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Lauenburg Kandidaten eröffnen den Wahlkampf
Lokales Lauenburg Kandidaten eröffnen den Wahlkampf
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10:00 30.08.2017
Geesthacht

Die Messe war bereits geschlossen, trotzdem haben gestern etwa 80 Gäste den Weg zur Podiumsdiskussion der lauenburgischen Kandidaten zur Bundestagswahl gefunden. In der Alfred-Nobel-Schule diskutierten Nina Scheer (SPD), Norbert Brackmann (CDU) und Konstantin von Notz (Grüne). Für die Positionen der FDP trat Jan-Marcus Rossa ein, der auf einen Platz als Nachrücker für den Kieler Landtag hofft.

Vier Wochen vor der Bundestagswahl haben sich die Direktkandidaten Nina Scheer (SPD), Norbert Brackmann (CDU) und Konstantin von Notz (Grüne) in Geesthacht einen Schlagabtausch geliefert.

„So eine Bahnan- bindung nach Hamburg kann nicht allein auf Kosten der Steuerzahler umgesetzt werden." Norbert Brackmann, Kandidat der CDU

„Ich halte es für einen untragbaren Zustand, dass die größte Stadt des Kreises Geesthacht keine Bahnanbindung hat“, sagte Konstantin von Notz. Die Pläne für eine Bahnanbindung an Hamburg füllten einen großen Teil des Talks aus. Die Politiker diskutierten darüber besonders kämpferisch.

Ein Mitglied des Geesthachter Wirtschaftsbeirates im Publikum monierte, dass Landesverkehrsminister Bernd Buchholz (FDP) der Bahnanbindung nach Hamburg eine Absage erteilt habe. Rossa erklärte, Buchholz habe lediglich auf die Bremse getreten, weil er eine Machbarkeitsstudie abwarten wolle. Falle diese positiv aus, so werde sich der Minister nicht dagegen stellen. „Wir hätten uns gewünscht, dass der Minister uns ein klares Signal gibt, dass er das Bahnprojekt genauso positiv begleiten will, wie die alte Landesregierung“, so Geesthachts Bürgermeister Olaf Schulze (SPD). Am Sinn einer Machbarkeitsstudie zweifle auch die Geesthachter Ratsversammlung nicht.

„So eine Bahnanbindung nach Hamburg kann nicht allein auf Kosten der Steuerzahler umgesetzt werden“, erklärte Brackmann. Die Wirtschaftlichkeit müsse gewährleistet sein. Außerdem seien bei solchen Projekten häufig Anlieger nicht bereit, etwas von ihren Grundstücken abzugeben, um für vorgeschriebene Ausgleichsflächen zu sorgen. Doch er relativierte seine Aussagen. Es gelte jetzt ein Zeitfenster für die Finanzierung so einer Bahnanbindung zu nutzen, um möglicherweise Geld vom Bund zu blocken und so das beste Ergebnis zu erreichen. „Es muss möglich sein, über den Tellerrand des Wirtschaftlichen zu blicken, um ein für die Region so wichtiges Projekt zu realisieren“, erklärte Nina Scheer. Buchholz müsse das Fragezeichen in Sachen Bahnanbindung streichen.

Einen weiteren großen Raum der Diskussion nahmen die Herausforderungen der Digitalisierung sowie die Energiewende ein. Nach zwei Stunden war die Diskussion, die die Wirtschaftliche Vereinigung Geesthacht organisiert hatte, beendet.

 Florian Grombein

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