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Lauenburg Karnevalsnacht mit Büttenreden und Männerballett
Lokales Lauenburg Karnevalsnacht mit Büttenreden und Männerballett
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18:12 29.01.2018
Während der Karnevalsnacht zeigten verschiedene Tanzgruppen der anwesenden Vereine ihr Können. Quelle: Fotos: Timo Jann
Lauenburg

„Karneval ist einfach Spaß am Leben“, sagte Karl-Heinz Faust, der Vorsitzende des Vereins. Und auch für die zweite Nacht am kommenden Sonnabend sind bereits mehr Tickets weg, als Plätze gedacht waren. „Da rücken wir einfach alle enger zusammen“, sagt Faust.

Unter dem Motto „Ritter, Gaukler, Burgverwalter – Karneval wie im Mittelalter“ feierten die Mitglieder des Schnakenbeker Carnevalsvereins von 1990 mit ihren Gästen in Lauenburg jetzt die erste Karnevalsnacht der Session. Die Osterwoldhalle an der Elbstraße war ausverkauft.

Mit Moderatorin Andrea Riekmann als Sitzungspräsidentin hatte der Verein wieder eine routinierte Kraft am Start, die souverän durch das abwechslungsreiche Programm auf der Bühne führte. Der Elferrat wachte in seiner dekorierten Burg darüber, wie sich das Männerballett präsentierte, was die verschiedenen Tanzgruppen zeigten und dass das Elfte Regiment einen ordentlichen Salutschuss für Prinz Luca I. und Prinzessin Taline I. zum II. abfeuerten. „Wenn etwas besonders gut war, sagte man im Mittelalter 'hört, hört', das kann dann hier heute auch gerne so sein“, animierte Andrea Riekmann die Gäste.

Und so kam es dann auch. Und dass auch schon der Nachwuchs bei all den Narren ordentlich mitmischt, zeigten nicht nur die jungen Tänzerinnen des Schnakenbeker Carnevalsvereins, sondern auch Jette (13) vom Carnevalclub Süderelbe, die in die Bütt stieg und eine Rede zur Suche nach ihrem ersten Freund schwang. „Als ich noch etwas klein war, war mein Papa mein Traummann, was ich heute nicht mehr verstehen kann“, reimte sie. Und weiter: „Mein Vater ist sehr eitel, er hat nur einen breiten Scheitel.“ Der Freund sollte einer wie aus einer Boygroup sein, sinnierte Jette. „13 Jahre hab ich ’rumgegammelt, jetzt werden Erfahrungen gesammelt“, spornte sie sich selbst an. „Damit man das Küssen üben kann, tut es auch mal der Typ von nebenan“, stellte sie fest. Doch dann, oh Graus, lief es auf eine Onlinesuche ’raus, schrieb ihr ein Kandidat nette Mails, es folgte ein Foto. „Uralt war der, sicher schon über 20, oh Gott, der ist sicher schon ranzig“, fürchtete die Büttenrednerin unter tosendem Beifall und zufriedenem „hört, hört“ der Zuhörer in der Osterwoldhalle. Gefeiert wird der Karneval in Schnakenbek – und damit auch in Lauenburg – nach traditioneller Kölner Art. Mit kräftigem dreifachem Alaaf!

„Bei uns sind immer alle hoch motiviert bei der Sache“, so Faust, der stolz auf seine Truppe mit den rot-weiß-goldenen Narrenkappen ist. Vom 11.11. bis zum Rosenmontag (dieses Jahr am 12. Februar) ist der kleine Verein aus Schnakenbek fast jedes Wochenende irgendwo in Sachen Karneval unterwegs. „Wir waren auch schon zum Feiern in Köln, aber meistens sind wir hier in Norddeutschland bei befreundeten Vereinen zu Gast“, sagt der Vorsitzende. Dann gibt es als Gastgeschenk immer einen Auftritt der eigenen Gruppen oder Akteure während der Feiern. So wird das gegenseitig gehandhabt.

In Lauenburg zeigten diesmal neben Jette mit ihrer Büttenrede auch Tänzerinnen vom Club Süderelbe und aus Lübeck sowie weitere befreundete Karnevalisten aus Lübeck und Rendsburg ihr Können während der Karnevalsnacht in der Osterwoldhalle. „Insgesamt haben wir ein fast dreistündiges Programm“, berichtete Faust zufrieden.

Andrea Riekmann sprach dann ein Lob auf den Gemeinderat aus und verriet, dass Schnakenbek jetzt ja einen Nacktwanderweg bekommen soll. Von Glüsing bis ins Dorf, am Waldrand lang über die Dorfstraße zur Alten Salzstraße. An einem Drehkreuz kostet es Gebühr. „Nicht die Wanderer sind nackt, sondern die Anwohner“, löste sie die erhoffte neue Einnahmequelle der Gemeinde vor den Toren Lauenburgs auf.

Bis in die Nacht wurde die fünfte Jahreszeit, deren Finale in den Hochburgen erst noch bevorsteht, gefeiert.

Von Timo Jann

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