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Lauenburg Kanalbauer starten Millionenprojekt
Lokales Lauenburg Kanalbauer starten Millionenprojekt
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20:12 26.06.2017
Nina Scheer, SPD-Bundestagsabgeordnete: „Wenn der Kanal gerettet werden soll, und wenn da Geld ’reinfließen soll, muss das im Bundesverkehrswegeplan passieren.“ Quelle: Foto: Hm
Güster/Lauenburg

Die Vorbereitungen für den Kanalausbau beginnen. Was bislang nur als Projektdossier „W 33“ im Bundesverkehrswegeplan existiert, soll nun mit konkreten Plänen untermauert werden. Dazu nimmt am Montag die neue 20-köpfige Projektgruppe der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung in Lauenburg ihre Arbeit auf. Das hat Andreas Dohms, beim WSA für Neubauten und Unterhalt verantwortlich, bei einer Veranstaltung des Prüßsee- Vereins in Güster bekanntgegeben.

838 Millionen Euro soll der Ausbau des Kanals kosten. Grundlage dieser ersten Schätzung sind Erfahrungswerte aus

anderen Projekten.

In drei Jahren sollen die Vorplanungen abgeschlossen sein. Dann wird über Vieles, worüber derzeit nur spekuliert wird, deutlich mehr Klarheit herrschen. Die einmal in den 70er Jahren vorgesehene Begradigung im Bereich der Güsteraner S-Kurve scheint allerdings schon jetzt in der damaligen Form vom Tisch zu sein. Dohms bezeichnete sie bei der vom BUND moderierten Veranstaltung vor 150 Gästen im Saal des Gemeinschaftshauses Güster als „Worst-Case-Szenario“, wie es heutzutage nicht mehr umsetzbar sei. Im Bundesverkehrswegplan habe man bewusst dieses „sehr scharfe Bild, das wahrscheinlich nicht komme“ gezeichnet.

„Wir müssen jetzt erst einmal Grundlagen schaffen“, sagte WSA-Vertreter Dohms über die Stimmung bei den Lauenburger Wasserbauern. Um überhaupt loslegen zu können „ochsen wir derzeit ganz schön“. So gehe es darum, die vorgesehenen Stellen einzurichten und die benötigten Räume bereitzustellen. Von den ersten 20 Stellen seien bisher nur 15 besetzt. Denn der im Bundesverkehrswegeplan vorgesehene Ausbau des Elbe-Lübeck-Kanals „hat auch uns im WSA überrascht“, räumte Dohms ein.

So habe auch jüngst erst der Staatssekretär im Bundesverkehrsministeriums Enak Ferlemann bestätigt, dass der Ausbau des Elbe-Lübeck-Kanals kein Projekt des Bundesverkehrsministeriums sei, sondern „aus der Mitte des Haushaltsausschusses“, also aus dem Parlament, gekommen sei. In dem Ausschuss sitzen die beiden schleswig-holsteinischen Abgeordneten Norbert Brackmann (CDU) aus Lauenburg und Bettina Hagedorn (SPD) aus Ostholstein. Allerdings sei der Kanalausbau auch schon im Bundesverkehrswegeplan 2003 enthalten; mit der Maßgabe, dass die Schleusen – wenn sie baufällig sind – an die Größe der heutigen Schiffe angepasst werden, wie sie nach der aktuellen Kategorisierung des Kanals eigentlich auf dem Kanal fahren können müssten. Schon heute könne nicht einmal das 85 Meter lange Europaschiff auf dem Kanal verkehren, da alle Schleusen, außer der in Lauenburg, nur 80 Meter lang sind.

Genau damit begründete die SPD-Abgeordnete Nina Scheer ihre Unterstützung für den Kanal. „Die bisherige Diskussion hatte sich immer um den Erhalt und damit die Schleusen gerankt. „Die haben eine Planungszeit von zehn Jahren und wenn man damit nicht anfängt, wird der Kanal irgendwann in der Luft hängen“, sagte Scheer.„Wenn der Kanal gerettet werden soll, und wenn da Geld reinfließen soll, muss das im Verkehrswegeplan passieren.“

Wenn sich am 3. Juli erstmals die Mitarbeiter der Planungsgruppe treffen, wird der Startschuss gegeben, genau dieses In-der-Luft-hängen zu verhindern. Zu den ersten Schritten gehören neben der Grundlagenermittlung und den Vorplanungen auch Scoping-Verfahren zur Ermittlung der Betroffenheit. In drei bis vier Jahren könnte das Genehmigungsverfahren beginnen, schätzt Dohms vorsichtig. Dazu gehört auch die Möglichkeit der Bürger, Eingaben zu machen. Ein erster Schritt vorgezogener Bürgerbeteiligung sei jetzt die Veranstaltung in Güster gewesen.

Kanalausbau

Der Ausbau des 110 Jahre alten Elbe-Lübeck-Kanals ist umstritten. Um das noch im absoluten Anfangsstadium befindliche Projekt ranken sich viele Spekulationen.

Kritik am Kanalausbau gibt es auch vom BUND. Die Umweltlobbyisten informieren derzeit auf zahlreichen Veranstaltungen wie jetzt in Güster über den Ausbau. Die bisherigen Aussagen unterziehen die LN in den nächsten Tagen einem Faktencheck.

Holger Marohn

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