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Lauenburg Kein Strom mehr: Intercity bleibt auf freier Strecke liegen
Lokales Lauenburg Kein Strom mehr: Intercity bleibt auf freier Strecke liegen
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19:16 06.06.2016
Nur über einen Feldweg war die Stelle bei Müssen zu erreichen, an der der IC stoppen musste.

Ein defekt liegengebliebener Intercity hat am Sonntagabend stundenlang die Bahnverbindung zwischen Hamburg und Berlin blockiert. Nach Angaben der Bahnpolizei mussten etwa 350 Fahrgäste zweieinhalb Stunden lang in den Waggons ausharren, ehe der ursprünglich von einer Elektrolok gezogene Zug mit einer Diesellok abgeschleppt werden konnte. Der Rettungsdienst musste in den aufgeheizten Waggons einige Reisende versorgen, weil sie in der Hitze ohne Klimaanlage Kreislaufprobleme bekommen hatten.

Stromabnehmer vermutlich defekt – 350 Fahrgäste müssen zweieinhalb Stunden im Zug ausharren – Diesellok schleppt defekten Zug zurück nach Hamburg.

Wahrscheinlich hatte die IC-Lok einen Defekt an einem Stromabnehmer, über den von den Oberleitungen der Strom zum Antrieb aufgenommen wird. Die genauen Hintergründe waren zunächst unklar. Der Schaden wurde von Spaziergängern bereits in Schwarzenbek beobachtet, aber erst kurz vor der Ortschaft Müssen blieb der Zug dann auf freier Strecke stehen. Es ging weder vor noch zurück.

Abseits aller befestigten Wege blieb den Fahrgästen nichts anderes übrig, als sich auf die Hilfe der Deutschen Bahn zu verlassen. Erst kam ein Notfallmanager der Bahn, dann die für Bahnangelegenheiten zuständige Bundespolizei, schließlich auch eine Streife der örtlichen Polizei und ein Rettungswagen zu der Stelle nahe des Baches Mühlenbeck. In Schwarzenbek stand vorsorglich ein Großaufgebot des Rettungsdienstes bereit, hätte der Zug wegen kollabierender Fahrgäste evakuiert werden müssen.

„Man hält es nur an den offenen Türen aus“, berichtete Steven Sommer. „Immerhin hat uns die Bahn Getränke spendiert“, sagte Drautzburg. Ein Mann gab bei der Warterei derweil verzweifelt auf und machte sich zu Fuß über den Alten Gutsweg auf. „Ich komme aus Hamburg sonst heute ja nicht mehr weg, da suche ich mir hier lieber ein Taxi“, sagte er und lief los.

Nach zweieinhalb Stunden wurde der komplette Zug dann die etwa 40 Kilometer zurück in den Hamburger Hauptbahnhof geschleppt. Frustriert blieben die Fahrgäste, die eigentlich mit dem IC nach Stralsund reisen wollten, zurück. Denn: Eine offizielle Verbindung nach Stralsund gab es am Abend nicht mehr, außerdem sollte nach Angaben der Bundespolizei noch die Oberleitung auf mögliche Beschädigungen überprüft werden, ehe der Regelverkehr wieder aufgenommen werden konnte.

Timo Jann

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