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Lauenburg „Kaiser-Wilhelm“-Freunde bestätigten Vorsitzenden
Lokales Lauenburg „Kaiser-Wilhelm“-Freunde bestätigten Vorsitzenden
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20:31 21.10.2013
Mehrere Spanten, die den Schiffsrumpf stabilisieren, sind beim Raddampfer „Kaiser Wilhelm“ in extrem schlechtem Zustand. Deshalb hatte sich die ehemalige Crew geweigert, noch mit dem Schiff zu fahren. Jetzt soll das schwimmende Denkmal saniert werden. Quelle: Fotos: Timo Jann
Lauenburg

Kehrt beim „Verein zur Förderung des Lauenburger Elbschifffahrtsvereins“ jetzt endlich Ruhe ein? Unter Ausschluss der Öffentlichkeit hatte sich der Verein, der auch den Raddampfer „Kaiser Wilhelm“ betreibt, am Sonnabend zur Mitgliederversammlung im „Mosaik“ getroffen. Wichtigste Aufgabe der Versammlung: Einen Vorstand zu wählen, weil die Wahl und Satzungsänderungen vom Mai angefochten und vom Amtsgericht nicht anerkannt worden war. Reeder Markus Reich (54), den die Versammlung bereits im Mai gewählt hatte, wurde auch diesmal mit Mehrheit zum Vorsitzenden gewählt. Er ist der einzige, der zurzeit den „Kaiser“ fahren kann.

Vor der Versammlung hatten bereits Werner Büker, der zweite Vorsitzende, und Wilhelm Bischoff, der Geschäftsführer des Vereins, ihre Ämter niedergelegt. Vor allem an Bischoff hatte sich innerhalb des Vereins immer wieder Widerstand entzündet. Neuer Geschäftsführer ist Holger Böttcher. Der 44-Jährige war von 1985 bis 1995 bereits an Bord des Raddampfers aktiv. „Ich war so etwas wie die rechte Hand von Dr. Ernst Schmidt, der den Dampfer nach Lauenburg geholt hatte“, sagt Böttcher. Jetzt möchte er vor allem das Marketing ankurbeln. „Der ‚Kaiser Wilhelm‘ soll wieder die verlässliche Größe sein, die er früher war“, sagt Böttcher.

Nach der Wahl im Mai war unter anderem kritisiert worden, dass Bürgermeister Andreas Thiede Kraft seines Amtes dem Vorstand angehören sollte. Dazu hatte es eine Satzungsänderung gegeben. Die kam diesmal nicht wieder auf den Tisch — Thiede wurde aber als Privatmann zum Beisitzer gewählt. Damit behält die Stadt, für die der Raddampfer touristisch von großer Bedeutung ist, im Vorstand Stimmrecht. Der Verein hat nun wichtige Posten neu besetzt, um die Querelen der Vergangenheit endgültig auszuräumen. Auf den neuen Vorstand warten große Aufgaben. Spätestens Ende November soll die Sanierung des 113 Jahre alten „Kaiser Wilhelm“ starten.

Priorität hat dabei der Erhalt der Funktion unter Berücksichtigung des Bestandsschutzes. Damit ist auch der bisher Einbau eines Notstromdiesels vom Tisch. Ob ein geplanter Fäkalientank installiert werden kann, ist unklar. „Wir wollen den Charakter des ‚Kaiser Wilhelm‘ bewahren und ihn entsprechend der Vorgaben des Bestandsschutzes auf Vordermann bringen“, sagt Reich. „Die Versammlung hat uns untersagt, Sachen zu modernisieren“, so Reich. Damit würde man den Bestandsschutz riskieren, sodass danach viel strengere Richtlinien für den Fahrbetrieb gelten würden.

400 000 Euro hat der Bund auf Initiative des Lauenburger CDU-Bundestagsabgeordneten Norbert Brackmann zur Verfügung gestellt, um das schwimmende Denkmal zu retten. Reich: „Wir müssen sehen, wie weit wir mit dem Geld kommen. Zunächst sollen die Vakuumpumpe und der Schieberkasten für die Maschinensteuerung erneuert werden. Auch muss geprüft werden, wie stark die Eisenplatten der Radkästen sind. Diese gelten als Schwachstellen— ebenso wie Teile des Schiffsbodens. Außerdem soll auch im Achterschiff das Holzdeck erneuert werden. Einziger Bewerber im Rahmen der Ausschreibung war die Lauenburger Hitzler-Werft. Im Mai 2014 soll der „Kaiser“ in die neue Saison starten.

Dampfer ist schon 113
Der „Kaiser Wilhelm“ wurde vor mehr als 40 Jahren vor der Verschrottung gerettet. Damals kam er von der Weser an die Elbe und nach Lauenburg. Seitdem fährt der im Jahre1900 gebaute Raddampfer ohne Unterbrechung jedes Jahr im Sommer ab Lauenburg auf dem Fluss.

Timo Jann

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