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Lauenburg Kaufleute sehnen Ende der Bauzeit herbei
Lokales Lauenburg Kaufleute sehnen Ende der Bauzeit herbei
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18:27 19.10.2013
Auf der freien Fläche an der Ostseite des Ratzeburger Marktplatzes (im Vordergrund) gilt ein Parkverbot. Hier gibt es Überlegungen in der Kommunalpolitik der Kreisstadt, zumindest für November und Dezember einige Parkplätze einzurichten, auf denen dann Kurzparker mit Parkscheibe stehen dürften. Quelle: Fotos: Joachim Strunk
Ratzeburg

„Ich warte eigentlich noch auf die Tankgutscheine der Stadt für die Zeit, die wir in den Staus vor der Brückenbaustelle vertrödelt haben“, spöttelt Sabine Schlie, Friseurin im Salon Schnittstelle in der Ratzeburger Herrenstraße. Ausgangspunkt einer Umfrage unter Geschäftsleuten auf der Insel war die Frage, ob die von Bürgermeister Rainer Voß

verkündete Erstattung der Parkgebühren für Kunden im November und Dezember so attraktiv sein wird, dass die Geschäftsleute in der Innenstadt für die lange Zeit des Brückenbaus an der Südlichen Sammelstraße entschädigt werden.

„Wohl kaum“, sind sich die befragten Ladeninhaber einig. „Die Parkgebühren erstatten wir unseren Kunden über deren Kundenkarten ohnehin und das ganze Jahr über“, sagt Petra Püschel, Inhaberin des gleichnamigen Sportgeschäftes. Sie fände es gut, wenn der Marktplatz zum Parken frei gegeben würde. „Dann ist er eh leer.“ Auch für die Abschaltung der Pförtnerampel plädiert sie. „Eine Bratwurst-Bude auf dem Markt wäre auch nicht schlecht“, schlagen Barbara Liermann und ihre Angestellte Regina Daberkow-Gesing von der Insel-Apotheke vor. Allerdings müsste die Stadt diesen Gastronomen bei den Standgebühren entgegen kommen. Claudia Hujer, die sich von Sabine Schlie frisieren lässt, nimmt aber auch die Geschäftswelt in die Pflicht: „Ratzeburg ist keine Stadt für junge Menschen. Da sollte man mal über längere Öffnungszeiten am Abend und am Wochenende nachdenken, um Leute herzulocken.“

Gleichermaßen sehnen alle den Abschluss der Brücken- und Straßenbauarbeiten herbei. Nach Einschätzung von Apothekerin Liermann haben die Kaufleute und Dienstleister sicherlich um die 30 Prozent Umsatzrückgang durch die Großbaustelle gehabt.

Stefan Koch, Fraktionschef der CDU, glaubt, dass das Freiparken in der Vorweihnachtszeit der Wirtschaft helfe: „Oh ja, doch. Die profitiert davon.“ Allerdings werde die Baustelle auch oft schlecht geredet. „Nach holprigem Beginn funktioniert es doch jetzt tadellos. Wir haben jedenfalls so gut wie keine Beschwerden mehr gehört.“ Sein Kollege Klaus-Stefan Clasen von den Grünen erklärt: „Das kostenlose Parken ist nicht verkehrt. Eine Öffnung des östlichen Marktteils für Parkplätze hätte aber nur symbolische Bedeutung. Die Politik kann die Käufer ja nicht in die Läden treiben. Aber wir versuchen, die Rahmenbedingungen zu verbessern.“

Kritisch hatte sich zuvor SPD-Fraktionschef Oliver Hildebrand geäußert, weil Voß mit dem Freiparken vorschnell an die Öffentlichkeit gegangen sei, ohne vorher die politischen Parteien zu informieren.

Man sei „enttäuscht“.

Die Freien Ratzeburger Wähler teilen diese Kritik. Zum freien Parken meint Andreas Hagenkötter: „ganz nett, aber in der Umsetzung viel zu kompliziert. Eine Parkscheibenregelung mit 30 oder 60 Minuten wäre viel einfacher.“

VIER FRAGEN AN . . .

1Ist das von Bürgermeister Voß angekündigte „Freie Parken auf der Ratzeburger Insel“ im November und Dezember ein geeignetes Mittel, um die erlittenen Verluste der Geschäftswelt während der Baustellenzeit „Südliche Sammelstraße“ wett zu machen?

Der Parkgebührenerstattung steht der W.I.R. positiv gegenüber, und wir sehen somit einer höheren Kundenfrequenz auf der Insel freudig entgegen.

2Hätte diese Frei-Parken-Aktion nicht schon mit Beginn der Baustelle initiiert werden können oder sollen?
Es ist eine Aktion, die als Event gesehen werden sollte. Über die gesamte Zeit wäre es nichts Besonderes mehr. Der W.I.R. sieht es als tolle Idee, um den erreichten Abschnitt zu würdigen.

3Wie hoch sind die erlittenen Verluste der Ratzeburger Kaufleute in der Baustellenzeit?
Die Frage unterliegt dem Datenschutz. Wir sehen jedoch die neue Brücke als eine Chance für Ratzeburg, insbesondere für die Geschäftswelt.

4Gibt es ein Projekt oder Motto, mit dem die Kaufleute 2014 werben werden? Dazu lade ich alle zur W.I.R.-Mitgliederversammlung am 24.

Oktober um 19 Uhr ins Hotel Seehof ein. unk

Joachim Strunk

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