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Katzenplage – da hilft nur noch die Kastrationspflicht

Moelln Katzenplage – da hilft nur noch die Kastrationspflicht

Angesichts der weiterhin zunehmenden Zahl ausgesetzter oder wild lebender Katzen im Lauenburgischen hat Gaston Prüsmann, Vorsitzender des Tierschutzvereins in Mölln, seine Forderung nach einer Zwangs-Kastration für alle Katzen und Kater im Kreis e

Herzogtum Lauenburg. Angesichts der weiterhin zunehmenden Zahl ausgesetzter oder wild lebender Katzen im Lauenburgischen hat Gaston Prüsmann, Vorsitzender des Tierschutzvereins in Mölln, seine Forderung nach einer Zwangs-Kastration für alle Katzen und Kater im Kreis erneuert: „Wenn wir nicht sehr bald etwas tun, werden wir riesige Probleme kriegen.“

Der Tierschutz in Mölln geht jetzt voran, fängt wilde Katzen ein, bringt sie zum Tierarzt und lässt sie dort auf eigene Kosten kastrieren. „Aber schon aus finanziellen Gründen kann das nur eine begrenzte Aktion sein“, schränkt Prüsmann ein. Viel wichtiger sei es, wenn Katzenbesitzer diesem Schritt folgen würden.

Die Situation sei „jetzt schon dramatisch“, sie werde sich aber enorm verschärfen, wenn nicht rasch gehandelt werde. In Deutschland, so Prüsmann, gebe es derzeit rund zwei Millionen verwilderte Katzen, und bei deren robustem Vermehrungsverhalten steige die Zahl schwindelerregend: „In zehn Jahren werden es deutlich über 200 Millionen sein.“ Jede fruchtbare Katze kann zweimal pro Jahr vier bis sechs Junge bekommen. Ab etwa einem halben Jahr sind diese wiederum geschlechtsreif. „Wenn eine Kätzin wenigstens zweimal im Jahr Nachwuchs bekommt, jeweils nur drei Junge pro Wurf überleben, so ergibt dies rechnerisch nach zwei Jahren bereits 42 Nachkommen“, rechnet der Tierschutzbund vor.

Eine Katzen-Plage sei die klare Folge, und dass immer mehr dieser Tiere ausgesetzt werden, sei ein Indiz dafür. Deshalb Prüsmanns Vorschlag: Jeder Katzenbesitzer muss sein Tier kastrieren lassen. Das kostet pro Kater rund 50, pro Katze gut 100 Euro. Nur ausgewiesene Katzenzüchter dürften sich dann noch um die Vermehrung der Tiere kümmern. Wilde Tiere müssten von Helfern eingefangen und zur Kastration gebracht werden.

Mehrere Kommunen in Deutschland haben eine solche Vorschrift bereits erlassen, im Lauenburgischen allerdings gibt es so etwas bislang nicht. Prüsmann: „Aus Mölln und Ratzeburg haben wir aber durchaus positive Signale bekommen. Dort hält man das Modell für sinnvoll.“ Es bietet einen weiteren Vorteil: Jedes kastrierte Tier wird mit einer Nummer tätowiert, kann so leichter wiedergefunden werden – und wird nicht so schnell ausgesetzt. „Stubentiger, die nie das Haus verlassen, könnten natürlich von der Regelung ausgenommen werden“, sagt der Tierschutz-Vorsitzende. Freilaufende Katzen, und das sei die Mehrheit, dürften sich aber nicht mehr ungebremst vermehren.

Was ansonsten passiert, kann man auf einem ehemaligen Firmengelände am Grambeker Weg in Mölln beobachten. Das Areal neben der Bahnlinie ist zu einem Tummelplatz wild lebender Katzen geworden. 30 sind es nach Prüsmanns Beobachtungen mindestens, ihre Zahl steigt stetig. Der Tierschutzverein füttert die Vierbeiner seit einigen Wochen zweimal täglich, außerdem stellte er Fallen auf und brachte die gefangenen Tiere dann zum Kastrieren. Prüsmann: „Die sind nach kurzer Zeit wieder putzmunter und werden von uns auch wieder ausgesetzt.“

Vorschläge, die wilden Katzen lieber zu töten, weist Prüsmann empört zurück: „Wir sind Tierschützer. Wir töten keine gesunden Kreaturen.“

Im Möllner Tierheim aufnehmen könne man die wild lebenden Katzen allerdings auch nicht. Es ist mit 130 Katzen voll belegt. Wer ein gesundes, geimpftes und kastriertes Tier sucht, findet hier eine breite Auswahl nahezu aller Rassen und Altersgruppen.

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