuer Malte Göpel. Der 35-jährige gelernte Forstwirt hat schon einmal ein Jugendcamp der Internationalen Jugendgemeinschaftsdienste (IJGD) geleitet. Zuvor arbeitete er in der integrierten Station Haseldorfer Elbmarschenhaus. Damit ist er schon lange Angestellter des Landesamtes für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR).

„Wir wollen mit diesem Projekt vielen verschiedenen Insekten eine Unterkunft bieten, die ganz besondere Ansprüche haben“, erklärt Göpel. Dazu werden Steine, Erde und Pflanzen auf spezielle Weise angeordnet. Etwa wilde Bienen sollen später nisten. Schautafeln werden den Lebensraum für Besucher erläutern. Wer den Betreuer mit Vollbart und seiner zupackenden Art kennenlernt, merkt sofort, dass er einen Naturburschen vor sich hat. Das passt zu seinem Job im Dienst der Umwelt. Mit der Gruppe war er in dieser Woche bereits im Hochmoor im benachbarten Stormarn und hat Dämme gebaut. Natürliche Lebensräume sollen erhalten bleiben. Die Einsatzorte der Mitarbeiter der Integrierten Station enden nicht hinter den Grenzen Möllns.

Im Camp haben sich die Jugendlichen bereits eingelebt. Sie kochen zusammen und gehen gemeinsam schwimmen – wenn denn das Wetter mitspielt. Nachts allerdings, berichtet der 18-jährige Simon aus Belgien, sei es ganz schön kalt. Die Gruppe übernachtet nämlich in den hölzernen Hütten des grünen Klassenzimmers. Diese haben keine Türen, sondern sind an einer Seite nur mit einer Plane abgehängt.

Das kleine internationale Dörfchen, das dabei im Wald entstanden ist, sieht sehr idyllisch aus. „Doch nachts muss man schon mehrere Schichten übereinander ziehen“, sagt Simon.

Die Jugendlichen suchen Erfahrungen. „Vielleicht kann ich später in so einem Bereich arbeiten“, sagt der 20-Jährige Dogan. Die Camp-Erfahrung jedenfalls kann dem Türken keiner mehr nehmen. An der Neugier, dem Teamwork und der offenen Art der internationalen Gruppe können sich in Zeiten des Brexits oder aufkeimender Fremdenfeindlichkeit einige Politiker ein Beispiel nehmen.

Das Jugendcamp

Träger des Projekts sind die Internationalen Jugendgemeinschaftsdienste, Projektreferat Nord. Es wird vom Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (MELUR) finanziert und von der Stadt Mölln unterstützt. Bis zum 16. Juli sind die Jugendlichen in Mölln. 2014 hat bereits ein Camp dieser Art in Mölln stattgefunden. Es wurden Staudämme im Moor gebaut oder alte Zäune abgebaut. Unterstützung gibt es vom Nabu und der Nachbarstation in Haseldorf.

• Infos: www.ijgd.de

 Florian Grombein

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