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„Karoline“ wird wieder fit gemacht

Geesthacht „Karoline“ wird wieder fit gemacht

Einer Operation am offenen Herzen, allerdings mit mächtigen Hammerschlägen und jeder Menge Rostabplatzungen, muss sich Dampflok „Karoline“ gerade unterziehen. Die Arbeitsgemeinschaft Geesthachter Eisenbahn (AGE) lässt an der 1945 gebauten Lok - dem Aushängeschild des zwischen Geesthacht und Bergedorf fahrenden Museumszuges - die Rauchrohre erneuern.

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Arbeit für Fachleute: Henry Kriecks demontiert im Kessel der 1945 gebauten Dampflok „Karoline“ die alten Rauchrohre.

Quelle: Fotos: Timo Jann

Geesthacht.  180 Stück davon befinden sich im Kessel zwischen Feuerloch und Schornstein.

LN-Bild

Museumslok erhält neue Rauchrohre – Restaurierung nach Originalplänen.

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„Die Rauchrohre werden beim Betrieb von Rauch durchströmt, der im Feuerloch durch das Verbrennen der Kohle entsteht und aus dem Schornstein wieder entweicht. So wird das Wasser im Kessel schneller erhitzt“, erklärt Hermann Scharping, der Vorsitzende der AGE.

Zuletzt waren die Rauchrohre 2002 im Rahmen der großen Restaurierung der Lok erneuert worden. Scharping: „Dass sie bei unserem unregelmäßigen Betrieb 15 Jahre gehalten haben, ist gut.“ Korrosion, Hitze und Wasser hatten den Rohren teilweise stark zugesetzt. „Einige haben bereits Rostlöcher“, so Scharping.

Mit der Erneuerung wurde das Husumer Unternehmen Wulff & Umag Energie Solution GmbH beauftragt. Die Experten hatten bereits auf der Hitzler-Werft den Dampfkessel für die Barkasse „Otto Laufer“

erneuert. Damals wie heute wird nach Originalplänen gearbeitet. Die neuen Rohre werden aus drei Stücken zu einem gefügt. Das lange Mittelstück im Kessel und die jeweiligen Anschlüsse an die Rauchkammer unterhalb des Schornsteins und am Feuerloch. „Wir verfügen noch über die Baupläne der Lok, ohne die würde es auch beim Tüv Probleme geben“, sagt Knut Wiese vom Vorstand der AGE.

Ein Prüfingenieur des Technischen Überwachungsvereins wird jetzt „Karolines“ Kessel ganz genau inspizieren. Wiese: „Wir gehen davon aus, dass alles gut sein wird.“ Die seltene Chance, ohne Rauchrohre alles genau sehen zu können, muss aber genutzt werden.

Der Husumer Auftragnehmer hat sich für die Arbeiten im Kessel eigens Fachleute aus Görlitz geholt. „Überall, wo Dampf drauf ist, sind wir aktiv. Auf Schiffen und in Kraftwerken ebenso wie bei Loks“, sagt Kesselbauer Henry Kriecks. „Wenn die Rauchrohre erstmal erneuert sind, ist ,Karoline‘ wieder so gut wie neu“, sagt er. Die Lok fährt mit einem Kesseldruck von zwölf Bar. Kraft genug, um die 56 Tonnen schwere „Karoline“ samt Waggons zu bewegen.

Zum nächsten Fahrwochenende am 9. und 10. September wird der Museumszug definitiv von einer Diesellok der AGE gezogen. „Bis dahin werden wir die Arbeiten nicht abschließen können, aber vielleicht klappt es zu den Fahrten im Oktober“, sagt Scharping.

Er hofft zudem, dass sich der eine oder andere Sponsor beim Verein meldet. 50000 Euro kosten die nötigen Arbeiten. Scharping: „Außer einer finanziellen Unterstützung würden wir auch helfende Hände gut brauchen können.“ Nächstes Jahr wird die erste Lok der AGE, die „Dornröschen“ heißt und gerade restauriert wird, 100 Jahre alt. Sie soll dann möglichst wieder mit dem Museumszug fahren können.

 Timo Jann

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