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Lauenburg Keine Angst vor der großen Schwester der Wespe
Lokales Lauenburg Keine Angst vor der großen Schwester der Wespe
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00:44 27.10.2013
Größer als eine Wespe ist die Hornisse schon . Bei der Aufnahme im Makrobereich musste Naturfotograf Wolfgang Buchhorn dennoch alle Tricks anwenden, um das kleine Tier so scharf abzulichten. Quelle: Buchhorn
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Da berichtet doch tatsächlich ein Fachbuch: Hornissenstiche könnten tödlich sein. Sieben Stiche sollten sogar ein Pferd töten. Keine Verharmlosung der Hornissenstiche, aber bisher ist noch kein Todesfall verlässlich gemeldet worden. Aber auch eine Verharmlosung wäre unangebracht. Hornissenstiche sind manchmal schmerzhaft, und es kann gute Gründe geben, ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen. Bienen sind oft besungen worden: „Summ, summ, summ, Bienchen summ herum. Ei, wir tun dir nichts zu leide, flieg nur aus in Wald und Heide...“ Und auch der bekannte Bienenstich schmeckt gut. Keiner besingt unsere Hornisse, aber es gibt auch keinen fröhlich wirkenden Reim.

Bitte, sachlich weiter im Text. Da liest man die Bezeichnung „soziale Faltenwespe“ für die Hornisse. Wenn man das Äußere überhaupt werten und vergleichen will, schneidet unsere Hornisse günstiger ab als die eher pummelige Hummel. Selbst dem großen Mistkäfer wird eine „hochentwickelte Brutpflege“ nachgesagt. Hornissen-Weibchen bauen nach der Überwinterung ein neues Nest für die Eiablage. Solche Nester werden in Baumhöhlen, manchmal auch in Nistkästen gebaut. Das Baumaterial ist stark morsches Holz, das zu einer formbaren grauen Masse zerkaut wird. Den Baubeginn des Netzes bestimmt die „Königin“. Viele Arbeiterinnen machen sich dann ans Werk. Im Spätherbst stirbt das Volk. Nur die befruchteten Weibchen überwintern. Der Nachwuchs wird mit dem Drüsensekret und später mit Insekten (überwiegend Fliegen) gefüttert.

Nützlich ... schädlich, eine oft gestellt Frage und Diskussion. Eine Schädlichkeit kann man der Hornisse nicht nachsagen. Würde man alle so genannten „Schädlinge“ vernichten, sähe das in der Fauna traurig und im Zusammenwirken aller Tiere negativ aus. Wir sollten der viel zitierten „Mutter Natur“ nicht aus egoistischen Gründen unüberlegt ins Handwerk pfuschen. Das entbindet uns natürlich nicht von sachlich geprüften Eingriffen.



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Georg Peinemann

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