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Lauenburg Keller fordert sachliche Diskussion um BBZ-Zukunft
Lokales Lauenburg Keller fordert sachliche Diskussion um BBZ-Zukunft
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21:33 11.10.2017
„Ich verstehe die Emotionen, wenn ein Angebot vor Ort zurückgebaut wird. Aber es gibt dafür in Geesthacht keine Nachfrage.“Ulrich Keller, BBZ-Geschäftsführer
Mölln/Geesthacht

Resolutionen, Anträge, Protestbriefe und scharfe öffentliche Stellungnahmen: Die Situation um die bevorstehende Schließung der Geesthachter Außenstelle des Möllner BBZ ist inzwischen ziemlich verfahren. Im ihren Antrag fordert die SPD sogar Ulrich Keller als Geschäftsführer des BBZ zur Disposition zu stellen. Immerhin in diesem Punkt ruderten die Sozialdemokraten nach der Sitzung des Kreis-Bildungsausschusses am Dienstag etwas zurück.

Der Kreis als Schulträger kann nicht über den Erhalt oder die Schließung der Geesthachter Außenstelle des Möllner Berufsbildungszentrum bestimmen. Diese Ansicht vertritt das Kieler Bildungsministerium in einem Schreiben an den Kreis. Grund ist die Rechtsform der Schule.

Dort hatte Keller sachliche aber deutliche Worte gefunden. „Ich muss konstatieren, dass die Stadt Geesthacht, die sich über Resolutionen, Unterschriftenlisten und Zeitungsartikel öffentlich äußert, bislang nicht einmal das Gespräch mit der Geschäftsführung des BBZ gesucht hat. Das muss die Stadt nicht, aber es hat mich schon gewundert, dass der Kommunikationspfad nicht beschritten worden ist“, sagte Keller im Ausschuss Auch habe er in vielen Diskussionen den Eindruck, dass der von ihm verfasste umfangreiche Vermerk zur Situation (29 Seiten, Anm. der Red.) von vielen gar nicht gelesen worden sei. „Das Ganze ist ein hochkomplexes Thema bei dem man sehr aufpassen muss, über was man redet“, bat Keller um eine sachliche Diskussion.

Klar sei, es gebe an der Außenstelle einen dramatischen Rückgang der die ohnehin schon schlechte Prognose zum 1. August noch untertroffen habe. Seit Jahren überlege die Schule, wie man mit der Situation umgehen könne. „Ich verstehe die Emotionen, wenn ein Angebot vor Ort zurückgebaut wird. Aber es gibt dafür in Geesthacht keine Nachfrage“, sagte Keller. Gleichzeitig wies Geschäftsführer Keller darauf hin, dass es in der Möllner Hauptstelle etwa 300 Schüler aus Geesthacht gebe. „Kein Mensch redet bei 16-jährigen angehenden Bäckereifachverkäuferinnen, Malern oder Lackierern über ein Fahrproblem, aber bei 80 jungen Leuten, die wir auf das Studium vorbereiten“, sagte Keller.

Der Schülerrückgang in Geesthacht habe mehrere Ursachen. Dazu gehöre die Nähe zu Hamburg, aber auch die Einrichtung der gymnasialen Oberstufe keine 200 Meter vor der BBZ-Außenstelle entfernt durch die Stadt Geesthacht – über deren mögliche Auswirkungen im Vorfeld übrigens niemand mit dem BBZ gesprochen habe.

An mangelnder Werbung für die Schule liege der Rückgang jedenfalls nicht. „Aber wenn ich bei Informationsveranstaltungen in Wentorf, Börnsen oder Escheburg bin, fragen die Eltern nicht, ob die Kinder auch in Hamburg zur Schule gehen könnten, sondern nur, wo es die Formulare dafür gibt“. In einige Gemeinschaftsschulen mit gymnasialer Oberstufe im Kreis werde das BBZ auch gar nicht erst reingelassen. Ziel müsse laut Keller sein, jetzt alles in eine konstruktive Diskussion zu überführen. „Aber dafür muss der Kopf in der Geesthachter Kommunalpolitik frei sein. Derzeit ist er das nicht“, warnte Keller.

Zu dem, was im Kopf ist, gehört auch ein Antrag der SPD für die heutige Kreistagssitzung, der eine von der Geesthachter SPD initiierte Resolution unterstützt und Forderungen an den Verwaltungsrat des BBZ formuliert. Allerdings war schon bei der Diskussion um die Schließung von Filialen der Kreissparkasse deutlich geworden, dass der Kreis als Träger zwar die Mitglieder eines Verwaltungsrates entsendet und abberufen, ihnen aber keine direkten Weisungen erteilen kann.

Für die Führung des BBZ kommt der Schülerrückgang in Geesthacht und die Diskussion um die dortige Außenstelle zur Unzeit. Eigentlich seien alle Ressourcen derzeit erheblich in die Umsetzung des Teilumbaus der Möllner Hauptstelle gebunden und die damit verbundene Koordination der Provisorien.

Von Holger Marohn

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