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Lauenburg Junge Lego-Tüftler auf EM-Kurs
Lokales Lauenburg Junge Lego-Tüftler auf EM-Kurs
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20:21 09.03.2016
Das Team „We are One“ der Gemeinschaftsschule Schwarzenbek ist im Finale der First Lego League. Die Gruppe besteht aus Joshua (14), Fabian (14), Yannik (12), Lion (14), Angelina (15) und Jonas (15, von links). Quelle: Fotos: Philip Schülermann, Joachim Strunk

Voll automatisch düst der Lego-Roboter über die Platte und erledigt seine Aufgaben, löst Kettenreaktionen aus und bringt Lego-Steine an den Ort ihrer Bestimmung. Das Team „We are One“ verfolgt aufmerksam jeden Zentimeter, den er fährt, und jede Bewegung, die er macht. Bald reist es nach Ungarn zum Finale der „Final Lego League“, für das sich die Schüler in Eberswalde (Brandenburg) qualifiziert haben. Dazu tüfteln sie an ihrem Roboter — bis der Ablauf perfekt ist. Sie gehören zu den Besten in Deutschland.

„Unsere Saison beginnt, wenn die Aufgaben freigegeben werden“, sagt Joshua (14). Das war im im vergangenen August. Seitdem trifft sich „We are One“ regelmäßig, um sich Lösungen auszudenken, Strategien zu entwickeln und Bauteile zu konstruieren. Das Team baut einen Roboter aus Lego.

Wie ein Spielzeug sieht er aber nicht aus. Er hat Räder, einen Computerchip im Kern und einen Ausleger wie ein Kran — alles an ihm ist funktionell. Seine Aufgabe: In möglichst kurzer Zeit viele Dinge erledigen. Er muss ein Haus abreißen, Methanflaschen einsammeln und transportieren und Schadstoffe entsorgen — zumindest in der Lego-Welt. Dabei bewegt er sich ohne die Hilfe seiner Konstrukteure. „Er hat vier Lichtsensoren“, erzählt Lion (14) und zeigt die Unterseite des Roboters. „Er erkennt die Reflexion der schwarzen Linien“, sagt er. Sie sind auf dem Spielfeld aufgemalt.

Vorher müsse man aber den Computer kalibrieren, damit dieser Schwarz und Weiß unterscheiden könne. Gerade will der Roboter sein Ziel nicht exakt ansteuern. Schnell haben die Schüler den Fehler entdeckt: Sie hatten ihn falsch aufgestellt. Problem behoben. In diesem Jahr dreht sich alles ums Thema Müll. „Trash Trek“ heißt das Motto.

„Man fängt bei Null an“, sagt Jonas (15). Für jede der vom Veranstalter gestellten Aufgaben brauchen sie eine individuelle Lösung. Aber sie profitieren auch vom Wissen der letzten Jahre, ergänzt er.

Manchmal müssten sie lange überlegen, probieren und dabei immer dem strengen Reglement folgen. Sie versuchen, dass der Roboter möglichst mindestens zwei Aufgaben auf ein Mal erledigt — das spart Zeit. In der „Final Lego League“ haben die Tüftler pro Durchgang nur zweieinhalb Minuten Zeit, um möglichst viele der Aufgaben zu absolvieren. Jede gibt unterschiedlich viele Punkte. „Auch die Taktik ist wichtig“, sagt Coach Reinald Weber.

Ist der Roboter erst mal auf dem Feld unterwegs, darf das Team nicht mehr eingreifen. Nur, wenn er in der so genannten „Base“ steht. Dort wird er auch umgebaut. Je nach Aufgaben bekommt er anderes Werkzeug und startet von dort aus in eine neue Runde — von Station zu Station. Was da genau passiert, ist bei dem Tempo nur zu erahnen. Da muss man schon ganz genau hinsehen: Hebel umlegen, Schlaufen aufgabeln, Lego-Lkw beladen. 13 Aufgaben gibt es.

„We are One“ gehört zu den besten Teams in Deutschland. Weltweit gibt es 29000 Teilnehmer an der League, im Teilbereich des Schwarzenbeker Teams sind es 850. Sie gehören zu den 26 besten. Am 19.

und 20. März ist Europafinale in Ungarn. Das Team rechnet sich gute Chancen aus, erfolgreich zu sein.

Es wartet dort eine weitere Herausforderung: Jedes Team muss sich eines Forschungsthemas annehmen und es auf der Meisterschaft einer Jury präsentieren — auf Englisch. „We are One“ will Lösungen für Müllsortieranlagen präsentieren. Dazu war das Team auf Exkursion bei der Firma Buhck in Hamburg. Ein Förderband gibt es auch auf dem Spielfeld. Es sortiert reibungslos unterschiedlich große Lego-Steine. Der Roboter treibt das Band an. Alles gut gegangen.

Ohne die Schleswig-Holstein Netz AG gäbe es „We are One“ wohl nicht. Sie hatte die Idee zu dem Team. Das war 2009. „Das Team war über Jahre sehr erfolgreich“, sagt Christine Pinnow, Pressereferentin bei der Netz AG. Der Energieversorger unterstütze „We are One“ aus alter Verbundenheit auch in diesem Jahr mit 1500 Euro. „Als großer Ausbildungsbetrieb wollen wir Schüler für Technik begeistern“, sagt Pinnow. „Beeindruckend, was sie für Aufgaben lösen können.“ Das bestätigt Lion, der Programmierer des Teams: „Beim Wettbewerb geht es um Kleinigkeiten“. Jedes Teil, jede Bewegung und jeder Fahrtweg muss sitzen. Das braucht kreative Lösungen und ein ebenso kreatives Team — eines wie „We are One“.

Förderprogramm mit 29000 Teilnehmern

Das Förderprogramm Lego League für Kinder und Jugendliche will junge Tüftler an Wissenschaft und Technologie heranführen. In sportlicher Umgebung sollen sie für IT- und Ingenieursberufe begeistert werden. Seit 1999 gibt es die FLL. Heute machen 29000 Teilnehmer mit. Jedes Jahr gibt es ein neues Thema. Mit „Trash Trek“ geht es diesmal um das weltweite Müllproblem. Die FLL möchte auf globale Fragestellungen aufmerksam machen.

Von Philip Schülermann

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