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Lauenburg Kein Risiko: Polo-Turnier abgesagt
Lokales Lauenburg Kein Risiko: Polo-Turnier abgesagt
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21:08 29.06.2017
Der BMW-Polo Cup auf Gut Basthorst im Jahr 2014: Bilder wie dieses wird es am Wochenende nicht geben – das Turnier fällt aus. Quelle: Fotos: Jens Burmester
Basthorst

EIA steht für Equine Infektiöse Anämie. Dabei handelt es sich um eine ansteckende und für Pferde tödliche Krankheit, die mit einer fieberhaften Blutarmut einhergeht. In Deutschland gehört die EIA zu den anzeigepflichtigen Tierseuchen.

 

„Die Kreis- veterinäre haben uns dazu geraten, das Polo- Turnier auf Gut Basthorst abzusagen. Baron Enno von Ruffin Gutsherr und Veranstalter

„Die Kreisveterinäre haben uns dazu geraten, das Polo-Turnier auf Gut Basthorst abzusagen“, sagt Veranstalter und Gutsherr Baron Enno von Ruffin. 140 Pferde waren für das Polo-Turnier auf Gut Basthorst angemeldet. „Die kann man über ein Wochenende gut in extra dafür aufgebauten Zelten unterbringen und versorgen“, so der Baron. Wenn die aber bei einem Verdachtsfall allesamt für 90 Tage in Quarantäne gehalten werden müssten, sei das schon ein Problem. Mit der Absage habe man nun das Risiko ausgeschlossen. Es wird nicht nur kein Turnier geben, sondern auch der beliebte Ball am Sonnabend, zu dem in jedem Jahr viele Prominente nach Gut Basthorst gekommen sind, fällt nach der Absage aus.

„Wir werden nun abwarten, wie sich das entwickelt mit der Seuche“, sagt Enno von Ruffin. In zwei Wochen werde man wohl etwas mehr wissen. Dann könne man darüber nachdenken, möglicherweise das Polo-Turnier im September noch durchzuführen.

Das sei aber ausschließlich im September machbar. Der Oktober, so der Baron weiter, sei eigentlich immer zu nass. Und auf nassem Geläuf sei die Verletzungsgefahr für Ross und Reiter viel zu hoch.

„Wir werden das mit Augenmaß entscheiden und auf keinen Fall noch einmal eine Kostenlawine lostreten“, erklärte Baron von Ruffin.

Noch nicht abgesagt ist hingegen das Reitturnier des Reitvereins Klempau am darauf folgenden Wochenende vom 7. bis 9. Juli. „Ich habe davon gehört, dass auch in Hamburg mindestens ein Fall von infektiöser Anämie bestätigt worden ist“, sagt die Vereinsvorsitzende Ulrike Jahn-Klöckling. Bislang aber habe man sich im Verein und im Vorstand noch keine weiteren Gedanken darüber gemacht. „Ich habe das erst gestern gelesen“ so Jahn-Klöckling am Donnerstagmorgen im Gespräch mit den LN. Sie wolle nun ihren Tierarzt zu Rate ziehen und erst danach entscheiden, wie es weitergeht. In Klempau sind nach Aussage der Vorsitzenden des Reitvereins etwa 450 Teilnehmer gemeldet. Wie viele Pferde am Start sind, konnte sie nicht genau sagen, da die Meldestelle an einen externen Dienstleister vergeben ist.

Bei Verdacht sofort das Veterinäramt informieren

Kreisveterinär Dr. Kaufhold erklärte, dass schon der Krankheitsverdacht unverzüglich dem Veterinäramt angezeigt werden müsse. Dieses leite weitere diagnostische Schritte und Maßnahmen zur Verhinderung der Virusverbreitung ein – dazu gehören Quarantäne von krankheitsverdächtigen Tieren, Bestandssperrungen und Transportbeschränkungen. Impfungen und Heilversuche seien verboten. Da kein geeigneter Impfstoff existiere und latent infizierte Tiere eine Infektionsgefahr darstellten, basiere die Bekämpfung neben Sperr- und Quarantänemaßnahmen auf die Tötung infizierter Tiere.

jeb

Auch Polizeipferde vorsorglich verlegt

Weil auch die Hamburger Polizeipferde, die beim G-20-Gipfel mit ihren Reitern für Sicherheit sorgen sollen, in einem Stall in der Nähe des positiv getesteten Polopferdes untergebracht waren, wurden diese vorsorglich nach Elmshorn verlegt. Sie sollen zuvor aber getetet worden sein und der Test soll negativ ausgefallen sein. Das zuständige Bezirksamt in Hamburg hatte Reiterinnen und Reiter aufgefordert, auf Turnierstarts zu verzichten, bis die Untersuchungsergebnisse aus dem Friedrich-Löffler Institut vorliegen würden. jeb

 Jens Burmester

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