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Lauenburg Kampf gegen Möllns Leerstand
Lokales Lauenburg Kampf gegen Möllns Leerstand
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11:52 18.01.2016
„Danke Mölln“ steht an der Tür. Der Modeladen „Hold“ bekommt einen Nachfolger.

Mit Papier abgeklebte Schaufenster. Schilder, auf denen „zu vermieten“ steht. Andere Ladenlokale sehen aus, als wären sie gerade erst eilig geräumt worden. In der Möllner Innenstadt stehen viele Läden leer. Aus Sicht der Möllner Citymanagerin Monika Siegel seien es zu viele, und das sei „nicht akzeptabel“. Die Möllner Händler haben es nicht leicht, sich gegen die Konkurrenz aus anderen Städten zu behaupten. Es fehlen gemeinsame Pläne.

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Eines der jüngsten „Opfer“ an der Hauptstraße: Ende 2015 schloss „Textil & Spiel Biehl“ nach mehr als 100 Jahren. Die Immobilie ist neu vermietet.

Rund zehn Prozent der 92 Läden in der Innenstadt Möllns seien ungenutzt. „Das ist gerade eine harte Zeit, aber man darf sich nicht hängen lassen“, sagt Monika Siegel. Seit April vergangenen Jahres hat sie das Amt der Citymanagerin inne. Der Zusammenschluss Möllner Händler, das „Mölln Marketing“, hatte keinen Bestand.

Die Gründe für den hohen Anteil leerstehender Läden sind vielfältig. Als ein Problem nennt Monika Siegel Alter und Zustand der Häuser in der City. Barrierefreiheit zu gewährleisten sei kaum möglich, auch seien Händler in der Schaufenstergestaltung eingeschränkt. Zu investieren sei eine Grundvoraussetzung, „aber der Denkmalschutz bremst die Händler aus“, sagt Siegel. Im Integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzept (ISEK) für die Altstadt ist von einem Drittel der Gebäude die Rede, die starke bauliche Mängel aufweisen.

Hinzu kommt der Onlinehandel, und dass viele Möllner nach Lübeck oder Hamburg fahren, um zu shoppen. Dort gibt es größere Läden und Ketten, die es nicht in die kleinen Ladenlokale in Mölln zieht.

Auch Ratzeburg stellt eine Konkurrenz dar. „Die können wir aushalten“, sagt Siegel. Man könne auch enger zusammenarbeiten.

„Fünf Prozent Leerstand sind realistisch“, sagt Monika Siegel. Stoppen könne man ihn nicht, aber man könne das Klima verändern. „Das heißt nicht, dass wir uns nicht kümmern“, sagt sie. Schließlich hätten auch drei neue Läden im vergangenen Jahr eröffnet und zwei leere bereits Nachmieter gefunden.

Zusammenhalt der Händler sei wichtig. „Sie müssen einheitlich handeln. So könnten wir uns gut positionieren.“ Daran fehle es in der Stadt. Zudem könne man den Tourismus stärker nutzen.

Laut dem ISEK sind es 2009 noch 21 Prozent der Läden gewesen, die leerstanden (26 von 121 untersuchten Läden). Die Quote zeige sich heute „weitestgehend unverändert“, heißt es in dem Bericht. Ein Grund ist laut des ISEK, dass mit Karstadt/Hertie „ein wichtiger Magnet für Mölln“ geschlossen hatte. Das ehemalige Sporthaus des Konzerns an der Hauptstraße steht bereits seit 2009 leer. Der andere Hertie-Bau wurde neu genutzt, damit ein „großer Leerstand revitalisiert“. Auch die Infrastruktur sei für den Handel problematisch: Viel Verkehr, unzureichende Gehwege im Nordteil der Innenstadt, keine attraktiven Rundläufe wegen fehlender Geschäfte mit „Magnetwirkung“ in den Nebenstraßen.

Möllns Citymanagerin sieht eine Chance in inhabergeführten Geschäften. „Wir müssen gezielt den Fachhandel holen.“ Damit könne sich Mölln abheben. Der innerstädtischen Tristesse könnte zudem ihr Plan entgegenwirken, Geschäfte in den Kern der Stadt zu holen, die jetzt etwas außerhalb angesiedelt sind. Dahingehend habe es bereits Gespräche gegeben. Außerdem gebe es interessierte Existenzgründer, die sich ansiedeln wollten und Unternehmer, die an einer Interimslösung interessiert seien. Allerdings scheitere es häufig an der Zustimmung der Hauseigentümer — von ihnen kam nur einer zu einem Existenzgründertreffen, das die Citymanagerin initiiert hatte.

Bei den angesiedelten Händlern fehle es ihr gegenüber an Vertrauen, berichtet Siegel, sie seien skeptisch und wollten sich nicht in ihr Geschäft hereinreden lassen. Das wolle sie auch gar nicht. „Ich verstehe mich als Lotse“, sagt sie. „Das ist nicht immer ein Zuckerschlecken, aber es macht viel Spaß“, fasst sie das vergangene Jahr im neuen Amt zusammen. Ihr steht ein Beirat aus Möllner Händlern beratend zur Seite. „Aber die Verantwortung liegt auf meinen Schultern.“

„Wir müssen gezielt den Fachhandel holen. Inhabergeführte Geschäfte sind eine Chance. “
Monika Siegel, Citymanagerin

Philip Schülermann

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