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Lauenburg Kaffeehaus-Kultur soll in Schwarzenbek gelebt werden
Lokales Lauenburg Kaffeehaus-Kultur soll in Schwarzenbek gelebt werden
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23:56 05.03.2016
Konditormeister Matthias Gräper mit einer neuen Kreation: schwedische Käsecreme-Kringel. Quelle: Silke Geercken

Die Glückstüten sollen ihm, aber auch anderen helfen, denn ein Euro pro Tüte gehen an soziale Zwecke. Konditormeister Matthias Gräper guckt wieder positiv in die Zukunft. Eine drohende Zwangsversteigerung konnte abgewendet werden. Der Konzentration im Bäckerei-Handwerk sieht der Schwarzenbeker gelassen entgegen. Er will mit neuem Konzept der Konkurrenz trotzen.

„Wir haben uns mit dem Gericht geeinigt“, sagt Gräper lapidar. Mehr möchte er dazu nicht sagen. Nur, dass es zur Schieflage gekommen war, weil er sich verrechnet hatte. Er hatte auf den Großabsatz südamerikanischer Teigtaschen gesetzt, „die gehen dort ähnlich schnell weg wie bei uns die Pizza“. Die so genannten „Saltenas“ wurden aber in Deutschland nicht angenommen. Sein Unternehmen, 1959 vom Vater Herbert Gräper aufgebaut, 1993 von Sohn Matthias übernommen, hat 20 Mitarbeiter zu bezahlen. Und obwohl die Leute oft Schlange stehen, um die beliebten Körnerbrötchen zu kaufen (sonnabends werden rund 7000 Brötchen verkauft), sah es eine Zeit lang nicht gut aus für den Traditionsbetrieb.

Das aber ist Schnee von gestern. Nun will der Bäcker, der einst als Geselle Landesmeister für den Bereich Hamburg/Bremen und Schleswig-Holstein wurde, mit neuen Ideen und Altbewährtem noch einmal durchstarten. Gerade laufen Verhandlung mit einem französischen Patissier. Nach seinen Rezepten will er Törtchen und Kuchen backen, alles soll handgemacht sein. So wie die Brötchen, deren Teig bei ihm nicht über Bänder laufe. „Wir wollen weg von Industrieware und einen gehobenen Konditorenbereich aufbauen“, sagt Gräper. Da sieht er auch einen großen Vorteil zu Bäckerei-Ketten. Obwohl Großbäcker Gebr. Eggers gerade direkt gegenüber eine Filiale eröffnet hat, sieht Gräper darin keine Existenzbedrohung. „Bei uns gibt es keine Ware vom Band.“ Man wolle zurück zur alten Caféhaus-Kultur kommen. Unterstützt wird der Konditormeister von der Werbeagentur Gleichklang, geführt von Michael Bender und Bettina Gräper, der Schwester des Bäckers. Es wird eine monatliche Kaffeehaus-Zeitung geben, eine Glückstüte mit Keksen und schönen Sprüchen sowie amerikanische Cookies, vom Meister selbst ohne Konservierungs- und Zusatzstoffe gebacken. Das Café, von Dagmar Koops geführt, soll eine Auffrischung bekommen. Im Tortenbereich soll es hochwertige Törtchen geben, von Petit feure über Cognac-, Mousse und Fruchttörtchen, auch feinste belgische Patisserie-Produkte.

Daneben verhandelt Gräper derzeit mit bekannten Röstereien über eine extra für die Konditorei entwickelte Kaffeeröstung. „Wir wollen das feinste Café im Kreisgebiet werden“, nennt der Konditormeister sein ambitioniertes Ziel. Zum neuen Konzept gehört auch eine von Seniorchefin Lieselotte Gräper entwickelte Konfitürenserie. „Wir möchten Genuss für Geist und Gaumen bieten und eine Caféhauskultur der 1930er Jahre pflegen“, sagt Gräper. Mit etwas Glück wird der Betrieb, 1898 von Eduard Maas gegründet, noch einige Jahrzehnte weiter gehen. Mit den sechs und zehn Jahre alten Söhnen Gräpers wächst bereits die nächste Bäcker-Generation heran.

Von Silke Geercken

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