Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Lauenburg Kamera: Eltern schalten Schulaufsicht ein
Lokales Lauenburg Kamera: Eltern schalten Schulaufsicht ein
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:52 09.06.2017
Mit ihren Plakaten machten die Gymnasiasten auf mehrere Probleme an der Schule aufmerksam. Es ging nicht nur um die geheime Videoüberwachung.

Noch vor Unterrichtsbeginn haben etwa 40 Schülerinnen und Schüler des Marion-Dönhoff-Gymnasiums in Mölln erneut vor ihrer Schule demonstriert. Anlass dafür war die Überwachungskamera, die vor zwei Tagen in der Schule entdeckt worden war. Weder Lehrerschaft noch Schüler wussten von der Überwachung, was Empörung ausgelöst hatte. Jetzt schaltet sich auch der Schulelternbeirat (SEB) ein. Um die Rechtslage zu klären, habe sich der SEB an die Schulaufsicht des Ministeriums in Kiel gewandt.

Wieder haben gestern Möllner Gymnasiasten demonstriert – Eltern wenden sich an Bildungsministerium.

„Von dort untersucht man den Vorgang und wir erwarten eine Antwort“, erklärt Manfred Ohldag, Vorsitzender des SEB am Möllner Gymnasium in einem Brief an die Eltern. Außerdem gebe es eine dienstaufsichtliche Prüfung der Stadt Mölln als Schulträger. Inzwischen sollen laut Ohldag mehrere Strafanzeigen gegen Schulleiter Dr. Thomas Eggers vorliegen. Der allerdings wird sich nicht zu dem Thema äußern. Auskünfte erteilt nur das Ministerium in Kiel. „Der Schulleiter hat auf unsere Nachfrage dazu erklärt, dass er die Installation einer Kamera als letzte Möglichkeit gesehen habe, einen schweren Mobbingfall aufklären zu können“, heißt es im Brief.

Schon am Mittwoch war es zu einer spontanen Demo in der Schule gekommen. Zu dieser neuerlichen Demo gestern Morgen hatten Schüler sogar mit der Billigung der Lehrer aufgerufen. Sie trugen Plakate mit sich, auf denen sie sich für „das Recht am eigenen Bild“ aussprachen und auf denen sie immer wieder deutlich erkennbar den Schulleiter an den Pranger stellten. „Das ungebremste Streben nach immer mehr Fortschritt zerstört jede Gemeinschaft – Marion Dönhoff“ oder „Das Allgemeinwohl muss an die erste Stelle rücken“, war dort zu lesen. Die Schüler wurden von der Besatzung eines Polizeiautos beobachtet. Die Beamten rückten erst ab, als die Demo beendet war.

Offenbar nutzten die Schüler die Gelegenheit, um ihrem Ärger über viele andere Missstände am Marion-Dönhoff-Gymnasium Luft zu machen. So sollen nach Aussagen der demonstrierenden Schüler viele Lehrkräfte nicht mehr hinter ihrem Schulleiter stehen. Auch der Personalrat existiere nicht mehr und die Schülervertretung vertrete nur ihre eigenen Vorstellungen, hieß es. Schon lange aber nicht mehr die aller Schüler.

Die inzwischen abgebaute Kamera war längst nicht mehr das Hauptthema der Demo. Doch sie wird Eltern, Schüler und Lehrer sicher noch weiter beschäftigen.

jeb

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Morgen Demonstration in Lauenburg.

09.06.2017
Lauenburg LN SERIE: HINTER ALTEN MAUERN – Altes E-Werk in Lauenburg - Strom aus robusten Schiffsdieseln

Gleich neben der Palmschleuse wurde ab 1921 Elektrizität für die Stadt an der Elbe produziert.

09.06.2017

CDU Ratzeburg wechselt Fraktionschef aus – Städtebauer Thiele für Banker Koch.

09.06.2017
Anzeige