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Lauenburg Keine Entscheidung zum umstrittenen Millionenprojekt
Lokales Lauenburg Keine Entscheidung zum umstrittenen Millionenprojekt
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21:29 25.10.2013
Architekt Eckhard Meier (links) hört zu, was der Anwohner Friedemann Gensel vorträgt. Die Besucherplätze im Sitzungsraum des Stadthauses waren gut gefüllt bei den Beratungen des städtischen Bauausschusses. Vorne rechts sitzen einige der Ausschussmitglieder. Quelle: Martin Stein
Mölln

Der Möllner Bauausschuss hat noch keine weitergehende Entscheidung zum geplanten Ausbau des Seniorenruhesitzes Landhaus in der Möllner Feldbäckerei getroffen. Bei ihrer jüngsten Sitzung diskutierten die Kommunalpolitiker das Vorhaben ausführlich unter Beteiligung des Architekten sowie von zahlreichen betroffenen Anwohnern. Dabei wurde deutlich, dass die Nachbarn bei ihrer Ablehnung des 4,3-Millionen-Euro- Projektes bleiben. Ein Beschluss des Ausschusses stand schließlich nicht zur Debatte, weil Thomas Heiden (CDU) den Bedarf für weitere Fraktionsberatungen anmeldete.

Mit etwas mehr als 30 Besuchern war das Sitzungszimmer des Stadthauses am Donnerstagabend so gut gefüllt wie selten bei Beratungen der städtischen Ausschüsse. Die Bewohner der Feldbäckerei und der benachbarten Straßen konnten nicht nur die Aussprache verfolgen, sondern sich auch selber zu Wort melden. Der Ausschussvorsitzende Uwe Schlegel (SPD) schlug die Einbeziehung der Gäste vor, Einwände gegen ein solches Verfahren aus der Runde der Kommunalpolitiker gab es nicht.

Wie der neueste Planungsstand des Heimbauvorhabens ist, erläuterte Architekt Eckhard Meier aus dem Kreis Segeberg. Aufgrund der schriftlich eingereichten Einwände der Anwohner sowie der Gespräche mit dem Stadtbauamt soll der neue Seniorenruhesitz für 70 Bewohner jetzt größere Abstände zu den Grundstücksgrenzen einhalten und in der einen Variante nur noch maximal zehn Meter hoch werden. Zunächst waren zwei Meter mehr vorgesehen. Meier erläuterte drei mögliche Varianten für den Gebäudekomplex und versprach nach Fertigstellung der Einrichtung „keine Belästigung“ für die Bewohner der Nachbarschaft.

Die Anwohner, die sich im Ausschuss mit Fragen und Stellungnahmen äußerten, sehen aber keinen Grund, von ihren Befürchtungen abzurücken: „Das Bauvolumen und der Verkehr sind nicht passend für diesen Bereich“, argumentierte einer der Betroffenen. Aus den Reihen der Kommunalpolitiker machten Regina Hälsig (Grüne) und ein Mitglied der FDP-Fraktion ihre Ablehnung des Projektes am deutlichsten: „Die Ecke ist dafür einfach nicht geeignet. Man sollte das nicht weiter verfolgen“, sagte Uwe Diestel.

Architekt Meier, der die Versammlung mit Bauherr und Heimleiter Oliver Gahl besuchte, bat den Ausschuss um eine klare Vorgabe für die weiteren Überlegungen zum Bauprojekt in der Feldbäckerei: „Wir brauchen eine Grundsatzentscheidung.“

Erster Beschluss im März
Erste Entscheidungen zum Bauprojekt von Oliver Gahl sind schon im März gefallen, als der Bauausschuss eine Änderung des Flächennutzungsplanes und einen „vorhabenbezogenen Bebauungsplan“ auf den Weg brachte. Die „frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit“ gab es bereits, weitere werden folgen. Die nächste Sitzung des städtischen Bauausschusses ist für den 14. November geplant.

Martin Stein

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